Coronavirus-Newsblog für Bayern:Newsblog vom 14.8. bis zum 6.9.2021

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Alle Corona-Meldungen aus Bayern vom vom 14.8. bis zum 6.9.2021.

Söder verteidigt gelockerte Quarantäne-Regeln an Bayerns Schulen

Montag, 6. September, 15.27 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder hat die in Bayern bereits geltenden Lockerungen bei den Quarantäne-Regeln an Schulen bei nachgewiesenen Corona-Infektionen verteidigt. "Es ist falsch, ganze Klassen 14 Tage in Quarantäne zu schicken, maximal fünf, maximal das Umfeld", sagte der CSU-Chef am Montag in seiner Rede beim politischen Frühschoppen auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. Bei bestimmten Maßnahmen könne die Quarantäne sogar ganz entfallen, etwa wenn es in der betroffenen Klasse Luftreiniger gebe und alle Schüler eine Woche lang täglich getestet würden."Ich will keinen Lockdown für Wirtschaft und Gesellschaft. Ich will aber auch keinen Lockdown in der Schule durch die Hintertür. Liebe Freunde, jetzt müssen wir uns Mühe geben", sagte Söder. Bayern habe mit seiner neusten Corona-Verordnung "einen Standard gesetzt".

Söder appellierte erneut an eine hohe Impfbereitschaft und verwies auf die Vorteile für Geimpfte - sowohl zum eigenen Gesundheitsschutz als auch für den Kampf gegen die Pandemie. So müssten etwa geimpfte Schüler nicht mehr getestet werden. "Wir wollen keinen Impfzwang, ich sage das ausdrücklich. Keinen durch die Hintertür, durch die Vordertür oder durch die Drehtür. Völlig wurscht." Wer sich aber nicht impfen lassen wolle, der müsse auch die Entscheidung tragen.

Inzidenz steigt zu Wochenbeginn

Montag, 6. September, 7.15 Uhr: Der Inzidenzwert in Bayern ist auf 77,4 gestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von Montag gibt es 918 neue Fälle im Freistaat. Die Stadt Rosenheim liegt weiterhin über der 200er-Marke und weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 206,0 aus. Danach folgen die Städte Augsburg (162,9) und Kaufbeuren (161,2). Den niedrigsten Wert meldet der Landkreis Bayreuth mit 7,7. Die Landeshauptstadt München weist am Freitag einen Wert von 62,4 aus. Die Corona-Ampel, die die Belastug der bayerischen Krankenhäuser durch Covid-Patienten anzeigt, steht auf Grün.

Krankenhausampel grün, Inzidenz hoch

Sonntag, 5. September, 8.15 Uhr: Sie Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern steigt weiter stetig an: 75,9 meldet das Robert-Koch-Institut am Sonntag. Der Wert ist weiterhin ein Indikator, wie sehr sich Infektionen mit dem Coronavirus ausbreiten, Auswirkungen auf Maßnahmen und somit den Alltag der meisten Menschen hat er nicht mehr. Darüber entscheidet seit Freitag die Krankenhausampel in Bayern, sie gibt an, wie es um die Bettenbelegung in Kliniken steht - und da ist die Lage vergleichsweise entspannt, die Ampel steht auf Grün. Der jeweils tagesaktuelle Wert findet sich auf der Seite des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Dort wird seit einigen Tagen auch eine Unterscheidung beim Inzidenzwert gemacht - in Geimpfte und Ungeimpfte. Demnach liegt der Wert beim ungeimpften Teil der Bevölkerung derzeit bei 158,75, bei Menschen mit vollständiger Corona-Impfung hingegen nur bei 11,27. Was das aussagt? Dass es zwar auch trotz Impfung noch zu einer Ansteckung mit dem Virus kommen kann - allerdings deutlich seltener. Und, das wiederum macht sich bei der Krankehausampel bemerkbar, deutlich seltener landen vollständig Geimpfte mit Corona-Infektion im Krankenhaus.

Inzidenz erneut leicht gestiegen

Samstag, 4. September, 11.30 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist erneut leicht gestiegen. Der Wert lag am Samstag bei 75,0, am Freitag hatte er noch 73,8 betragen. Bayerischer Spitzenreiter bleibt die Stadt Rosenheim mit einem Wert von 224,9.

Geimpfte Schüler müssen für den Unterricht nicht mehr getestet werden

Freitag, 3. September, 17.40 Uhr: Geimpfte Kinder und Jugendliche müssen nicht mehr zum Corona-Test in der Schule. "Wer vollständig geimpft ist, muss sich nicht mehr in der Schule testen lassen und in der Regel auch nicht mehr in Quarantäne bei engem Kontakt mit infizierten Mitschülern oder Freunden", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit Ärztevertretern in München.

Er rief alle über Zwölfjährigen zur Impfung vor dem Ferienende auf. "Es gibt noch genug Zeit, um erstgeimpft in die erste Schulwoche zu starten. Damit kann auch das Ansteckungsrisiko für die Mitschülerinnen und Mitschüler gesenkt werden."

Die Infektionszahlen unter Kindern würden derzeit steigen, so Holetschek laut Mitteilung. Ende August lagen die Inzidenzen in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei rund 130 und bei der Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen bei rund 192. Derzeit seien in Bayern 29,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen erst- und 21,9 Prozent zweitgeimpft.

Markus Beier, der Landesvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, sagte: "Leider steigen aktuell die Infektionszahlen und die Krankenhauseinweisungen bei Ungeimpften und auch bei jungen Menschen wieder deutlich an. Auch Kinder und Jugendliche können am besten durch eine Impfung geschützt werden."

Dominik Ewald, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, betonte, dass Kinder weniger schwer an Corona erkrankten und auch selten ins Krankenhaus kämen. "Alle Daten deuten darauf hin, dass die zugelassenen Impfstoffe auch für die Jugendlichen unbedenklich sind."

