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Ideen für den Resturlaub:Dresden

Eigentlich ist die Dresdner Altstadt schnell zu erkunden: Die Frauenkirche ist nur einen Fußmarsch von Zwinger und Semperoper entfernt, dann schlendert man an der Hofkirche vorüber und an der Elbe entlang zur Brühlschen Terrasse und entscheidet dort, ob man nach Süden am Albertinum vorbei bis zur Kreuzkirche spaziert, oder sich schon östlich auf den Elbwiesen ein wenig naherholt.

Sonnenuntergang über der Elbe

Dresdens Skyline (von links): Frauenkirche, Kunstakademie, Schloss, Hofkirche und Semperoper.

(Foto: dpa)

Aber: So schnell geht es doch nicht, denn der wahre Reichtum wartet in den barocken Gebäuden - und es sind so viele Schätze, dass sie an einem Tag gar nicht zu erfassen sind. Das wohl bekannteste Werk in der an berühmten Bildern wahrlich nicht armen Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger ist zum einen Raffaels Sixtinische Madonna - eines der wenigen Kunstwerke, dessen Hauptmotiv von Randfiguren weltweit in den Schatten gestellt wurde: Die beiden Engel unter den Füßen der Madonna verbinden große Kunst mit noch größerem Kommerz. Zum anderen wurde das Werk des venezianischen Malers Bernardo Bellotto, bekannt als Canaletto, zum prägenden Stadtbild: "Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke".

Heute haben Besucher noch immer von der Brücke und der anderen Seite der Elbe einen beeindruckenden Blick auf die barocke Skyline, die seit 2005 die Kuppel der im Krieg zerstörten Frauenkirche wieder vervollständigt.

Wer sich von so viel Pracht erholen muss, macht einen Abstecher in das Gründerzeit- und Kneipenviertel in der Äußeren Neustadt - oder hebt sich das für den Abend auf und steigt in ein Dampfschiff, um "Elbflorenz" vom Fluss aus zu entdecken. Eine schöne Tour ist zum "Blauen Wunder", was viel schöner klingt als Loschwitzer Brücke; dort steigen die Besucher aus und fahren mit der Standseilbahn hinauf zum Luisenhof, von der Café-Terrasse bietet sich einer der schönsten Ausblicke auf Dresden und das Elbtal.

Zurück in der Altstadt, haben die Reisenden den Kopf wieder frei für noch mehr Kultur: Im Albertinum ist unter anderem die Galerie Neue Meister untergebracht, in der nicht nur Werke von Gerhard Richter und Baselitz gezeigt werden, sondern auch von Caspar David Friedrich. Der Romantiker gibt einen Ausblick darauf, was die Wanderer im nahen Elbsandsteingebirge erwartet.

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Dieses ist nur etwa 30 Kilometer von Dresden entfernt, so dass man mit Auto oder Bahn, mit dem Bus oder dem Schiff nicht lange fahren muss, um in der Sächsischen Schweiz zu wandern, zu radeln oder zu klettern - und das alles mit Blick ins Elbtal, auf Schlösser und Burgen.

Ein Klassiker ist die Wanderung zu den Schrammsteinen, die auch unter Kletterern beliebt sind. Aber natürlich bietet sich nach dem Vorgeschmack in Dresden der Malerweg an: Am Aussichtspunkt nahe Rathen soll Caspar David Friedrich einst gestanden haben, um vor dem Neurathener Felsentor die Skizze zum Ölgemälde "Felsenlandschaft im Elbsandsteingebirge" zu zeichnen. Die dafür störende Basteibrücke ließ der Romantiker übrigens weg, diese künstlerische Freiheit nahm er sich.

Alle Wanderrouten finden Sie hier, weitere Anregungen für Stadtspaziergänge in Dresden hier.

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