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Neuer Klettersteig am Grünstein:Der Isidor hat es in sich

Auf den kleinsten Gipfel des Watzmann-Massivs führt der neue Isidor-Klettersteig, doch eigentlich sind es zwei Routen: eine harmlose und eine, auf die sich nur Könner wagen dürfen.

Stefan Herbke

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Touren in den Alpen Isidor-Klettersteig Grünstein, Stefan Herbke

Quelle: SZ

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Und auch beim Zustieg sieht man noch nichts von Felsen. Auf einer steilen Fahrstraße geht es durch den Bergwald zu einer großen Übersichtstafel, auf der alle wichtigen Informationen zum Klettersteig nachzulesen sind.

Hier beginnt ein neuer, schmaler Pfad, der in wenigen Minuten zum Einstieg des Klettersteigs führt. Baubeginn dafür war der 21. Juni 2009; acht Wochen und 1000 Arbeitsstunden später war alles fertig.

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Geplant war eigentlich ein leichter Steig für die Allgemeinheit, quasi als Gegensatz zum derzeitigen Trend der immer schwereren und spektakuläreren Klettersteige.

Doch dann kam der Ehrgeiz durch und man baute zusätzlich zum Isidor-Steig eine äußerst schwierige Variante.

Beim Einstieg muss man sich daher entscheiden: Entweder links zum maximal mittelschweren Isidor-Klettersteig, den der Großteil der Klettersteig-Liebhaber bewältigen kann, oder doch rechts zur extra schweren Variante für die absoluten Könner. Die Klettersteige führen bis zur Hängebrücke fast parallel in die Höhe - wir wählen die einfachere Variante, die für den Großteil der Kletterer geeignet ist.

Benannt ist der Klettersteig nach dem Schönauer Isidor Grassl (Grünauerer), der bereits vor längerer Zeit auf ähnlicher Trasse eine abschnittsweise mit dünnem Stahlseil markierte Tour eröffnet hatte.

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Auch der leichtere Isidor-Klettersteig bietet - wie im Bild deutlich zu sehen ist - spannende Wandpassagen im steilen Fels.

Das Drahtseil ist straff gespannt, Eisenklammern sorgen für ausreichend Tritte und wer Zeit zum Schauen hat, der blickt zum Jenner.

Wer den Weg für Profis gewählt hat, muss sich nun durch senkrechte bis überhängende Wände kämpfen. Hier wurden weniger Eisenklammern im Fels verankert, so dass man entsprechend kräftezehrend buchstäblich in den Seilen hängt.

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Im leichteren Isidor-Klettersteig stehen den Sportlern hingegen zahlreiche künstliche Tritte zur Verfügung.

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Durch die Südwestausrichtung der Bergflanke liegt der Isidor-Klettersteig morgens noch im Schatten. Erst gegen Mittag kommt die Sonne und sorgt dafür, dass in den windgeschützten Abbrüchen der Schweiß in Strömen fließt.

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Nach den ersten schönen Klettersteigpassagen vereinen sich nach etwa einem Drittel der Strecke die leichtere und die schwere Route - vorher müssen die Profis noch über die fotogene Hängebrücke. Ein Abstecher auf diese schwankende Brücke lohnt sich auch für die "Normalkletterer" allein schon wegen des Fotos, noch dazu sorgt die Hängepartie selbst bei Schwindelfreien für Nervenkitzel.

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Oberhalb der Hängebrücke zeigt sich schnell, dass der nun von allen Kletteren genutzte Isidor-Steig nicht durchgehend steil ist. Dazwischen liegen auch grasige Abschnitte. Selbst wenn diese Passagen leicht sind, zur Sicherung gibt es ein durchgehendes Drahtseil.

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Wer denkt, die Schwierigkeiten seien bereits überwunden, wird schon bald eines Besseren belehrt. Immer wieder kommen interessante Felspassagen, die teilweise sogar recht luftig und ausgesetzt in die Höhe führen.

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Bei guter Sicht würde im Hintergrund der Watzmann bestens zu sehen sein, doch auch bei Dunst machen die Ausblicke Spaß. Mal schaut man hinunter zum glitzernden Wasser des Königssees und hinüber zum Hagengebirge, dann wieder Richtung Watzmann, dem Wahrzeichen des Berchtesgadener Landes.

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Im obersten Drittel liegen die Kletterpassagen zwar hinter einem, doch der anstrengendste Abschnitt kommt noch. Denn der steile Steig über Schrofen und durch Latschen ist recht mühsam, vor allem wenn die Nachmittagssonne in die Flanke brennt.

Insgesamt wurden im neuen Klettersteig mit seinen beiden Varianten rund 900 Meter Drahtseil, 250 Tritte und eine 25 Meter lange Seilbrücke verbaut. Zwei Hubschrauberflüge waren notwendig, um das Material auf den Berg zu bringen.

Verantwortlich für den Bau und den Unterhalt ist der Verein "SC Grünstein Klettersteig". Die Kosten für Material und Transport summierten sich auf rund 18.000 Euro, die mit Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen beglichen wurden.

Am 5. September 2009 wurde der Steig schließlich eingeweiht. Die Resonanz ist positiv, den ganzen Tag über nutzen Leute die neue Anstiegsmöglichkeit auf den Grünstein.

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Wenige Minuten unterhalb des Gipfels steht die kleine, gemütliche Grünsteinhütte. Hier kann man sich Zeit lassen und die Einkehr genießen, denn im Anschluss geht es nur noch bergab.

Wissenswertes

Anfahrt: Mit dem Auto über die Salzburger Autobahn bis zur Ausfahrt Bad Reichenhall, über Bad Reichenhall, Bischofswiesen und Berchtesgaden zum gebührenpflichtigen Parkplatz am Königssee (www.bayerische-seenschifffahrt.de). Oder mit der Bahn nach Berchtesgaden und mit dem Bus zum Königssee. Zeit: 2.30-3.30 Std. Schwierigkeit: Der Isidor-Klettersteig ist ein bestens gesicherter Klettersteig, der aufgrund der Höhenlage schon ab Mitte/Ende April zu begehen ist. Die leichte Route reicht bis zum Schwierigkeitsgrad B/C.

Die sportliche Variante mit dem Schwierigkeitsgrad E ist dagegen sehr schwer; senkrechte bis überhängende Passagen sowie trittarme Querungen sorgen dafür, dass die Arme dick werden und die Kräfte schwinden. Es gibt keinen Notausstieg! Nur mit geeigneter Kletterausrüstung und festem Schuhwerk zu begehen. Steinschlaggefahr! Karten: BLVA UK 25-1, Nationalpark Berchtesgaden (1:25 000); BLVA UK L 4, Berchtesgadener Alpen, Königssee - Bad Reichenhall (1:50 000). Einkehr: Grünsteinhütte (1220 m, www.gruensteinhuette.de). Bergführer: Vermittlung über Bergführer Michael Graßl (Tel. 0176/22077898). Auskunft: www.berchtesgadener-land.com

Foto: Stefan Herbke

© sueddeutsche.de/dd
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