Was jetzt für Chöre, Orchester und Theatergruppen gilt

Freitag, 3. September, 12.10 Uhr: Mit den neuen Corona-Regeln für Bayern sind auch die Vorschriften für Chöre, Orchester und Theatergruppen deutlich gelockert worden. Bei Proben von Laien-Kulturensembles gilt seit Donnerstag generell kein Mindestabstand mehr. Auch der bisherige spezielle und höhere Mindestabstand für Blasinstrumente ist gestrichen worden, wie das Gesundheitsministerium bestätigte. "Derzeit werden die entsprechenden Rahmenkonzepte auf die neue Rechtslage hin aktualisiert."

Allerdings gilt für Proben generell die 3-G-Regel, wenn die Inzidenz vor Ort bei mehr als 35 liegt. Das heißt: Es dürfen nur Geimpfte, Genesene oder negativ auf Corona getestete Personen teilnehmen. Die einzige Ausnahme sind Proben in privaten Wohnungen oder Wohnhäusern, also etwa wenn sich ein Streichquartett bei einem der Mitglieder zu Hause trifft.

Nicht ganz eindeutig sind die Regeln zur Maskenpflicht: Sie entfällt in privaten Räumen, in allen anderen gilt sie, sofern man keinen Mindestabstand einhält. Man darf die Maske aber abnehmen, wenn sie "zu einer Beeinträchtigung der künstlerischen Darbietung führt oder das aktive Musizieren eine Maskenpflicht nicht zulässt", wie das Ministerium mitteilt. Das trifft mit Sicherheit auf Blasinstrumente zu, vermutlich auch auf Chorsänger - ob aber auch auf Kontrabassistinnen oder E-Gitarristen, ist Auslegungssache.

Inzidenz in Bayern steigt auf 73,8

Freitag, 3. September, 6.53 Uhr: Nach mehreren Tagen, an denen die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat gesunken ist, geht der Wert nun wieder nach oben. Am Freitag liegt sie bei 73,8. Am Donnerstag stand sie nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 64,6. Die Stadt Rosenheim ist wieder über der 200er-Marke gesprungen und weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 215,4 aus. Danach folgen die Städte Schweinfurt (172,5) und Memmingen (151,0) sowie der Kreis Kelheim (142,6). Insgesamt liegen nur noch 14 der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte unter der 35er-Marke, weitere 16 unter der 50er-Marke. Die Landeshauptstadt München weist am Freitag einen Wert von 70,0 aus, der Wert für die gesamte Bundesrepublik liegt bei 80,2. Die Corona-Ampel, die die Belastug der bayerischen Krankenhäuser durch Covid-Patienten anzeigt, steht auf Grün.

Neue Corona-Regeln: Seilbahnverband kritisiert Kontrollpflicht

Donnerstag, 2. September, 16.45 Uhr: In Seilbahnen in Bayern gilt ab einer Inzidenz von 35 nun die 3G-Regel - Gäste müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Der Verband Deutscher Seilbahnen (VDS) kritisiert die damit verbundene Kontrollpflicht für die Betreiber und fordert laut Mitteilung vom Donnerstag eine Gleichstellung mit dem Öffentlichen Nahverkehr. Präsident Matthias Stauch zufolge müsste auf die Eigenverantwortung der Gäste gesetzt werden.

Es sei ungeklärt, wie die Kontrollen personell und organisatorisch umgesetzt werden sollen. "Abgesehen von den Kosten für einen erhöhten Personalaufwand wird sich durch die Kontrollen die Wartezeit an den Kassen erhöhen und es werden sich größere Menschengruppen bilden", warnte der Verband. Dies sei nicht nur infektiologisch bedenklich, sondern belaste auch die Gäste. Das Infektionsrisiko in Seilbahnen sei gering, weil sich die Besucher weitgehend im Freien aufhielten und die Kabinen durchlüftet seien.

Auch Freie Wähler wollen "Freedom Day" - CSU kontert: Impfen lassen

Donnerstag, 2. September, 16.32 Uhr: Nach der FDP fordern nun auch die Freien Wähler einen "Freedom Day", und zwar bundesweit: Ab einem solchen Stichtag sollten die staatlichen Corona-Vorschriften in Deutschland enden. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger schlug dafür am Donnerstag ganz konkret den 11. Oktober vor - da ab diesem Datum auch die Corona-Tests nicht mehr für alle von der öffentlichen Hand bezahlt werden.

"Der neu gewählte Bundestag muss in seiner ersten Sitzung den "Freedom Day" noch im Oktober verkünden", verlangte Aiwanger. "Wenn wir die Lage weiterhin im Griff haben, die Krankenhäuser nicht überlastet sind, darf der Bund die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht weiter aufrechthalten", argumentierte er. Als "Notbremse" könne jederzeit die 3G-Regel reaktiviert werden - mit Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Die CSU konterte umgehend. Vize-Generalsekretär Florian Hahn schrieb auf Twitter: "Wenn @HubertAiwanger einen #Freiheitstag fordert, kann ich nur sagen: den gibt es bereits! Und zwar ganz individuell für jeden mit der eigenen Impfung!" Aiwanger hatte es in den vergangenen Monaten wiederholt abgelehnt, sich selbst impfen zu lassen.

Keine Testpflicht für Sechsjährige, die noch nicht zur Schule gehen

Donnerstag, 2. September, 12.18 Uhr: Von der Testpflicht im Rahmen der neuen 3-G-Regel sind nun doch alle Kinder befreit, die noch nicht zur Schule gehen, nicht nur die unter Sechsjährigen. Das geht aus der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung der Staatsregierung hervor, die seit heute gilt und deren Text in der Nacht veröffentlicht wurde. Demnach werden alle "noch nicht eingeschulten Kinder" beispielsweise beim Besuch eines Restaurants oder eines Schwimmbads so behandelt, als wären sie negativ auf Corona getestet worden.

