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Coronavirus in Deutschland:RKI meldet erneut eine Inzidenz von 83,1

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Zum Wochenbeginn wurden 5412 Neuinfektionen und 64 neue Todesfälle registriert. Schleswig-Holstein öffnet sich im Ganzen für den Tourismus.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 5412 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.03 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6922 Ansteckungen gelegen. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Außerdem weist das RKI darauf hin, dass sich durch den Feiertag Christi Himmelfahrt Verzerrungen ergeben können, da an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 83,1 (Vortag: 83,1; Vorwoche: 119,1). Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 64 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 54 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3 598 846 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit etwa 3 300 700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, ist auf 86 160 gestiegen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 0,82 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Ganz Schleswig-Holstein öffnet sich für den Tourismus

Schleswig-Holstein steht Touristen aus Deutschland wieder überall offen - nicht wie bisher nur in den vier Modellregionen. Gefordert sind von den Gästen allerdings neben der Erfüllung von Hygieneauflagen negative Corona-Tests vor der Anreise und dann alle drei Tage. Die Öffnung ist nach Überzeugung der Landesregierung möglich, weil in Schleswig-Holstein die Sieben-Tage-Inzidenz lange stabil unter 100 lag und zuletzt unter 50 gefallen ist.

Lokale dürfen ihre Innenbereiche wieder öffnen. Auch hier müssen Gäste einen negativen Corona-Test vorlegen oder nachweisen, dass sie die zweite Imfpung seit 14 Tagen hinter sich gebracht haben. Getestet sein müssen auch die Mitarbeiter der Lokale, die Kontakt mit den Gästen haben. Große Runden sind aber noch nicht möglich. Innen sind fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch erlaubt, draußen dürfen es zehn Gäste sein.

Ein Stück in Richtung Normalität geht es auch beim Sport und in der Kultur. In Hallen sind zehn Kinder und Jugendliche bei Sportarten ohne Berührungen erlaubt, draußen sind es 20. Bahnenschwimmen und Schwimmunterricht in Freibädern und Außenbecken sind gestattet. Amateursportler dürfen Wettkämpfe im Freien austragen. Museen können öffnen, Besucher brauchen für Innenbereiche einen negativen Corona-Test. Die Ausflugsschiffe im Norden dürfen wieder Gäste an Bord nehmen. Großzügigere Regelungen gelten jetzt auch für Versammlungen, die unter freiem Himmel mit bis zu 250 Teilnehmern erlaubt sind.

Steinmeier ruft dazu auf, Wunden zu heilen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft dazu auf, die soziale Dimension der Corona-Pandemie im Auge zu behalten. "Die sozialen Folgen des Virus werden nicht einfach so verschwinden, mit der letzten Impfung, der letzten Maßnahme", sagte Steinmeier am Sonntag in einem Grußwort zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt am Main. Nicht alles werde nach der Pandemie wieder so sein wie vorher. "Aber Familie und Freunde wieder zu treffen, einander wieder die Hände zu reichen, einander wieder zu umarmen, wieder Gottesdienste und Kirchentage zu feiern, wie wir sie kannten - all das wünschen wir uns wieder."

Es gelte aber auch, die "Wunden zu heilen, die Corona in unserer Gesellschaft geschlagen" habe. "Wir haben erbittert gestritten - über Virus und Maskenpflicht, über Beschränkung und Lockerung, über Kita und Schule, über Impfstoffe und Impfreihenfolge", sagte Steinmeier. Bei vielen sei die Geduld erschöpft, die Nerven lägen blank. "Freundschaften sind zerbrochen, Familien entzweit worden, tiefe Risse gehen durch unsere Gesellschaft."

Der Prozess der gesellschaftlichen Versöhnung werde länger dauern als "die 15 Monate, die hinter uns liegen", sagte Steinmeier. Die Zukunft gewinne man nicht mit Abschottung, Rechthaberei und Gesprächslosigkeit. "Wir müssen wieder Brücken bauen zwischen Menschen und Gruppen, die die Pandemie verfeindet hat. Wir müssen nicht alle einer Meinung sein - aber wir brauchen einander."

