Aktuelle Meldungen zum Coronavirus:Inzidenz steigt erneut

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Die Sieben-Tage-Inzidenz ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) auf 81,9 gestiegen. Am Vortag hatte der Wert bei 80,2 gelegen, vor einer Woche bei 84,3. Der neue Wert ist womöglich nicht genau. Das RKI-Dashboard wies am Sonntag für Baden-Württemberg nur einen neu hinzugekommenen Fall aus. In den Tagen zuvor waren es jeweils deutlich über 1000.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI 5511 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4749 Ansteckungen gelegen. Außerdem kamen zwölf neue Todesfälle hinzu. Vor einer Woche waren es acht Todesfälle gewesen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,95 an. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92 618. (13.09.2021)

Merkel: "Ich bitte Sie daher: Schützen Sie sich selbst und andere!"

Angesichts der vierten Corona-Welle wirbt Bundeskanzlerin Angela Merkel für die bundesweite Impfaktionswoche. Von den im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelten Patienten seien "die allermeisten" ungeimpft, sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Sonntag veröffentlichten Podcast. "Um gut durch Herbst und Winter zu kommen und um das Virus dann auch dauerhaft unter Kontrolle zu bekommen, müssen wir daher noch mehr Menschen überzeugen, sich impfen zu lassen." Es sei heute ausreichend zuverlässiger und wirksamer Impfstoff vorhanden.

"Hausärzte und mobile Impfteams stehen bereit, damit Sie Ihren Schutz gegen die Krankheit bekommen", sagte Merkel mit Blick auf die Impfaktionswoche. "Ich bitte Sie daher: Schützen Sie sich selbst und andere! Lassen Sie sich impfen! Jetzt!"

Ab Montag sollen bei der Impfwoche vor Ort niedrigschwellige Angebote gemacht werden. Dazu arbeiteten Bund, Länder und Kommunen mit Organisationen und Verbänden zusammen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn ankündigt. In den sozialen Medien läuft die Aktion unter dem Hashtag #hierwirdgeimpft, zudem gibt es eine gleichnamige Internetseite.

Die Fraktionschefin der AfD im Bundestag, Alice Weidel, hat unterdessen Klagen ihrer Partei gegen die sogenannte 2-G-Regel angekündigt. "Wir werden in jedem Fall gegen jegliche Diskriminierung von Ungeimpften vorgehen", sagt Weidel dem Nachrichtenportal T-Online. Die 2-G-Regel bedeutet, dass nur Geimpften und Genesenen Zutritt zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens erlaubt wird.

Britische Regierung erwartet keinen Lockdown mehr

Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid rechnet nicht mit weiteren Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Krise. "Ich erwarte keine weiteren Lockdowns", sagte Javid am Sonntag in der BBC. Zugleich schloss er aus, dass nur noch Menschen mit einem sogenannten Covid-Ausweis der Zugang zu Großveranstaltungen ermöglicht werde. "Wir haben uns das gründlich angeschaut", betonte Javid. Man werde jedoch "die Pläne für Impfpässe nicht weiterverfolgen".

Premierminister Boris Johnson will in den kommenden Tagen seine Pläne für den Kampf gegen das Coronavirus in der kälteren Jahreszeit vorlegen, wenn sich die Menschen wieder verstärkt drinnen aufhalten. Johnson werde deutlich machen, dass die Impfkampagne funktioniere, sagte Javid dem Sender Sky News. "Natürlich wollen wir trotzdem sehr vorsichtig sein." So müssten einige Regeln etwa bei Reisen in Kraft bleiben. Großbritannien gilt als eines der am stärksten von dem Infektionsgeschehen betroffenen europäischen Länder. Das Land hat allerdings sehr früh mit den Impfungen begonnen.

Kassenärzte-Chef: Begeisterung für Auffrischungsimpfungen gering

Das Interesse der Menschen an einer dritten Corona-Impfung ist derzeit nach Ansicht des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gering. "Die Zahlen zeigen, dass derzeit weder besonders viele Ärzte bei den Auffrischimpfungen mitmachen noch in der Bevölkerung der Bedarf nach einer weiteren Dosis groß ist", sagte Andreas Gassen der Welt am Sonntag.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Freitag haben sich bislang etwas mehr als 162 000 Menschen in Deutschland eine sogenannte Booster-Impfung verabreichen lassen. Diese werden in mehreren Bundesländern bereits für bestimmte Menschen angeboten, deren zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt.