Diese Frage hatte seit Dienstag viele Eltern umgetrieben, da im Kabinettsbeschluss dieser Grenzfall nicht eindeutig geklärt war. Generell gilt seit in Kommunen mit einer Inzidenz von mehr als 35, dass in viele Einrichtungen nur noch darf, wer geimpft, genesen oder negativ auf Corona getestet ist (3G). Von der Testpflicht befreit sind alle unter sechs Jahren, und wer zur Schule geht und dort regelmäßig getestet wird, muss dann im Rahmen von 3G nicht noch einmal einen speziellen Test machen. Was aber ist mit Sechsjährigen, die noch nicht zur Schule gehen? Diese Frage blieb bislang offen. Nun ist klar: Auch sie sind von der Testpflicht befreit. Kinder unter zwölf Jahren können sich nicht gegen Corona impfen lassen, für sie ist bislang kein Präparat zugelassen.

Corona-Drittimpfungen in Bayern gestartet

Donnerstag, 2. September, 8.17 Uhr: In Bayern sind die Corona-Drittimpfungen für bestimmte Gruppen aus Sicht von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erfolgreich angelaufen. "Es gab bereits rund 2900 Auffrischungsimpfungen in Bayern", sagte Holetschek am Donnerstag in München laut einer Mitteilung. Knapp 1960 Menschen wurden demnach bisher in Impfzentren geimpft, etwa 930 in Arztpraxen. Holetschek nannte die Resonanz "sehr erfreulich".

Die Auffrischungsimpfungen, die seit Mitte August angeboten werden, seien zunächst "für die Menschen mit dem größten Corona-Risiko" vor allem in Pflegeheimen gedacht, deren Zweitimpfung mindestens ein halbes Jahr zurückliegt, sagte Holetschek. Man müsse sich aber "zeitnah auch darüber Gedanken machen und entscheiden, ob wir im Rahmen der gesundheitlichen Vorsorge nicht auch allen über 60-Jährigen, die das wollen, eine Auffrischungsimpfung anbieten." Priorität hätten aber weiter Erstimpfungen, Impfstoff sei genügend vorhanden.

Inzidenzwert sinkt erneut

Donnerstag, 2. September, 7.17 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Donnerstag wieder gesunken. Das Robert-Koch-Institut meldet für den gesamten Freistaat einen Wert von 64,6, am Mittwoch lag er bei 69,8. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 76,9. Aktuell weisen zehn Landkreise und kreisfreie Städte eine Inzidenz von mehr als 100 aus, den höchsten Wert hat weiterhin die Stadt Rosenheim mit 191,9, danach folgen die Städte Schweinfurt (131,3) und Kaufbeuren (125,4). Die niedrigste Inzidenz melden die Landkreise Bayreuth (9,6) und Cham (10,9). Nur noch 18 Städte und Kreise liegen unter der 35er-Marke. Die Stadt München weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 60,7 aus, am Mittwoch lag sie noch bei 77,4.

Krankenhausampel in Bayern steht derzeit klar auf Grün

Mittwoch, 1. September, 14.42 Uhr: Die neue bayerische Krankenhausampel, die für eine mögliche Verschärfung von Anti-Corona-Maßnahmen entscheidend ist, steht derzeit klar auf Grün. Auf Gelb würde sie springen, wenn bayernweit binnen sieben Tagen mehr als 1200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung neu in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten. Dieser Wert liegt laut Gesundheitsministerium aktuell bei 232. Auf Rot würde die Ampel schalten, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen - das sind im Moment 169.

Grüne fordern PCR-Tests für Lehrer und Schüler zu Schuljahresbeginn

Mittwoch, 1. September, 12:10 Uhr: Den Grünen geht das Corona-Testkonzept an den bayerischen Schulen zum Schuljahresstart nicht weit genug - sie fordern zu Beginn flächendeckend PCR-Tests für alle Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft und genesen sind. Er frage sich, warum das Schuljahr nicht gut vorbereitet werde, mit einem "richtig guten Testkonzept", sagte Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann am Mittwoch im Landtag in München. PCR-Tests können Corona-Infektionen zuverlässiger nachweisen als Antigen-Schnelltests.

In einem Dringlichkeitsantrag fordern die Grünen genau dies: dass alle Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft oder genesen sind, am ersten Schultag einen negativen PCR-Test-Nachweis mitbringen müssen. "Die Staatsregierung muss sicherstellen, dass genügend Testzentren am Sonntag und Montag geöffnet haben, so dass die Testergebnisse vor Schulbeginn vorliegen", heißt es in dem Antrag. Der erste Schultag nach den Ferien ist Dienstag, der 14. September. Abgesehen davon lobte Hartmann die neue Anti-Corona-Strategie in Bayern. Das sei "nicht mehr und nicht weniger als das Gebot der Stunde", sagte er. Lockerungen seien verfassungsrechtlich geboten.

Söder verteidigt in seiner Regierungserklärung die neue Corona-Strategie

Mittwoch, 1. September, 11:15 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Kurswechsel in der Corona-Politik des Freistaats verteidigt. "Wie schön wäre es zu sagen: 'Jetzt ist alles vorbei.' Doch das ist nicht so", sagte der Ministerpräsident am Mittwochvormittag in seiner Regierungserklärung im Landtag. Die vierte Welle sei da, doch es sei diesmal anders, weil es genug Impfstoff gibt. Nun sei es eine "Welle der Jüngeren und der Ungeimpften." Die Strategie in Bayern ändere sich deswegen: "Mehr Freiheit und mehr Eigenverantwortung, trotzdem Schutz und Sicherheit." Söder sagte: "Wir haben trotzdem eine Firewall gegen Corona."

