Hundefreundliche Badestellen Hundstage am See

Vierbeiner dürfen an die meisten Badestellen im Fünfseenland nicht, oder nur angeleint mitgenommen werden. Doch es gibt wenige Ausnahmen.

Von Carolin Fries

Golden Retriever "Mali" liebt das Wasser.

(Foto: Georgine Treybal)

Nicht nur der Mensch, auch der Hund liebt es bisweilen, sich bei sommerlich heißen Temperaturen im See zu erfrischen. Nicht immer klappt das reibungslos, weshalb für die meisten Seezugänge klare Regelungen gelten. Wo dürfen die Vierbeiner im Fünfseenland ins Wasser, wo darf man sie mit auf die Liegewiese nehmen und wo sind Hund während der Badesaison ausdrücklich verboten? Die Starnberger SZ gibt einen Überblick.

Starnberger See

In der Kreisstadt schlägt das Thema hohe Wellen. Aktuell dürfen die Vierbeiner im Sommer nicht in den Schlossgarten, nicht auf das Badegelände "Steininger Grund" sowie an alle anderen öffentlichen Badegelände mitgenommen werden. Im Stadtrat wurde obendrein ein Hundeverbot für den neu eröffneten Bürgerpark diskutiert, dort dürfen sie aber weiterhin angeleint mit - ebenso wie an die Seepromenade und das Kneipp-Gelände am Mühlberg-Schlößl. Hundebesitzer fordern indes eine Hundespielwiese mit Bademöglichkeit für die Vierbeiner, eine Petition im Internet fand 977 Unterstützer. Auch Cathrin Dierks, Pächterin vom Steg 1 in Possenhofen hielte ausgewiesene Hundestrände am See für eine gute Idee. Sie freut sich über jeden Vierbeiner, der zu ihr kommt, wenngleich diese auf der Wiese an die Leine müssen. Auch im Tutzinger Nordbad können die Vierbeiner angeleint zumindest mit ins Restaurant genommen werden, die Liegewiese ist allerdings tabu. Gleiches gilt für das Südbad sowie für die "Seestubn" in Percha. Im Strandbad Feldafing sind Hunde auf der oberen Terrasse erlaubt - die untere Terrasse und die Wiese sind den Zweibeinern vorbehalten. An der "Bar&Kitchen" in Sankt Heinrich sind Hunde erlaubt, allerdings nur angeleint und nicht im Wasser. "Das geht nicht wegen der Kleinkinder", sagt Wirt Christopher Rübcke. Im "Kleinen Seehaus" in Sankt Heinrich dürfen Hunde zwar mit ins Restaurant, nicht aber in den Badebereich und zur Beach-Bar. Beim "Fischmeister" in Ambach, der ein kleines privates Badegrundstück hat, sollen die Hunde ebenfalls grundsätzlich angeleint sein. Wirt Thomas Hausmann hat aber kein Problem damit, wenn ein Hund eine Runde schwimmt - vorausgesetzt, es stört nicht die anderen Gäste. Im Strandbad Hubl in Bernried sind Hunde nicht erwünscht, wie Besitzerin Waltraud Hubl sagt: "Es passt hygienisch nicht zusammen." Auch ins Strandbad Galloth nach Leoni dürfen Hunde nicht mitgebracht werden.

"Mali" darf aber nur noch zum Fototermin mit Frauchen Miriam Pavic in Eching in den Ammersee.

(Foto: Georgine Treybal)

Weßlinger See

Während der Badesaison müssen Hunde auf den öffentlichen Wegen rund um den See angeleint werden, ins Wasser dürfen sie nicht. Die gemeindliche Badeanlage ist für Hunde komplett tabu. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert stundenweise, ob die Satzung der Gemeinde eingehalten wird. Regelmäßig werden dabei Hundehalter ermahnt.

