In einem beispiellosen Massaker tötete Anders Behring Breivik in einem Zeltlager auf der norwegischen Insel Utøya 69 Menschen, die meisten von ihnen Jugendliche. Zuvor hatte der islamfeindliche Rechtsextremist im Regierungsviertel von Oslo eine Bombe gezündet, die acht Menschen das Leben kostete. Am 16. April hat der Prozess gegen den Mann begonnen, der für Norwegen zum nationalen Trauma geworden ist.
"Wir müssen das auf würdige Weise machen": Auch der sechste Prozesstag gegen Anders Behring Breivik offenbart neue Grausamkeiten der Attentate von Oslo und Utøya. Während im Gerichtssaal der Angeklagte seine Taten verherrlicht und seine Opfer verhöhnt, erwächst draußen vor dem "Tinghus" abermals ein Rosenmeer.
Von Johanna Brucknermehr...
Selbst die grausamsten Details schilderte Norwegens Attentäter Anders Behring Breivik bislang ohne erkennbare Emotion. Das Gericht widmet Tag fünf des Prozesses der Gefühlsverfassung des Angeklagten - der deutlich macht, dass er nicht die Absicht hat, seinen emotionalen "Schutzschild" abzulegen.
Von Lena Jakat und Hans Holzhaidermehr...
Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik erläutert vor Gericht viele mögliche Anschlagsszenarien. Dass er schließlich Utøya als Ziel wählte, lag seiner Aussage zufolge an seinem mangelnden Erfolg als Bombenbauer. Nach den Ausführungen zu seinen Plänen für Utøya wird die weitere Vernehmung zum Massaker auf der Insel vertagt.
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Anders Behring Breivik hat bereits in seinem "Manifest" deutlich gemacht, dass er auf maximale Propaganda aus ist. Doch Norwegens Medien wollen ihm während des Prozesses in Oslo keine Bühne bieten. Was soll also aus dem Gerichtssaal nach draußen dringen und was besser nicht? Nach anfänglicher Unsicherheit lässt sich ein Sinneswandel beobachten.
Von Gunnar Herrmann, Oslomehr...
Genervt und beleidigt reagiert der Angeklagte auf unbequeme Nachfragen: An Tag drei des Verfahrens in Oslo soll sich Anders Behring Breivik zu seiner rechtsextremen Radikalisierung erklären. Immer besser gelingt es der Staatsanwaltschaft, den Attentäter zu entlarven - als Einzeltäter, der sich ein menschenverachtendes Weltbild zusammengesponnen hat.
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Etliche Überlebende und Hinterbliebene der Anschläge von Norwegen verfolgen das Verfahren gegen Anders Behring Breivik im Osloer Gerichtssaal. Wie wirkt der Prozess auf sie? Ein Gespräch mit dem Traumatherapeuten Christian Lüdke über wiederkehrende Bilder, Schuldgefühle und Aufarbeitung.
Interview: Lena Jakatmehr...
73 Minuten redet der Angeklagte, gibt quälend lang Einblick in sein menschenverachtendes Weltbild: An seinem ersten Tag im Zeugenstand versucht Anders Behring Breivik, seine Motive für die Morde an 77 Menschen zu erläutern. Er habe Norwegen mit seinen Taten spalten wollen, sagt er. Und nennt al-Qaida als Vorbild für seinen Terror.
Von Gunnar Herrmann, Oslomehr...
Er brüstet sich, "den raffiniertesten und spektakulärsten politischen Angriff in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg" begangen zu haben: Zu Beginn des zweiten Prozesstages in Oslo musste ein Laienrichter ausgetauscht werden, zur Stunde sagt nun Anders Behring Breivik aus. Trotz Ermahnung der Richterin verhöhnt der Angeklagte seine Opfer - und äußert sich bewundernd über das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida.
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Meinung
Schon nach dem ersten Tag im Prozess gegen Anders Behring Breivik wird deutlich, worauf alles hinauslaufen wird: Welches psychiatrische Gutachten hat recht? Das erste, das den Attentäter für schizophren erklärte? Oder das zweite, gegenteilige, das ihm strafrechtliche Zurechnungsfähigkeit bescheinigt? Was wie ein Streit zwischen Psychiatern klingt, weist auf ein Problem der Justiz im Umgang mit Geistesgestörten und seelisch Kranken hin.
Ein Kommentar von Markus C. Schulte von Drachmehr...
Menschen fliegen durch die Luft, Trümmerteile stürzen auf die Straße: Zum Prozessauftakt gegen Anders Behring Breivik führt die Staatsanwaltschaft bisher nicht veröffentlichte Videos des Bombenanschlags in Oslo und Tonaufnahmen vom Massaker auf Utøya vor. Der Angeklagte verfolgt das Geschehen emotionslos - einzig als ein von ihm produziertes Propagandavideo gezeigt wird, weint der Massenmörder.
Tag eins des Verfahrens in der Rückschaumehr...
Man könnte meinen, es gebe eine norwegische Version der US-Anwaltserie "Boston Legal": Die Verteidiger des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik präsentieren sich vor dem Prozess auf Fotos wie amerikanische TV-Stars. Wird hier versucht, aus einer nationalen Tragödie ein Maximum an Publicity herauszuschlagen?
Von Marc Felix Serraomehr...
Es wird die entscheidende Frage des Prozesses sein: Von kommender Woche an muss sich der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik in Oslo vor Gericht verantworten. Er hat die ihm zur Last gelegten Verbrechen bereits gestanden. Im Verfahren wollen seine Verteidiger nun beweisen, dass ihr Mandant nicht im Wahn tötete - sondern genau wusste, was er tat.
Von Gunnar Herrmannmehr...
Der Massenmörder Anders Behring Breivik ist geistig gesund. Das ist das Ergebnis eines neuen rechtspsychiatrischen Gutachtens. In einer ersten Untersuchung war der norwegische Attentäter für nicht zurechnungsfähig erklärt worden. Diese Einschätzung hatte in Norwegen heftige Proteste ausgelöst.
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Er sieht sich als Kämpfer der "Urbevölkerung" gegen islamische Einwanderer: Das menschenverachtende Weltbild von Anders Behring Breivik ist für Rechtspsychiater ein Symptom seiner Geisteskrankheit. Die Anwälte des norwegischen Attentäters wollen im Prozess die Zurechnungsfähigkeit ihres Mandanten beweisen - indem sie islamische Hassprediger aussagen lassen.
Von Gunnar Herrmannmehr...
Über das Internet verkaufte Anders Behring Breivik gefälschte Universitätsdiplome und verdiente damit Hunderttausende Euro. Das kleine Vermögen soll die Mutter des norwegischen Rechtsextremisten für ihn versteckt haben. Ob sie wusste, woher das Geld kam und wofür ihr Sohn es brauchte? Das könnte der in wenigen Tagen beginnende Strafprozess ans Licht bringen.
Von Gunnar Herrmannmehr...
Neun Monate mussten die Anghörigen von Anders Breiviks Opfern darauf warten: Nun hat die norwegische Polizei zum ersten Mal öffentlich Versäumnisse beim Einsatz während der Anschläge eingeräumt . Die Hinterbliebenen reagieren wohlwollend auf diese Demutsgeste.
Von Gunnar Herrmannmehr...
Der Protest gegen einen neuen Laden in Chemnitz war enorm, nicht nur, weil dort Kleidung der bei Rechtsextremen beliebten Marke "Thor Steinar" verkauft wird. Der Name "Brevik" erinnert zu sehr an den Attentäter von Utøya. Nun ist der Schriftzug verschwunden, doch die Chemnitzer wehren sich weiter gegen das Geschäft.
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