Das Kabinett hatte die neuen Anti-Corona-Regeln, die bereits an diesem Donnerstag in Kraft treten sollen, am Dienstag beschlossen. Die FFP2-Maskenpflicht, die allgemeinen Kontaktbeschränkungen, aber auch die Sperrstunde in der Gastronomie sowie die Kundenbegrenzungen im Handel entfallen. Wechselunterricht an Schulen soll der Vergangenheit angehören. Für Kultur-, Sportveranstaltungen, Messen und Gottesdienste werden die Regeln gelockert, im Oktober sollen auch Clubs und Diskotheken öffnen dürfen. Dafür gilt in Innenräumen die 3G-Regel - Zugang also nur für geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen. Und: Statt der Sieben-Tage-Inzidenz soll nur die Klinik-Auslastung Anlass für schärfere Anti-Corona-Maßnahmen sein.

Söder warnte in seiner Regierungserklärung vor den Folgen von Long-Covid und schilderte Schicksale von Patienten. Eine Frau, die an Long-Covid leide, habe ihren Zustand so geschildert: "Eben noch war ich kerngesund, nun muss ich eine Brille tragen und bin extrem vergesslich."

Der Ministerpräsident appellierte noch einmal an alle, sich impfen zu lassen. Wären alle geimpft, bräuchte es keine Verordnungen mehr und die Politik könnte sich wieder anderen Dingen zuwenden, sagte er. Eine Impfpflicht werde es aber nicht geben.

Söder griff in seiner Regierungserklärung die Querdenker-Szene scharf an. "Wir lassen uns nicht einschüchtern und bedrohen", sagte er. Demokratische Institutionen dürften nicht angegriffen werden, der Hass und die Drohungen müssten aufhören.

Landtag berät über Corona-Politik

Mittwoch, 1. September, 9:20 Uhr: Der bayerische Landtag berät am Mittwoch (11 Uhr, Livestream bei SZ.de) in einer Sondersitzung über die neue Corona-Politik im Freistaat. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will in einer Regierungserklärung die neuen Regeln erläutern, die das Kabinett am Dienstag beschlossen hat und die bereits an diesem Donnerstag in Kraft treten sollen - darüber soll im Landtag auch abgestimmt werden.

Die FFP2-Maskenpflicht, die allgemeinen Kontaktbeschränkungen, aber auch die Sperrstunde in der Gastronomie sowie die Kundenbegrenzungen im Handel sollen entfallen. Wechselunterricht an Schulen soll der Vergangenheit angehören. Für Kultur-, Sportveranstaltungen, Messen und Gottesdienste werden die Regeln gelockert, im Oktober sollen auch Clubs und Diskotheken öffnen dürfen. Dafür gilt in Innenräumen die 3G-Regel - Zugang also nur für geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen. Und: Statt der Sieben-Tage-Inzidenz soll nur die Klinik-Auslastung Anlass für schärfere Anti-Corona-Maßnahmen sein.

Polizei findet Dutzende gefälschte Impfpässe

Mittwoch, 1. September, 8.58 Uhr: In Bayern sind in den vergangenen Monaten Dutzende gefälschte Impfpässe aufgetaucht. Zwischen April und Ende August wurden nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) rund 50 sogenannte Falsifikate gefunden (Stand 31. August). Dazu zählen Blanko-Impfpässe, gefälschte Corona-Impfaufkleber oder Totalfälschungen.

Dabei handelt es sich allerdings nach Ansicht der Ermittler nur um einen kleinen Teil der Fälschungen, die sich tatsächlich im Umlauf befinden. Sie gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, weil es so einfach sei, Impfnachweise zu fälschen. Nach Angaben eines LKA-Sprechers entdecken Ermittler die meisten Fälschungen, wenn sie auf Plattformen wie Telegram angeboten werden, auf der sich viele Impfgegner und Querdenker tummeln.

Erst am Montag hatte die Polizei bei einer Verkehrskontrolle in der Oberpfalz mehr als zehn mutmaßlich gefälschte Blanko-Impfpässe entdeckt. Drei Männer zwischen 31 und 34 Jahren aus Nordrhein-Westfalen saßen in dem Mietwagen, den Beamte an der Autobahn 6 nahe Ebermannsdorf (Landkreis Amberg-Sulzbach) durchsuchten. In die mutmaßlich gefälschten Impfausweise war den Angaben zufolge eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus mit dem Stempel eines deutschen Impfzentrums eingetragen. In den Wohnungen der Männer wurden nach Polizeiangaben vier weitere Blanko-Impfpässe gefunden.

Inzidenzwert sinkt abermals minimal

Mittwoch, 1. September, 6.58 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Mittwoch nochmals leicht gesunken. Das Robert-Koch-Institut meldet für den gesamten Freistaat einen Wert von 69,8, am Dientag lag er bei 70,1. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 75,7. Inzwischen weisen 14 Landkreise und kreisfreie Städte eine Inzidenz von mehr als 100 aus, den höchsten Wert hat weiterhin die Stadt Rosenheim mit 199,7, danach folgen die Städte Schweinfurt (163,2) und Memmingen (146,5). Die niedrigste Inzidenz melden die Landkreise Hof und Cham mit jeweils 14,8. Nur noch 17 Städte und Kreise liegen unter der 35er-Marke. Die Stadt München weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 77,4 aus.

Verwirrung um Reiserückkehrer in Passau

Dienstag, 31. August, 18.32 Uhr: Einer der Hauptgründe für die wieder steigenden Infektionszahlen im Freistaat sind nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder die Reiserückkehrer. Das sei "wie im letzten Jahr, eindeutig", sagte er nach einer Sitzung des Kabinetts am Dienstag. Über eine bayernweite Regelung im Umgang mit Urlaubsrückkehrern wurde in der anschließenden Pressekonferenz allerdings nichts gesagt. Das Gesundheitsministerium verwies auf Anfrage der SZ auf den Mittwoch: "Der Entwurf der neuen Verordnung wird gegenwärtig abgestimmt."