Stiko: Spätestens 2022 Auffrischung des Impfschutzes nötig

Nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) müssen sich die Bürger in Deutschland wohl spätestens im kommenden Jahr erneut gegen das Coronavirus impfen lassen. "Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen."

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Immunität nach einer Impfung rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein, sagte er den Funke-Zeitungen. Sollten sich in Deutschland Mutationen verbreiten, gegen die die aktuellen Impfstoffe nicht so stark wirksam seien, müsse man möglicherweise auch schon früher mit einem angepassten Impfstoff beginnen. Gegen die südafrikanische Variante etwa wirkten die Vakzine von Astra Zeneca und Johnson & Johnson nicht so gut.

Mertens wies darauf hin, dass die Hersteller nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen arbeiteten, die gegen relevante derzeit bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Nach Angaben des Stiko-Chefs ist es zudem denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könne es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens.

Scholz: Teil der Pandemie-Kosten sollen Soli-Zahler tragen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich auf Twitter dafür ausgesprochen, die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag für die Bekämpfung der finanziellen Folgen der Pandemie zu nutzen. Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hatte das bereits im Dezember vorgeschlagen. Überdies ist die Beibehaltung des "Solis", der seit Januar nur noch für hohe Einkommen zu zahlen ist und den Teile von Union und FDP abschaffen wollen, Teil des SPD-Wahlprogramms.

Scholz verteidigte zudem am Samstag bei einem gestreamten Podium beim Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main die Finanzhilfen in der Pandemie. "Nur damit man sich das noch mal klarmacht: alles zusammen fast 400 Milliarden Euro", sagte der SPD-Politiker. Den Abbau des Schuldenberges werde man "im Wesentlichen durch Wachstum schaffen". "Es wird nicht gelingen, indem wir Steuerentlastungen organisieren für diejenigen, die sehr, sehr reich sind und die sehr viel Geld verdienen." Was man brauche, sei "schon ein Beitrag der Solidarität". Der Solidaritätszuschlag sei genau das. Im Kern gehe es um ein "solidarisches, faires Steuersystem". Sichergestellt werden müsse, "dass wir jetzt nicht auf falsche Weise auf die Krise reagieren und zum Beispiel denjenigen, die sehr viel Geld verdient haben, jetzt auch noch in Aussicht stellen, dass sie eine Entlastung bekommen", sagte Scholz.

Mehr als 30 Millionen Menschen haben erste Corona-Impfung erhalten

In Deutschland haben inzwischen mehr als 30 Millionen Menschen die erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. 36,5 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal geimpft, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag via Twitter mitteilte. Mehr als neun Millionen Menschen, und damit lediglich etwa 10,9 Prozent der Bevölkerung, haben bereits eine zweite Impfung erhalten.

Laut Spahn wird bis Anfang Juni der relative Anteil der Zweitimpfungen an den täglichen Impfungen hoch sein. Danach steige der Anteil der Erstimpfungen wieder. Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mehrere Bundesländer haben für die kommende Woche eine Aufhebung der Impfpriorisierung in Arztpraxen angekündigt.

Schüler verloren bis zu 800 Stunden Präsenzunterreicht

Die knapp elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben nach Angaben des Deutschen Lehrerverbandes seit Beginn der Corona-Pandemie auf rund die Hälfte der Schulstunden im Präsenzunterricht verzichten müssen. Seit März 2020 seien durchschnittlich zwischen 350 und 800 Stunden Präsenzunterricht für jeden Schüler ausgefallen, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Bild. "Das ist im Schnitt wohl ein halbes Schuljahr."

Meidinger verlangte differenzierte Lösungen, um die entstandenen Lücken wieder zu schließen. Nötig seien verpflichtende Zusatzangebote im kommenden Schuljahr, nachmittags, aber auch am Wochenende und in den Ferien. "Das kann auch digitale Nachhilfe sein." Noch wisse niemand, wo angesichts des Lehrermangels die zusätzlichen Kräfte für die Lernförderung herkommen sollen. "Ohne Lehramtsstudierende und Lehrkräfte, die schon in Rente oder Pension sind, wird es nicht gehen", warnte er.

© SZ/dpa/rtr/hij/rdin/aner/jsa/jael/lala/lala
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