München heute:Erstes Urteil nach "Soko Nightlife"-Ermittlungen / Eine Münchner Familie flüchtet aus Kabul

A group of women wearing burqas crosses the street as members of the Taliban drive past

Eine Straßenszene aus Kabul. Von hier ist die Familie geflohen.

(Foto: JORGE SILVA/REUTERS)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Bernd Kastner

Da sind sie also, die Shalizis. Sie machen die Türe auf, es folgt ein großes Hallo, der Besucher blickt in lachende Gesichter. Wie ein Wiedersehen fühlt es sich an, mit den Eltern, mit den vier Kindern. Dabei ist es eigentlich erst ein Kennenlernen.

Bisher war da allein die Stimme von Jamal Shalizi, dem 19-jährigen Sohn. Aus Kabul kam die Stimme, es war Ende August. Die Telefonverbindung war in Ordnung, er war gut zu verstehen mitten im Chaos der afghanischen Hauptstadt. Zwei Wochen zuvor hatten die Taliban Kabul eingenommen, und die Shalizis, die nach vielen Jahren einfach nur die Oma besuchen wollten, saßen fest. Jamal Shalizi erzählte präzise, aber seiner Stimme war die Anspannung anzuhören. Die Taliban hatten da schon nach den Deutschen gesucht. Shalizi ist nicht der richtige Name der Familie, wir haben den Namen in der SZ verändert, um ihre Verwandten in Afghanistan nicht zu gefährden.

Jetzt also sind sie wieder in München, und gleich werden sie sich alle im Wohnzimmer versammeln, auch ihre Münchner Freundin, die ihnen so sehr geholfen hat. Sie erzählen. Wie sie es doch noch geschafft haben, wie ihre zweite Flucht verlief, und wie die Familie am Kabuler Flughafen kurz vor dem Gate getrennt wurde. Der Vater blieb zunächst zurück, ein Schock.

Ich habe die Familie in München besucht, auch der Vater sitzt bei dem Treffen auf einem der Stühle am Esstisch. Er hat es nach Deutschland geschafft, aber er wirkt erschöpft und krank. Wegen seiner Schwestern. Sie sind jung, um die 20, und sie durften nicht mitreisen. Der Vater ist in Gedanken immer bei ihnen, die Sorgen lasten schwer auf ihm. Sie drücken die Freude der ganzen Familie darüber, dass sie es zurück nach München geschafft haben.

Was mir die Familie Shalizi erzählt hat, können Sie hier lesen (SZ Plus).

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