Verwirrung gab es derweil um eigene Maßnahmen in der Stadt Passau: Laut dortiger Allgemeinverfügung sollten sich von Mittwoch an alle Rückkehrer von einer Auslandsreise, die nicht geimpft oder genesen sind, in 14-tägige Quarantäne begeben. Dies gelte ausdrücklich nicht nur für Urlauber in Hochrisiko- oder Virusvarianten-Gebieten. Demnach sei ein Großteil der Neuinfektionen in Passau auf ungeimpfte Urlauber zurückzuführen, Anlass sei das Übersteigen der Inzidenz 100 in der Stadt. Wie eine Sprecherin am Dienstagnachmittag mitteilte, trete die Verfügung wegen der neuen Landesverordnung nicht in Kraft.

Was bei Veranstaltungen in Bayern gilt

Dienstag, 31. August, 13.58 Uhr: Seit etwa anderthalb Wochen dürfen zu Sport- und Kulturevents oder Kongressen in Bayern wieder bis zu 25 000 Menschen kommen - das ist die Höchstzahl an erlaubten Besucherinnen und Besuchern. Wie das bayerische Kabinett beschloss, sollen die bisherigen Personenobergrenzen für private und öffentliche Veranstaltungen fallen. Veranstaltungsorte, die bis zu 5000 Menschen fassen, dürfen komplett ausgelastet sein, überschreitet die Teilnehmerzahl die 5000er Grenze, muss mehr Platz sein. "Für den 5000 Personen überschreitenden Teil darf 50 Prozent der weiteren Kapazität des Veranstaltungsorts genutzt werden", heißt es in dem Beschluss des Ministerrates.

Auch Stehplätze dürfen demnach in diesem Rahmen unbegrenzt ausgewiesen werden. Voraussetzung für Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern ist ein Sicherheits- und Hygienekonzept.

In Innenräumen müssen die Veranstalter entscheiden, ob sie nur so viele Menschen einlassen, dass Mindestabstände eingehalten werden können - dann gilt keine Maskenpflicht. Ist die Halle oder der Saal aber so voll, dass die Menschen dicht beieinander sind, muss auch am Platz ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Söder: Kein Wechselunterricht mehr

Dienstag, 31. August, 13.22 Uhr: Bayerns Schüler und Schülerinnen sollen künftig nicht mehr in den Wechselunterricht geschickt werden, wenn die Corona-Infektionszahlen steigen. "Es gilt der Präsenzunterricht", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München. Die Regelungen zum Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 wird gestrichen. Allerdings müssen die Schüler und Schülerinnen zum Unterrichtsbeginn im neuen Schuljahr weiterhin Masken tragen - auch an ihrem Platz. Außerdem sollen die Corona-Tests ausgeweitet und die Quarantäne-Vorschriften gelockert werden. Gibt es einen Infektionsfall, soll anders als bisher nicht zwangsläufig die gesamte Klasse in Quarantäne geschickt werden, sondern nur die, die unmittelbaren und ungeschützten Kontakt zu dem erkrankten Mitschüler hatten. Gibt es Luftreiniger, könne sogar vollständig auf die Quarantäne anderer Schüler verzichtet werden, sagte Söder.

Zwei Wochen vor dem Schulstart sind Söder zufolge erst zehn Prozent der Fördermittel für Luftfilter abgerufen worden. Etwa 190 Millionen Euro stellt die Staatsregierung den Kommunen für die Ausstattung von etwa 60 000 Klassenzimmern und 50 000 Räumen in Kindergärten mit mobilen Filteranlagen zur Verfügung. Damit können sich die für die Schulausstattung verantwortlichen Kommunen bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten kofinanzieren lassen.

Krankenhausampel löst Inzidenzwert ab

Dienstag, 31. August, 13.16 Uhr: In Bayern gelten künftig völlig neue Anti-Corona-Regeln: Die FFP2-Maskenpflicht, die allgemeinen Kontaktbeschränkungen, aber auch die Sperrstunde in der Gastronomie sowie die Kundenbegrenzungen im Handel entfallen. Zudem hat nach dem Kabinettsbeschluss vom Dienstag die Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab für verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen praktisch ausgedient. Stattdessen gilt nach Worten von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Innenräumen breitflächig der 3G-Grundsatz ab einer Inzidenz von 35: Zugang zu vielerlei öffentlichen und privaten Einrichtungen haben dann nur noch Geimpfte, Genesene oder Personen mit einem negativen Test. Ausnahmen von der 3G-Regel gelten etwa für den Handel und den öffentlichen Nahverkehr.

Schärfere Anti-Corona-Maßnahmen sind stattdessen künftig abhängig von der Klinik-Auslastung. Die neue Krankenhaus-Ampel schaltet auf Gelb, wenn bayernweit binnen sieben Tagen mehr als 1200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung neu in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten. Dann will die Staatsregierung weitergehende Maßnahmen - etwa die Rückkehr der FFP2-Maskenpflicht oder der Kontaktbeschränkungen - beschließen. Auf Rot schaltet die Ampel, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen - dann sollen die Anti-Corona-Maßnahmen noch einmal weiter verschärft werden. Söder sprach von einem "neuen Kapitel" im Kampf gegen das Coronavirus. Sobald eine der beiden Warnstufen greift, gilt auch wieder FFP2-Maskenpflicht.

