Neuvorstellung Ferrari California T:California Dreamin'

Selbst Ferrari folgt nun dem Trend, Saug- durch Turbomotoren zu ersetzen. Den Anfang macht der California T mit einem völlig neu entwickelten aufgeladenen Triebwerk. Der Faszination des Cabrios tut das freilich keinen Abbruch.

Von Thomas Harloff

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Ferrari California T

Quelle: Ferrari

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Selbst Ferrari folgt nun dem Trend, Saug- durch Turbomotoren zu ersetzen. Den Anfang macht der California T mit einem völlig neu entwickelten aufgeladenen Triebwerk. Der Faszination des Cabrios tut das freilich keinen Abbruch.

Man muss in der Ferrari-Historie schon sehr weit zurückgehen, um Straßen-Sportwagen zu entdecken, denen ein Turbolader zu mehr Power verhalf. Der letzte von ihnen hörte auf den Namen F40 und erblickte 1987 das Licht der Welt. Der letzte Sportwagen, der unter der Regie des Firmengründers Enzo Ferrari entwickelt wurde, erwarb sich aus dem Stand einen legendären Ruf und gilt heute als nächster Ferrari, dessen Wert bei einem Privatverkauf auf mehr als eine Million Euro steigen wird. Bei dessen Vorgänger 288 GTO sieht es nicht anders aus. Dagegen war der in den frühen 80er Jahren produzierte 208 GTB Turbo nicht mehr als eine Notlösung war und fungierte als gedrosselte Version des V8-Mittelmotor-Sportlers 308. Nun reiht sich der California T in die Ahnenreihe der Ferrari-Modelle mit aufgeladenen Motoren ein - doch der ist weit davon entfernt, eine Notlösung zu sein.

Der Motor des Ferrari California T.

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Auf dem Datenblatt macht der von 4,3 auf 3,9 Liter Hubraum geschrumpfte V8-Motor dank Aufladung einen Riesenschritt nach vorne. Er leistet nun 560 PS bei 7.500 Umdrehungen, das maximale Drehmoment von 755 Nm liegt bei 4.750 Kurbelwellenrotationen an. Von 0 auf 100 km/h soll das Cabrio in 3,6 Sekunden sprinten, die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Ferrari bei 316 km/h. Offiziell verbraucht der California T im Schnitt 10,5 Liter und hat einen CO2-Ausstoß von 250 g/km.

Zum Vergleich die Daten des Vorgängers: 490 PS bei 7.750 Touren und 505 Nm bei 5.000 U/min. Damit war der Ferrari California maximal 312 km/h schnell und beschleunigte in 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Durchschnittsverbrauch und CO2-Ausstoß lagen bei 13,1 Liter bzw. 299 g/km.

Ferrari California T

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Der Schritt weg vom Saugmotor hin zum Turbo-Triebwerk ist folgerichtig, schließlich tritt Ferrari aufgrund der neuen Regeln ab dieser Saison auch in der Formel 1 mit einem turbobefeuerten Rennwagen an. Die Sportwagenschmiede nutzte nach eigener Aussage die bei der Entwicklung des F1-Motors gewonnenen Erkenntnisse beim California T und übertrug einzelne Technologien aus dem Rennsport in die Serie. Deshalb soll sich das Triebwerk durch eine verzögerungslose Gasannahme auszeichnen. Gleichzeitig will Ferrari ein Turbolochs fast völlig eliminiert und seinem Cabrio einen intensiven Motorklang, der mit steigender Drehzahl an Klanggewalt zunimmt, anerzogen haben.

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Wie gehabt verwandelt sich der Ferrari California auf Knopfdruck in einer 14 Sekunden währenden Prozedur von einem Coupé in ein Cabrio. Das Design haben das Ferrari Styling Centre und Pininfarina nur behutsam geändert. Die nun weit ausgestellten Kotflügel sollen an den Ferrari 250 Testa Rossa aus den 50er Jahren erinnern und verleihen dem Klappdach-Cabrio ein muskulöses Erscheinungsbild. Die Front haben die Designer etwas gestrafft, etwas mehr Ecken und Kanten sorgen für einen aggressiveren Auftritt. Dazu passt das neu gestaltete Heck, dessen neuer Diffusor nun drei statt zwei senkrechte Finnen präsentiert. Außderdem liegen die Doppel-Endrohre der Abgasanlage nun nicht mehr über-, sondern nebeneinander.

Ferrari California T

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Das Fahrwerk des California T wurde von den Ferrari-Ingenieuren grundlegend überarbeitet. Neue Federn und Stoßdämpfer mit magnetischer Steuerung sollen gemeinsam mit verbesserten Radaufhängungen gleichzeitig für ein präzises Handling und einen hohen Fahrkomfort sorgen. Beschleunigungssensoren erfassen zudem die Karosseriebewegungen und passen die Dämpferhärte kontinuierlich an den Fahrbahnzustand an. Außerdem besitzt das Cabrio ein neues Lenkgetriebe, das besonders schnell ansprechen und deshalb ein sehr direktes Lenkgefühl vermitteln soll.

Ferrari California T

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Auch die elektronischen Fahrhilfen hat Ferrari angepasst. Für genügend Grip beim Beschleunigen sorgt die jüngste Evolutionsstufe der "F1 Trac"-Traktionskontrolle. Das Stabilitätsprogramm ESP zeigt sich grundlegend überarbeitet und beinhaltet nun die ABS-Steuerung für die Bremsanlage. Diese arbeitet serienmäßig mit Carbon/Keramik-Scheiben, die den Ferrari California T bei voller Beanspruchung in 34 Metern aus Tempo 100 zum Stillstand bringen.

Der Innenraum des Ferrari California T.

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Der Innenraum des Ferrari California T ist mit edlem "Poltrona Frau"-Leder ausgekleidet. Allerdings ist er nach wie vor eher ein Zwei- als ein Viersitzer, denn im Fond können höchsten Kinder im Vorschulalter ohne schmerzende Beine reisen. Dafür lassen sich die Fondsitze gut als Kofferraumverlängerung nutzen, was sich aufgrund der serienmäßigen Durchladefunktion anbietet.

Das Cockpit des Ferrari California T.

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Ferrari-typisch sitzen die zentralen Bedienelemente des California T am Lenkrad. Neu ist hingegen die "Turbo Performance Engineer"-Anzeige zwischen den mittleren Lüftungsdüsen. Diese besitzt eine berührungsempfindliche Oberfläche, die der Fahrer zum Blättern durch die einzelnen Menüs nutzen kann. Die Anzeige gibt nicht nur Auskunft über den gerade anliegenden Ladedruck, sondern informiert den Piloten auch, wie er das Leistungspotenzial des Turbomotors optimal nutzen kann. Außerdem gibt es ein neues Infotainment-System mit 16,5 Zoll großem Touchscreen.

Ferrari California T

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Auf dem Genfer Autosalon, der vom 6. bis 16. März 2014 stattfindet, feiert der Ferrari California T seine Weltpremiere. Die Preise stehen noch nicht fest, allerdings dürfte der Basispreis nah an die 200.000-Euro-Marke heranrücken.

© SZ.de/hart/chrb/mati
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