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München heute:Eine Bruchlandung beim EM-Spiel / Der Bahnhofsplatz wird autofrei

Greenpeace Aktion, landet auf dem Stadiondach, vor dem Spiel, Frankreich vs. Deutschland, Gruppenphase, UEFA EURO, EM, E

Vor der Bruchlandung: Statt nur über das Stadion hinwegzuschweben, musste der Greenpeace-Aktivist kurz darauf in der Fröttmaninger Arena landen.

(Foto: imago images/kolbert-press)

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Von Martin Bernstein

Nein, es war gewiss kein "Terror", wie manche Nutzer in den Sozialen Medien sich erregen. Aber eine Aktion ohne Sinn und Verstand ist es allemal, wenn ein Greenpeace-Aktivist mit einem Ultraleichtflugzeug den zur Terrorabwehr gesperrten Luftraum über der Münchner Fußball-Arena durchquert bei dem Versuch, über dem Rasen einen Protestballon abzuwerfen. Wie Millionen an den Fernsehgeräten live verfolgen konnten, ging die Aktion schief. Gewaltig schief. Was heute dazu bekannt geworden ist, zeigt zum einen: Es hätte noch schlimmer kommen können. Der Pilot hätte beim nur im letzten Moment verhinderten Absturz zahlreiche Zuschauer in den Tod reißen können. Zwei Verletzte gab es auch so, schlimm genug. Einer von ihnen war am Mittwoch noch immer im Krankenhaus. Und: Offenbar rettete nur das Greenpeace-Logo den Piloten davor, von Scharfschützen der Polizei unter Feuer genommen zu werden.

Das sollte der Umweltorganisation gewaltig zu denken geben. Mit ihrer lebensgefährlichen Aktion hat sie Menschenleben gefährdet, die von Zuschauern, aber auch die ihres eigenen Unterstützers. Sie hat um des puren Effekts willen eine Flugverbotszone ignoriert und Polizisten unter massiven Entscheidungsdruck gesetzt. Und sie hat mit ihrem Logo anderen, die möglicherweise weit weniger hehre Absichten hegen, gezeigt, wie leicht man in ein Stadion kommt, in dem Tausende Menschen sitzen. Damit diese düsteren Gedanken nicht Wirklichkeit werden, werden künftig die Sicherheitsvorkehrungen noch mehr hochgefahren. Kreisende Hubschrauber inklusive.

Mit halbgaren Entschuldigungen und seit Dienstagabend immer neuen, nachgeschobenen Erklärungen reagiert die Umweltschutzorganisation auf dieses Desaster. Zuletzt behauptete ein Sprecher gegenüber einer Nachrichtenagentur sogar, die Polizei sei kurz vorher informiert worden. Abgesehen davon, dass diese das nicht bestätigen kann: Was wäre durch diesen Versuch, anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben, besser geworden?! Die Hintergründe des spektakulären Zwischenfalls werden Sicherheitsexperten noch lange beschäftigen. Ebenso wie die Erkenntnis, dass es prinzipiell ganz einfach ist, mit einem Gleitschirm in ein Fußballstadion zu fliegen. Dass es lebensgefährlich ist - das ist die einzige Demonstration, die Greenpeace am Dienstag gelungen ist.

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Koks vom Kronzeugen Alexander K. arbeitete früher im Heart am Lenbachplatz. In mindestens 42 Fällen soll er Kokain bei einem Dealer gekauft haben, der nun im Prozess auspackt.

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Schlachthof und Stadt streiten über lange Wartezeiten für Tiere Eigentlich sollte zwischen der Anlieferung und dem Schlachten nicht mehr als eine halbe Stunde liegen, doch zum Teil vergingen mehr als 90 Minuten. Das Zwangsgeld für den Betreiber stieg zuletzt auf 3500 Euro.

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