München heute:Frauen und Finanzen / Ermittlungen in obskurer Plagiatsaffäre

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München heute: Mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet: Helma Sick, Finanzexpertin für Frauen, Betriebswirtin, Feministin und Sachbuchautorin.

Mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet: Helma Sick, Finanzexpertin für Frauen, Betriebswirtin, Feministin und Sachbuchautorin.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Martina Scherf

Ein Gespräch mit Helma Sick über Geld ist in Wirklichkeit ein Gespräch über Frauen. Mehr als 30 Jahre lang hat die Münchnerin Frauen in Finanzfragen beraten. Sie war eine Pionierin auf diesem Gebiet. Und auch heute noch, mit 80 Jahren, ist sie in ihrem Unternehmen "frau&geld" aktiv, wenn es auch inzwischen ihre Nichte leitet. Sick hält Vorträge und spricht Podcasts, schreibt Kolumnen und Bücher zum Thema. Und sie rechnet Frauen, die zum Wohl der Familie jahrelang in Teilzeit arbeiten, ihre Rentenlücke vor. "Ich las kürzlich, dass Paare mehr über Sex reden als über Geld. Dabei wird in einer Partnerschaft doch ständig über Geld entschieden." Vielleicht ist das Thema eben unromantisch? "Lieber unromantisch, als arm", sagt sie.

Dass Helma Sick in der Finanzberatung für Frauen ihr Lebensthema fand, hat viel mit ihrer Familiengeschichte zu tun. Aufgewachsen in einem Dorf im Bayerischen Wald war ihre Kindheit geprägt von einer verbitterten Mutter, die ohne eigenes Geld in einer Ehe ohne Liebe gefangen war. In der Tochter reifte irgendwann eine "unbändige Wut" heran, wie sie erzählt. Über die Mutter, aber vor allem auch über die Schicksale der Frauen, für die Ehe, Haushalt und Kinder die einzige Option war. Sie beschloss, andere Wege zu gehen - und half dann anderen Frauen dabei, den ihren zu finden. Wie das alles vor sich ging, hat sie meiner Kollegin Kirsten Wolf erzählt (SZ Plus).

Dass sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges zum Positiven verändert hat, dass Frauen, die heute in Rente gehen, durchschnittlich 37 Versicherungsjahre nachweisen können, weit mehr als noch zur Jahrtausendwende, das ist ein bisschen auch Sicks Verdienst. Trotzdem bleibe noch viel zu tun, meint die Expertin: "Das Ehegattensplitting muss endlich weg, das ist 50er-Jahre-Mief!" Sie selbst wohnt inzwischen mit Mischlingshündin Milli im Augustinum. Sie hat finanziell vorgesorgt. Und kann selbst entscheiden, wie sie ihr Alter gestalten will.

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