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Bergtouren nahe München:Wandern für Schlaue

Zugspitze, Watzmann oder Kampenwand sind eine Tour wert - doch gerade an schönen Tagen hoffnungslos überlaufen. Kenner gehen auf den Gipfel, der gegenüberliegt.

Grünstein: Aussichtsloge vor dem Watzmann

Berchtesgaden mit Blick auf den Watzmann. In der Bildmitte liegt vorgelagert der Grünstein.

(Foto: Stefan Herbke)

Am Watzmann, dem Wahrzeichen des Berchtesgadener Landes, kommt man als ambitionierter Bergsteiger eigentlich nicht vorbei. Jeder möchte wenigstens einmal in seiner "Bergsteigerkarriere" dem Großen Watzmann auf die Spitze steigen, doch selbst das Hocheck als nördlichster - und einfachster - der drei Watzmanngipfel ist anspruchsvoll und erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Abgesehen davon, die Tour auf das Hocheck (2651 m) ist sehr lang. Selbst wer auf dem Watzmannhaus nächtigt und den Anstieg auf zwei Tage aufteilt, wird gefordert. Schließlich wartet zum Abschluss noch ein Abstieg über 2000 Höhenmeter - der Muskelkater in den Oberschenkeln hält tagelang an.

Diese Tour ist schön - und schön anstrengend. Viel Kraft für einen Blick auf die anderen Gipfel des Massivs bleibt da nicht. Doch selbst weniger trainierte Bergsteiger genießen die Sicht auf Watzmann, seine "Frau" und die dazwischen eingelagerten "Kinder" vom vorgelagerten Grünstein (1303 m) aus. Dieser ist für alle Bergwanderer ohne Probleme zu bewältigen.

Der gut beschilderte Anstieg beginnt malerisch am Königssee und führt an der Bob- und Rodelbahn entlang zu einer steilen Straße, die in Serpentinen schnell an Höhe gewinnt. Schon bald nach der Abzweigung zum neuen Isidor-Klettersteig geht es rechts in vielen Windungen zum Grünsteinhaus. Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Gipfel. Mit einem Schritt lässt man den Wald hinter sich, tritt hinaus auf den grasigen Gipfelrücken mit Kreuz und Bänken - und staunt: Auf der einen Seite begeistert der Blick über den Berchtesgadener Talkessel, auf der anderen der mächtige Watzmannstock.

Genau der richtige Platz, um in aller Ruhe den Postkartenblick zu genießen und sich an die Watzmannsage zu erinnern. Die besagt, dass das Land einst vom grausamen König Watzmann beherrscht wurde, der Furcht und Schrecken verbreitete. Nachdem er eine Bauernfamilie mit seinem Roß niedertrampelte und seine Hunde auf sie hetzte, fluchte die Bäuerin, dass Gott ihn und seine Familie in Felsen verwandeln solle. Und so steht der Watzmann samt Gattin und den sieben Kindern in riesige Felsen verwandelt und blickt als ewiges Wahrzeichen herab aufs Berchtesgadener Land.

Anfahrt

Auto: Auf der Salzburger Autobahn bis zur Ausfahrt Bad Reichenhall, über Reichenhall, Bischofswiesen und Berchtesgaden nach Königssee. Großer Parkplatz (gebührenpflichtig).

Öffentlich: Mit der Bahn nach Berchtesgaden und mit dem Bus nach Königssee.

Anforderung: Leichte Wanderung auf guten Wegen.

Zeit: 4 Std.

Karte: Alpenvereinskarte Bayerische Alpen BY 22, Berchtesgaden - Untersberg (1:25 000).

Einkehr: Grünsteinhütte (1220 m, www.gruensteinhuette.de)

Tourist-Info: www.koenigssee.com