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"Maischberger" zu den Koalitionsverhandlungen:"Die CDU hat es nicht so mit putschen"

Mag sein. Von den dreien ist aber derzeit nur Seehofer auf Abruf. Er wird das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten bald an Markus Söder übergeben. Kommt die Groko, bleibt Merkel Kanzlerin. Und Schulz, na ja, irgendwas wird er schon werden. Aber wenn die Groko scheitert, wird Merkel dann in einer möglichen Neuwahl überhaupt antreten? Darüber will Schwennicke nicht spekulieren. Nur so viel: "Die CDU hat es nicht so mit putschen."

Wer geglaubt hat, die Sendung ("Der GroKo-Poker: Letzte Chance für Merkel & Co?") werde zu einer detaillierten Bestandsaufnahme des Führungspersonals, geht an diesem Abend enttäuscht zu Bett. Über Merkel wird kaum, über CSU-Chef Horst Seehofer gar nicht gesprochen.

Gauland sagt, was er immer sagt

Dafür um so mehr über den SPD-Vorsitzenden Schulz. Der habe zunächst Mut gehabt, sagt Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht. Dann aber sei Schulz nach dessen anfänglicher Kritik an der Agenda-Politik eingeknickt. Eine "Montagsproduktion" sei Schulz' GroKo-Absage am Tag nach dem Jamaika-Aus gewesen, sagt sogar SPD-Mann Stegner. Andererseits sei klar, wer von Neuwahlen profitiere. "Der Herr da drüben."

Da grinst der Herr da drüben, Alexander Gauland. Ansonsten sagt er Dinge, die er in zig Variationen immer wieder von sich gegeben hat. Die CDU? Sei "inhaltlich entleert, weitgehend verdorben im Moment". Der Umgang mit der AfD im Bundestag? Nicht nachvollziehbar, Ausgrenzung. Und auch zur CSU fällt Gauland ein Satz ein: "Wir sind der Stachel im Fleisch der CSU, das wird Herr Herrmann natürlich niemals zugeben."

Mehr schlechte Laune in einer Talkshow geht eigentlich nicht

Dann geht es noch um eine mögliche linke Sammlungsbewegung, wie Wagenknecht sie gerne sähe (Tenor: kommt eher nicht). Um die drei umstrittenen und inzwischen gewählten AfD-Kandidaten für Ausschuss-Chefposten im Bundestag (Tenor: mussten wohl schweren Herzens mitgetragen werden). Und um die Frage, ob sich Ralf Stegner von einem der drei AfD-Männer eine "Hackfresse" nennen lassen muss (Tenor: nein).

Gauland, Wagenknecht, Stegner - mehr schlechte Laune in einer Talkshow geht eigentlich nicht. Andererseits: Viel mehr als in dieser Sendung gibt es über die Bundespolitik derzeit schlicht nicht zu reden. Vielleicht aber behält Bettina Gaus recht und die Suche nach einer Regierung erfährt bald die nächste Wendung. Im Ohr bleibt jedenfalls folgender Satz von SPD-Unterhändler Stegner: "Es ist schwierig, Dinge zusammenzubringen, die nicht zusammengehören."

© SZ.de/kler
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