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Neue Modelle im Fahrbericht:Warum vier Zylinder zu Porsche passen - irgendwie

Der neue Porsche 911 Carrera S als Coupé und Cabrio.

Hat nun weniger Hubraum, dafür zwei Turbolader: Sechszylinder-Boxer im neuen Porsche 911 Carrera S.

(Foto: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG)

Porsche 911 Carrera mit Sechszylinder-Turbo, der Boxster-Nachfolger 718 kommt gar nur mit vier Brennräumen: Bleibt bei den neuen Motoren bei aller Effizienz die Emotion erhalten?

Der Sauger ist tot, lang lebe der Sauger. Aber nicht mehr in der Großserie, sondern eher als leistungsstarkes Meisterwerk des Motorenbaus, bei Porsche zum Beispiel in Form des 911 GT3 und des Cayman GT4. In der Regel sitzt freilich fast allen neu entwickelten Verbrennern künftig mindestens ein Lader im Nacken. Beim 3,0-Liter-Sechszylinder des modellgepflegten Elfer ( kleines Foto) sind es zwei, beim Vierzylinder der in 718 umgetauften Zweisitzer tut es zunächst ein Monoturbo.

Die Argumente der Anti-Sauger-Fraktion sind kaum zu entkräften: mehr Leistung, mehr Drehmoment, weniger Verbrauch und damit niedrigere CO₂-Werte. Als Zugabe führen sie die bessere Fahrbarkeit ins Feld, denn der Lader baut rasch Kraft auf und hält den Vortrieb weitgehend konstant, ehe der Begrenzer eingreift. Das tut er tendenziell etwas früher als beim Sauger, der in den meisten Fällen noch spontaner antritt und fünf Hitparaden-Plätze besser klingt.

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Ein Hauch von Ladedruck genügt

Evolution auf Kosten der Emotion? Diese Kluft haben die Techniker im Fall des neuesten 911 gar nicht aufbrechen lassen - trotz Downsizing von 3,8 auf 3,0 Liter Hubraum. Ein Hauch von Ladedruck genügt, um 20 Mehr-PS und 60 Extra-Newtonmeter zu generieren. Mit 420 PS und 500 Nm schiebt die Kombination aus Biturbo und PDK den neuen Carrera S in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und macht ihn bis zu 306 km/h schnell. Diese Leistungsdaten sind nur marginal besser, aber dafür sinkt der Normverbrauch um einen Liter auf 7,7 l/100km.

Soweit, so gut. Trotzdem ist es nicht Liebe auf den ersten Blick, denn der Elfer-Aficionado muss umlernen. Statt die Drehzahlleiter hochzuspurten, darf er künftig auf der Drehmomentwelle surfen. Statt im kleinen Gang allzeit bereit zu sein für die nächste Sprintübung, ist von nun an früheres Hochschalten angesagt - den Rest besorgen die Hummeln im Heck.

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New-Wave-Band statt Kreissägen-Solist

Mit dem Sound ist das so eine Sache. Klar, der heisere Kreissägen-Solist hat die Bühne geräumt für eine New-Wave-Band mit leise pfeifenden Ladern und gedämpftem Ansaug-Fauchen. Kann man mögen, muss man aber nicht. Schließlich will Porsche für die Gusseisernen den Saugmotor bis auf Weiteres am Leben erhalten, und sei es auch nur in Sonderserien wie dem GT3 RS.

Obwohl sich der überarbeitete Siebengang-Handschalter die meisten Unarten abgewöhnt hat, passt das moderne PDK-Getriebe ganz einfach besser zum modernen Turbomotor - zumal der flinke Doppelkuppler inzwischen den CO₂ senkenden Segelschein gemacht hat. Die Sportfahrer unter den Porsche-Kunden wird es freuen, dass man das Funktionsschema im manuellen Schaltprogramm buchstäblich auf den Kopf gestellt hat. Das heißt, den Wählhebel zum Hochschalten nach hinten ziehen und zum Herunterschalten nach vorne drücken.