Ammersee

Im Erholungsgebiet Wartaweil und Rieder Wald sind Hunde während der Badesaison (bis zum 15. September) nicht zugelassen, auch nicht an der Leine. Ins Strandbad Forster in Schondorf aber darf man sie angeleint mitnehmen, wie Betreiber Anton Ernst sagt. Vorausgesetzt, sämtliche Hinterlassenschaften werden beseitigt. Und beim Bootseinlass, nur knapp 60 Meter von der Liegewiese entfernt, dürften die Vierbeiner auch im See baden. Ernst hat selbst einen Hund, den Griffon "Lido", der das Wasser liebt. Ein bis drei Hunde seien meist da, sagt Ernst - und deshalb keine Gänse, die ihm die ganze Wiese verdrecken. "Die Hundehalter kann ich fassen, die Gänse nicht", sagt er. Beim "Froschgartl" in Wartaweil sind Hunde ebenfalls willkommen, wenn auch nur angeleint. Nur etwa zehn Meter von der Badeweise entfernt gibt es aber einen Platz, an dem die Tiere ins Wasser können, wie die Kiosk-Pächterin erzählt. Eine Regelung, die von den Gästen mehrheitlich akzeptiert würde. Im Strandbad Utting dürfen Hunde angeleint lediglich mit in den Biergarten, die Wiese ist tabu. Auch in Eching sind Hunde auf der Wiese verboten, wenn auch erst seit vergangenen Sommer. "Im Internet war von einer Hundewiese die Rede, worauf rücksichtslose Hundehalter beharrten", erzählt Strandhaus-Pächterin Miriam Pavic. Sie fände es schön, wenn die Tiere zumindest an der Leine wieder mitgebracht werden dürften. "Wir haben selber einen Hund, der jetzt tagsüber bei der Schwiegermutter bleiben muss." Der Golden Retriever "Mali" sei sogar auf einem SUP im Wasser unterwegs gewesen, "viele Gäste vermissen ihn". Vielleicht darf er bald wieder mit: betrübte Gäste und Anwohner sammeln derzeit Unterschriften, um das Landratsamt zu überzeugen, das strikte Hundeverbot zu lockern. Am Badegelände Stegen in Inning sind Hunde angeleint auf den Wegen erlaubt - woran sich viele Hundebesitzer nicht halten. "Es gibt sehr viel Ärger mit den Hundehaltern", heißt es aus der Gemeindeverwaltung. Erstmals kontrolliert in diesem Sommer ein Sicherheitsdienst am See, innerhalb von zwei Stunden führe dieser zehn bis 15 Gespräche mit teilweise uneinsichtigen Hundehaltern. In der Verwaltung steht man hinter dem Leinenzwang. "Wer mit seinem Hund ein Stück weiter am See entlang geht in Richtung Herrsching, kann ihn dort überall frei laufen lassen", sagt ein Mitarbeiter. Im Strandbad Seewinkel in Herrsching sind Hunde nicht erlaubt, auch nicht angeleint. Im Strandbad Riederau in Dießen und in Sankt Alban dürfen sie angeleint auf die Terrasse, nicht aber auf die Liegewiese und in den Uferbereich. In Riederau am Dampfersteg aber, nur wenige Meter vom Strandbad entfernt, können sich die Vierbeiner im See erfrischen, ohne dass Frauchen oder Herrchen mit Ärger rechnen müssen.

Griffon "Lido" von Anton Ernst aus Schondorf hat die Möglichkeit, ein paar Meter von der Liegeweise des Cafés entfernt, seine Gummi-Ente aus dem Wasser apportieren zu lassen.

(Foto: Georgine Treybal)

Pilsensee

Saskia Römer, Pächterin des Strandbads in Hechendorf, hat selbst drei Hunde. Sie bedauert es deshalb, dass die Gemeinde Seefeld auf dem von der katholischen Kirche gepachteten Grund keine Hunde zulässt. Lediglich bei ihr auf die Terrasse können die Vierbeiner mitgebracht werden. Der komplette östliche Uferbereich ist als Erholungsgebiet des Landkreises für Hunde während der Badesaison tabu. Auf den Campingplatz darf man Hunde zwar angeleint mitnehmen, am Strand sind sie dort aber nicht erlaubt. Dennoch würden es immer mehr Vierbeiner, sagen die Betreiber.

Wörthsee

Der Bereich Oberndorf ist als Erholungsgebiet für Hunde bis zum 15. September gesperrt. Im Strandbad Fleischmann sind Hunde angeleint im Lokal und auf der Terrasse erlaubt, baden dürfen sie aber nicht. Ebenso verhält sich im Strandbad Raabe und an der "Rossschwemme" - problemlos, wie Kiosk-Pächter Valentin Girstenbrey sagt. "Es gab noch nie Beschwerden", sagt er.