In einem beispiellosen Massaker tötete Anders Behring Breivik in einem Zeltlager auf der norwegischen Insel Utøya 69 Menschen, die meisten von ihnen Jugendliche. Zuvor hatte der islamfeindliche Rechtsextremist im Regierungsviertel von Oslo eine Bombe gezündet, die acht Menschen das Leben kostete. Am 16. April hat der Prozess gegen den Mann begonnen, der für Norwegen zum nationalen Trauma geworden ist.
Am Schluss gab es nur zaghaften Applaus, der belegte, dass hier etwas schiefgelaufen ist: Die Deutschtürkin Sascha Soydan verliest in Weimar das Pamphlet des Massenmörders Anders Behring Breivik. Das gelang ihr künstlerisch. Doch wie sollen Zuschauer die Schauspielerin ehren, ohne ihren Part zu billigen?
Von Burkhard Müllermehr...
Das Urteil gegen Anders Behring Breivik ist gesprochen, nun beginnt in Norwegen endgültig die politische Aufarbeitung der Terrorattentate. Premier Stoltenberg muss sich seiner Verantwortung für die Anschläge vom 22. Juli stellen - hinter vorgehaltener Hand soll sogar in der eigenen Partei über seinen Rücktritt diskutiert werden.
Von Gunnar Herrmann, Stockholmmehr...
Meinung
Die norwegische Gerichtsbarkeit hat ihre Schuldigkeit getan. Sie hat beim Prozess gegen Anders Behring Breivik vorbildliche Arbeit geleistet. Doch für die norwegische Gesellschaft darf das Urteil kein Schlusspunkt unter das schlimmste Verbrechen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sein. Sie muss sich nun bitteren Wahrheiten und drängenden Fragen stellen.
Ein Kommentar von Gunnar Herrmann, Oslomehr...
Seine Taten sind monströs, seine Ideologie scheint einem kranken Kopf entsprungen. Doch Anders Behring Breivik, der im vergangenen Juli 77 Menschen ermordet hat, ist nicht psychisch krank. Zu diesem Urteil kommt die Vorsitzende Richterin in Oslo - und distanziert sich klar vom ersten rechtspsychiatrischen Gutachten.
Von Johanna Bruckner und Gunnar Herrmann, Oslomehr...
Anders Behring Breivik ist für den Mord an 77 Menschen verantwortlich. Keine Krankheit, keine Psychose hat ihn zu den Taten getrieben. Zu diesem Urteil ist das Osloer Gericht gekommen. Die Entscheidung mag eine Erleichterung für die Überlebenden und Angehörigen sein. Doch sie zwingt die norwegische Gesellschaft auch zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Täter und seiner Ideologie.
Von Lena Jakatmehr...
Die Norweger reagieren erleichtert auf das Urteil gegen den Attentäter Anders Breivik, erspart es ihnen doch wahrscheinlich einen Revisionsprozess. Auf Twitter dagegen bricht nach der Urteilsverkündung ein Proteststurm los - der aus einem Missverständnis erwächst.
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Es ist das Urteil, das die Überlebenden und Angehörigen der Opfer gefordert hatten: Das Osloer Gericht hat den Attentäter Anders Behring Breivik zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Mit dem Richterspruch ist auch der Streit der Gutachter über den Geisteszustand des Angeklagten entschieden.
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Ist Anders Behring Breivik ein geistig gesunder Mann mit einer menschenverachtenden Ideologie? Oder doch psychisch krank? Professor Harald Merckelbach ist darauf spezialisiert, vor Gericht Simulanten von Kranken zu unterscheiden. Ein Gespräch über die Anfälligkeit von Gutachten.
Interview: Johanna Brucknermehr...
Gruppentherapie und Stecker zusammenschrauben: Auf schuldunfähige Täter, die im Maßregelvollzug untergebracht werden, wartet ein strukturierter Alltag, erklärt der Münchner Psychologe Norbert Nedopil. Sollte der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik im morgigen Urteilsspruch für geisteskrank erklärt werden, kommt auch er in eine psychiatrische Klinik. Für ihn selbst wäre das "schlimmer als der Tod".
Von Vanessa Steinmetzmehr...
Bereits Jahre vor dem 22. Juli 2011 begann Anders Behring Breivik mit der Planung der Anschläge von Oslo und Utøya. In seiner selbstgewählten Isolation wurde aus Breivik der Mann, der 77 Menschen kaltblütig ermordete.
Ein interaktiver Zeitstrahl.mehr...
Er hortete Waffen und Munition und soll in E-Mails den Namen von Anders Breivik benutzt haben: Die tschechische Polizei hat einen Mann verhaftet, der ähnliches geplant haben soll wie der Attentäter von Norwegen. Bei seiner Festnahme trug er einen Fernzünder bei sich.
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"Zu langsam und unorganisiert": Ein Jahr nach den Anschlägen von Oslo und Utøya zieht Norwegens Polizeichef Mæland die Konsequenzen aus dem Fazit einer Untersuchungskommission. Der Vertrauensverlust mache es "unmöglich, seine Arbeit fortzusetzen".
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Nach einem Bombenalarm im Zentrum von Oslo hat die Polizei wieder Entwarnung gegeben. Der verdächtige Gegenstand hatte sich als harmlos erwiesen. Der Zwischenfall geht offenbar auf die Schusseligkeit von Mitarbeitern der US-Botschaft zurück.
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Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg will sein Versprechen nach den Terroranschlägen vom 22. Juli 2011 eingelöst haben: Mehr Offenheit und Demokratie. Der Sozialdemokrat erklärt, warum er gegen Verbote ist - und was er bei einem privaten Besuch auf Utøya empfand.
Von Gunnar Herrmann, Stockholmmehr...
Getroffen, aber nicht gebrochen: Norwegen gedenkt am ersten Jahrestag der Anschläge von Oslo und Utøya der 77 Toten. In der Hauptstadt spricht Ministerpräsident Jens Stoltenberg über das Leid der Angehörigen und appelliert an die Lebensfreude seiner Landsleute. Die Überlebenden kehren an den Ort des Schreckens zurück.
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Fragwürdiger Sieg für die "Freiheit der Kunst": Der dänische Dramaturg Christian Lollike bringt das Manifest von Anders Behring Breivik als Monolog auf die Bühne. Es soll angeblich hell werden in den Köpfen des Publikums, doch in Wahrheit will hier einer die Sensationslust befriedigen.
Von Thomas Steinfeldmehr...
Vor einem Jahr tötete der Attentäter Anders Breivik 77 Menschen. Seitdem kämpft ganz Norwegen mit sich und seinen Gefühlen: Wohin mit dem Hass? Mit der Trauer? Eine Reise zu den Menschen, deren Leben am 22. Juli 2011 ein anderes wurde.
Von Christoph Cadenbachmehr...SZ-Magazin
Seine Selbstdarstellung hat ein Ende, zumindest vorerst: Anders Behring Breivik wird von den Bildflächen der Öffentlichkeit verschwinden. Ob in eine Psychiatrie oder ins Gefängnis, darüber muss das Gericht entscheiden. Sein letzter Auftritt vor Gericht zumindest ließ erneut Zweifel an seiner geistigen Gesundheit aufkommen.
Von Lena Jakat und Gunnar Herrmann, Oslomehr...
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