Bayern öffnet Clubs und Discos ab Oktober wieder

Dienstag, 31. August, 12.31 Uhr: Bayern öffnet Clubs und Discos wieder ab Oktober. Dabei gelte die 3G-Regel, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Allerdings reichten hier keine Schnelltests, sondern es seien wie in Baden-Württemberg PCR-Tests nötig.

Kabinett will neue Anti-Corona-Regeln beschließen

Dienstag, 31. August, 10.02 Uhr: Das Kabinett berät am Dienstagvormittag neue Regeln für den Kampf gegen Corona und will diese auch gleich beschließen. Im Zentrum soll das 3G-Prinzip mit Freiheiten für Geimpfte, Genesene und Getestete stehen - das hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vergangene Woche bereits angekündigt.

Zudem soll künftig für Anti-Corona-Maßnahmen nicht mehr alleine die Sieben-Tage-Inzidenz entscheidend sein, also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen. Stattdessen soll es eine Art Ampelsystem geben, bei dem die Auslastung der Intensivstationen und Krankenhäuser im Freistaat im Fokus steht. Auch die FFP2-Maskenpflicht soll laut Söder fallen.

Philologenverband hält Corona-Lockerungen für zu früh

Dienstag, 31. August, 8.46 Uhr: Der Bayerische Philologenverband betrachtet einige der von der Staatsregierung angekündigten Lockerungen bei den Corona-Schutzmaßnahmen kritisch. Zum aktuellen Zeitpunkt seien diese "der falsche Weg und stellen ein unnötiges Risiko dar", teilte der Vorsitzende Michael Schwägerl mit. "Wo doch ein möglichst unbelasteter und sicherer Schulbeginn das ist, was sich alle wünschen." In Bayern beginnt die Schule am 14. September.

Der Wegfall der FFP2-Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr, der auch von Schülern genutzt wird, sei problematisch. Dort sollen dann medizinische Masken ausreichen. Der Schuljahresbeginn in anderen Bundesländern habe gezeigt, dass das Risiko von Infektionen unter anderem durch Reiserückkehrer ernst zu nehmen sei. Im ÖPNV träfen Menschen zu Stoßzeiten dicht gedrängt aufeinander, weshalb der FFP2-Standard eine zusätzliche Sicherheit biete. Diese Sicherheit sei erforderlich, wenn in den ersten Schulwochen noch ungeimpfte Kinder und Jugendliche Busse und Bahnen nutzen und anschließend den Tag in ihren Klassen verbringen, sagte Schwägerl. Zu den Tests an Schulen sagte Schwägerl, diese seien "nach wie vor ein wichtiger Baustein in der Unterbrechung von Infektionsketten und in der Sicherung des Präsenzunterrichts". Grund- und Förderschulen nutzten die PCR-Pooltests, die zeitsparend und aussagekräftiger seien. Weiterführende Schulen dürften nicht benachteiligt werden. "Wenn es Fortschritte in der Test-Strategie gibt, müssen diese allen Schularten zugutekommen."

Klinik-Chefs begrüßen Pläne für Krankenhaus-Ampel

Dienstag, 31. August, 8.05 Uhr: Klinikchefs in Bayern begrüßen die Pläne der Staatsregierung für eine Krankenhaus-Ampel. Stefan Nowack, Werkleiter des Klinikums Passau, lobte die geplante Abkehr von der reinen Inzidenz im Bayerischen Rundfunk: "Letztlich ist ja das Entscheidende nicht, ob die Menschen Corona bekommen, sondern wie stark die Krankenhäuser belastet sind."

Die Krankenhausampel sei eine "sinnvolle Maßnahme", meint auch Christoph Spinner, Infektiologe und Pandemie-Beauftragter des Klinikums rechts der Isar in München. Er plädierte im BR für ein "Mix-System (...) aus verschiedenen Indikatoren": "Es eignen sich die Krankenhausbelegungszahlen sehr gut, man darf aber auch die Intensivzahlen nicht aus dem Auge verlieren."

Künftig soll für Anti-Corona-Maßnahmen nicht mehr alleine die Sieben-Tage-Inzidenz entscheidend sein, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Stattdessen soll es eine Art Ampelsystem geben, bei dem die Auslastung der Intensivstationen und Krankenhäuser im Freistaat im Fokus steht. Die Entscheidung darüber steht auf der Tagesordnung für die Kabinettssitzung für diesen Dienstagvormittag.

Inzidenzwert sinkt minimal

Dienstag, 31. August, 7.17 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Dienstag leicht gesunken. Das Robert-Koch-Institut meldet für den gesamten Freistaat einen Wert von 70,1, am Montag lag er bei 70,7. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 74,8. Zehn Landkreise und kreisfreie Städte weisen eine Inzidenz von mehr als 100 aus, den höchsten Wert hat weiterhin die Stadt Rosenheim mit 217,0, danach folgen die Städte Schweinfurt (176,3) und Memmingen (166,8). Die niedrigste Inzidenz melden die Landkreise Hof und Neustadt an der Waldnaab mit jeweils 14,8. Nur noch 16 Städte und Kreise liegen unter der 35er-Marke. Die Stadt München weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 75,9 aus.

Maskenverweigerer muss ICE verlassen

Montag, 30. August, 15.05 Uhr: Ein Zugbegleiter hat einen Maskenverweigerer in Erlangen aus einem ICE verwiesen - daraufhin bewarf der Mann den Zug mit Steinen. Der 40-Jährige habe mit dem ICE von Bamberg nach Nürnberg fahren wollen und keine vorgeschriebene FFP2-Maske getragen, teilte die Bundespolizei am Montag mit. Als er den Zug am Samstagabend in Erlangen verlassen musste, sei der Fahrgast so erbost gewesen, dass er zunächst eine Glasflasche nach dem Zugbegleiter warf, diesen aber verfehlte. Danach versuchte der 40-Jährige den Angaben zufolge, den Bahnmitarbeiter mit Steinen zu treffen, beschädigte stattdessen aber eine Scheibe des Zuges.