Dass diese Angebote bisher zögerlich angenommen werden, sieht Gassen in der derzeit fehlenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) begründet. "Die Bevölkerung hat mittlerweile zu Recht gelernt, beim Impfen nicht auf Politiker, sondern eher auf Mediziner zu hören." Auch die Ärzte seien von dem erneuten Vorpreschen der Politik und der lückenhaften Datenlage verunsichert.

"Die Begeisterung ist begrenzt, nach der sehr belastenden Impfkampagne jetzt noch einzelne Auffrischimpfungen durchzuführen, die schlecht vergütet und organisatorisch aufwendig sind", sagte Gassen. Die Stiko plant nach Angaben ihres Chefs Thomas Mertens zeitnah eine Empfehlung für Auffrischungsimpfungen. (11.09.2021)

Biontech-Impfstoff könnte im Oktober für Kinder in den USA zugelassen werden

Eine Impfung mit dem Vakzin von Pfizer und Biontech gegen Covid-19 für Kinder zwischen fünf und elf Jahren könnte Insidern zufolge im kommenden Monat in den USA genehmigt werden. Die zuständige amerikanische Arzneimittelbehörde FDA könnte bei rechtzeitiger Einreichung aller klinischen Daten die Notzulassung bis Ende Oktober erteilen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. (10.09.2021)

Kreta und Korsika keine Hochrisikogebiete mehr

Die Bundesregierung streicht die bei Urlaubern beliebten Inseln Kreta und Korsika von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. Das gilt von kommenden Sonntag an. Was Frankreich betrifft, bleiben damit nur noch die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur und einige Überseegebiete auf der Liste, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. Griechenland ist mit keinem einzigen Teilgebiet mehr auf der Liste der Hochrisikogebiete vertreten. (10.09.2021)

Schon 39 Corona-Infizierte nach 2-G-Party in Münster

Nach einer Party unter 2-G-Bedingungen in einem Club in Münster ist die Zahl der Corona-Infektionen auf 39 gestiegen. Weitere Ansteckungen seien wahrscheinlich, heißt es von der Stadtverwaltung. Bei den Betroffenen handele es sich hauptsächlich um immunisierte Personen zwischen Anfang und Mitte 20. Sie hätten milde oder gar keine Symptome.

Die Suche nach weiteren möglicherweise betroffenen Kontakten gestalte sich schwierig, da die aktuelle Corona-Schutzverordnung keine Rückverfolgbarkeit von Gästen vorsehe. Die Gäste hatten sich am 3. September bei der Party mit etwa 380 Gästen angesteckt. Die Stadt lobte unterdessen die Clubbetreiber. Das von ihnen bereits Mitte August eingebrachte Hygienekonzept sei vorbildlich. Die Betreiber hätten die vorgeschriebene 3-G-Zugangsvoraussetzung selbständig auf 2 G verschärft, womit ausschließlich Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten sollten. Trotz des Lobs forderte das Gesundheitsamt die Impfnachweise der betroffenen Gäste an. (10.09.2021)

Biontech-Gründer: "Noch bleiben uns als Gesellschaft etwa 60 Tage Zeit"

Özlem Türeci und Uğur Şahin, die Gründer der Firma Biontech, fordern Deutschland dazu auf, in den kommenden Wochen noch möglichst viele unentschiedene Menschen von einer Impfung zu überzeugen. "Noch bleiben uns als Gesellschaft etwa 60 Tage Zeit, um einen harten Winter zu vermeiden", sagte Şahin in einem Interview mit dem Spiegel. "Wir sollten das uns Mögliche tun, in diesen knapp zwei Monaten so viele Menschen wie möglich zu mobilisieren." Alle Ideen sollten willkommen sein. Türeci betonte: "Jeder Geimpfte zusätzlich hilft. Wir sollten nicht resignieren." (10.09.2021)

Stiko empfiehlt Impfung für Schwangere

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Schwangeren und Stillenden eine Impfung gegen Covid-19. Vom zweiten Schwangerschaftsdrittel an sei eine Immunisierung mit einem mRNA-Impfstoff sinnvoll, teilte das Robert-Koch-Institut mit. Sie rief zudem alle noch nicht Geimpften im gebärfähigen Alter auf, sich impfen zu lassen, damit noch vor einer Schwangerschaft ein Schutz vor der Erkrankung besteht.