Schließlich flüchtete der Mann und ließ sein Reisegepäck am Bahnsteig stehen. Mehrere Streifen der Bundespolizei nahmen ihn später in der Nähe des Erlanger Bahnhofs fest. Dagegen soll er sich heftig gewehrt haben. Außerdem habe er ein verbotenes Springmesser dabei gehabt, hieß es. Der Tatverdächtige hat nach Angaben der Bundespolizei keinen Wohnsitz in Deutschland und sitzt nun in Untersuchungshaft. Er muss sich wegen einer Reihe von Straftaten verantworten.

Illegale Party in Papas Diskothek bei Passau

Montag, 30. August, 10:25 Uhr: Zwei Söhne haben in der Diskothek ihres Vaters eine rauschende Geburtstagsparty gefeiert und Besuch von der Polizei bekommen. 80 bis 100 Gäste entdeckten die Beamten in der Diskothek in Aidenbach im Landkreis Passau, wie diese am Montag mitteilten. Bei der Feier in der Nacht zum Sonntag seien alle geltenden Corona-Regeln missachtet worden, eine Kontaktverfolgung sei nicht möglich gewesen. Zudem sei reichlich Alkohol geflossen, weswegen sich die Polizisten nach eigenen Angaben nicht ordentlich mit den Gästen unterhalten konnten. Die beiden Söhne ließen sich aber überzeugen, die Party zu beenden. Sie wurden von den Beamten angezeigt.

Rosenheim mit zweithöchstem Wert in Deutschland

Montag, 30. August, 6.43 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern steigt weiter. Zu Wochenbeginn liegt sie bei 70,7. Die Stadt Rosenheim hält weiterhin den Spitzenwert mit 217,0 - damit ist sie deutschlandweit der Ort mit der zweithöchsten Inzidenz. Nur die Stadt Wuppertal in Nordrhein-Westfalen liegt mit 258,0 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen höher. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 75,8. In Bayern weisen 15 Landkreise und kreisfreie Städte inzwischen laut Robert-Koch-Institut wieder eine Inzidenz von mehr als 100 aus, dagegen liegen nur noch 16 unter der 35er-Marke. Die geringste Inzidenz meldet der Landkreis Neustadt an der Waldnaab mit 13,7.

Inzidenz in Bayern am Sonntag bei 68,5

Sonntag, 29. August, 8.05 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist auch am Sonntag weiter gestiegen und liegt nun bei 68,5. Am Vortag hatte der Wert laut Robert-Koch-Institut (RKI) noch 65,9 betragen, am Freitag 61,5 und am Donnerstag 55,5. In der Stadt Rosenheim bleibt die Inzidenz weiterhin über der 200er-Marke (220,2). Die Landeshauptstadt München weist einen Wert von 72,0 aus. Zwölf Städte und Landkreise in Bayern liegen aktuell noch unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35, seit vergangenem Montag gilt ab diesem Grenzwert die sogenannte 3G-Regel.

Steigende Fallzahlen: Rosenheim schreibt Reiserückkehrer an

Samstag, 28. August, 11.30 Uhr: Wegen steigender Corona-Infektionszahlen schreibt die Stadt Rosenheim gezielt Einwohner aus dem ehemaligen Jugoslawien an. 70 Prozent der Neuinfektionen gingen auf Reiserückkehrer aus dieser Region zurück, die in der Heimat Urlaub gemacht oder ihre Familie besucht haben, bestätigte ein Stadtsprecher am Freitag. Daher wolle sich die Stadt nun mit Briefen in der jeweiligen Landessprache unter anderem an Kroaten, Bosnier und Albaner aus dem Kosovo wenden. Diese stellten in der Stadt die mit Abstand größte ausländische Bevölkerungsgruppe. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk berichtet.

In den Briefen werden die Einwohner demnach vor allem gebeten, sich impfen zu lassen. Laut dem zuständigen Gesundheitsamt sind 86 Prozent der gemeldeten Infektionen bei Menschen ohne Impfschutz aufgetreten. Die Texte für die Briefe würden derzeit aber noch mit dem Gesundheitsamt und dem Landkreis abgestimmt, sagte der Stadtsprecher. Wann die Briefe versendet werden, hänge auch davon ab, wann diese fertig übersetzt seien.

Inzidenz in Bayern bei 65,9

Samstag, 28. August, 10.25 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist auch am Samstag wieder leicht gestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Institus (RKI) liegt der Wert nun bei 65,9, am Freitag hatte er noch 61,5 betragen, am Donnerstag 55,5. In Rosenheim liegt der Inzidenzwert weiterhin über der 200er-Marke.

Gesundheitsminister sieht eine "Pandemie der Ungeimpften"

Freitag, 27. August, 20.22 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist bei Menschen mit Corona-Impfung in Bayern weiterhin sehr niedrig. Darauf hat Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hingewiesen. Während die Inzidenz bei Geimpften bei gerade einmal 9,2 liege, sei sie bei Ungeimpften bei 110,6. Der Inzidenz-Durchschnittswert lag am Freitag laut Robert Koch-Institut (RKI) im Freistaat bei 61,8.

"Wir haben derzeit eine Pandemie der Ungeimpften", sagte Holetschek zu den Zahlen. Er schloss nicht aus, dass es künftig auch in Bayern das 2G-Modell geben könnte. Hamburg führt zum Wochenende dieses umstrittene System ein, bei dem beispielsweise Restaurants oder Konzertveranstalter nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt erlauben können. In dem Fall entfallen weitere Beschränkungen. Ungeimpfte dürften dann aber auch mit einem negativen Test nicht teilnehmen.