Die Stiko teilte mit, ihre Empfehlung basiere auf einer systematischen Aufarbeitung der in den vergangenen Wochen verfügbar gewordenen Daten zum Risiko von schweren Covid-19 Verläufen in der Schwangerschaft sowie zur Effektivität und Sicherheit einer Impfung bei Schwangeren und Stillenden.

In der bislang geltenden Impfempfehlung spricht sich die Stiko noch nicht für eine generelle Impfung in der Schwangerschaft aus. Zufällige Impfungen von Schwangeren, etwa wenn diese noch nicht wüssten, dass sie ein Baby erwarten, seien aber "keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch", heißt es.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Auch schwangere und stillende Frauen haben nun eine klare Empfehlung zur Impfung. Das bedeutet nach vielen Monaten mit vielen offenen Fragen nun endlich wissenschaftlich begründete Gewissheit." Er wandte sich mit einem dringenden Appell an schwangere und stillende Frauen: "Fragen Sie Ihren Arzt. Lassen Sie sich impfen. Sie schützen sich und Ihr Kind." Ärzte konnten auch bislang schon Schwangere impfen, die Stiko-Empfehlung schloss aber bisher nur Schwangere mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Corona-Erkrankung oder mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände ein. (10.09.2021)

NRW stellt Entschädigungen für Ungeimpfte in Quarantäne ein

Für Verdienstausfälle bei Quarantäne zahlt Nordrhein-Westfalen demnächst in der Regel keine Entschädigungen mehr an Ungeimpfte. Das Land werde entsprechend dem Infektionsschutzgesetz des Bundes zum 11. Oktober die Regelung für Ungeimpfte auslaufen lassen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Düsseldorf mit. Einen Anspruch hätten jedoch weiterhin Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen Corona impfen lassen könnten. Das gelte auch für Genesene und Geimpfte, die aufgrund von so genannten Impfdurchbrüchen oder Neuerkrankungen in Quarantäne müssten.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte diesen Schritt bereits am Donnerstag im Landtag angekündigt und dabei den Begriff der Lohnfortzahlung genannt. Im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne haben Arbeitnehmer laut Infektionsschutzgesetz Anspruch auf Entschädigung. Im Gesetz stehe aber klar, wenn eine Quarantäne etwa durch Impfen vermieden werden könne, bestehe kein Anspruch, erläuterte Laumann. Die Quarantäne könne nach seiner Auffassung keine gesamtstaatliche Aufgabe auf Dauer bleiben. Nach Ministeriumsangaben wurden in NRW bislang rund 120 Millionen Euro für Entschädigung des Verdienstausfalls in Zusammenhang mit einer behördlich angeordneten Quarantäne ausgegeben. (10.09.2021)

Bisher 31 000 Covid-Erkrankungen in Deutschland trotz Zweifach-Impfung

Bislang sind fast 31 000 Menschen in Deutschland trotz eines vollständigen Impfschutzes an Covid-19 erkrankt. Das geht aus dem jüngsten Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Seit dem 1. Februar seien 30 880 sogenannte Impfdurchbrüche - also symptomatische Corona-Infektionen mindestens zwei Wochen nach vollständiger Impfung - registriert worden. Die Effektivität der Im­pfung bewertet das RKI dennoch als hoch: Sie liege bei Erwachsenen je nach Altersgruppe zwischen 86 und 87 Prozent.

Die unzureichenden Impfquoten unter jüngeren Erwachsenen spiegeln dem RKI zufolge auch auf Deutschlands Intensivstationen wider. Unter den dort betreuten Patienten seien von Mitte August bis Anfang September mehr 18- bis 59-Jährige gewesen als Menschen über 60. Das könne als Effekt der Impfkampagne und der bislang noch unzureichend hohen Quoten bei den 18- bis 59-Jährigen interpretiert werden. Auf den Intensivstationen wächst der Anteil an Covid-Patienten wieder. Derzeit sind es bundesweit knapp 1400 Menschen, ein Anstieg um 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. (09.09.2021)

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