Holetschek betonte, dass in Bayern 58 Prozent der Menschen vollständig geimpft seien. Es gebe zwar Bürgerinnen und Bürger, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten. Es gebe laut RKI aber nur wenige Gründe, die einer Impfung entgegenstünden. "Und wenn ich sehe, dass von Ende Juli bis Mitte August rund 85 Prozent aller in bayerischen Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten ungeimpft waren, spricht das eine wirklich ganz deutliche Sprache", sagte er.

Hallen-Profisport fordert Vollauslastung mit 3G

Freitag, 27. August, 13.24 Uhr: Kurz vor dem Saisonstart haben mehrere bayerische Profivereine aus dem Hallensport die Landesregierung scharf kritisiert und eine Vollauslastung ihrer Hallen unter Einhaltung der sogenannten 3G-Regeln gefordert. Die Interessengemeinschaft "Indoor-Teamsport-Bayern" verlangte von der Landesspitze Änderungen an der geltenden Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und beklagte eine Benachteiligung gegenüber Hallenclubs aus anderen Bundesländern.

"Die wirtschaftlichen Folgen sind extrem. Es ist für viele, viele Vereine in Bayern existenzbedrohend. Da muss gehandelt werden", sagte der Geschäftsführer des Eishockey-Erstligisten Nürnberg Ice Tigers, Wolfgang Gastner, am Freitag in Nürnberg. Die in Bayern gültige Corona-Maßnahmenverordnung sei eine "schallende Ohrfeige, ein Schlag ins Gesicht", da die Vereine nur wenige Fans in ihre Hallen lassen dürften. Zu der bayerischen Interessengemeinschaft zählen 16 Profivereine aus dem Eishockey, Basketball und Handball. Münchner Clubs sind nicht darunter.

Freie Wähler wollen Garantie für Präsenzunterricht

Freitag, 27. August, 11.19 Uhr: Die Freien Wähler (FW) wollen eine Garantie für Präsenzunterricht an den Schulen nach den Sommerferien auch bei einer sich verschärfenden weiteren Corona-Welle. "Wir müssen den Präsenzunterricht aufrechterhalten, egal wie die Inzidenz sich entwickelt", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FW-Fraktion im bayerischen Landtag, Fabian Mehring, der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag).

Bei einem "eskalierenden Infektionsgeschehen" müssten bestehende Maßnahmen angepasst werden, anstatt Schulen zu schließen. "Man kann vorübergehend noch häufiger testen, man kann schlimmstenfalls wieder über eine befristete Maskenpflicht im Klassenzimmer nachdenken", sagte Mehring. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bereits erklärt, dass er Schulschließungen bei steigenden Corona-Fallzahlen in jedem Fall verhindern wolle. Das Ziel sei "kein Homeschooling mehr, kein Distanzunterricht mehr", hatte der Regierungschef erklärt.

Inzidenz in Bayern steigt weiter

Freitag, 27. August, 7.08 Uhr: Die Inzidenz im Freistaat ist auf 61,8 gestiegen. Am Donnerstag lag sie nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 55,5. Die Stadt Rosenheim ist sogar über die 200er-Marke gesprungen und weist jetzt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 201,3 aus. Danach folgen die Städte Memmingen (144,3) und Schweinfurt (135,0) sowie der Kreis Altötting (114,6). Insgesamt liegen nur noch 18 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte unter der 35er-Marke, weitere 20 unter der 50er-Marke. Die Landeshauptstadt München weist am Freitag einen Wert von 73,6 aus.

Streit um Maskenpflicht löst Schlägerei aus

Donnerstag, 26. August, 15.31 Uhr: Wegen eines Streits um die Maskenpflicht sollen vier junge Männer in Bamberg einen 32-Jährigen verprügelt haben. In einem rund um die Uhr geöffneten Selbstbedienungsladen mit Getränke- und Snackautomaten habe der 32-Jährige die Vier gemaßregelt, weil diese keine Masken trugen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Einen von ihnen habe der Mann aus dem Laden schieben wollen, hieß es. Darauf hätten die 19 bis 20 Jahre alten Tatverdächtigen den 32-Jährigen zu Boden gebracht und auf ihn eingetreten. Nach Angaben der Polizei wurde diesem das Nasenbein gebrochen und er erlitt eine Gehirnerschütterung.

Als schließlich Polizisten eintrafen und die Männer festnehmen wollten, soll einer von ihnen auch die Einsatzkräfte attackiert haben. Drei Beamte wurden den Angaben zufolge leicht verletzt. Atemalkoholtests ergaben, dass die mutmaßlichen Täter mit 1,5 bis 2,5 Promille alkoholisiert waren. Gegen sie wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Söder kündigt Krankenhausampel an - keine FFP-2-Pflicht mehr

Donnerstag, 26. August, 11.20 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat für die kommende Woche eine Corona-Verordnung unabhängig von der Inzidenz angekündigt. Zudem soll die FFP-2-Maskenpflicht in Bayern fallen.

"Wir werden eine einfachere und verständlichere Verordnung auf den Weg geben", sagte der CSU-Chef am Donnerstag in München. Er betonte, Basis bleibe das seit dieser Woche geltende 3G-Prinzip mit Freiheiten für Geimpfte, Genesene und Getestete. Zudem werde es Warnstufen geben, die die Krankenhausbelastung berücksichtigen. Je nach Bettenauslastung - auch bei Intensivbetten - werde es eine gelbe und rote Warnstufe geben, bei der es dann strengere Corona-Auflagen gebe. Söder betonte, dass es keinen weiteren Lockdown wie in den ersten drei Corona-Wellen mehr geben solle. Dies sei im Umgang mit Geimpften und Genesenen nicht mehr rechtlich möglich.

Darüber hinaus, so Söder, werde in Bayern die Pflicht zum Tragen von FFP-2-Masken fallen, künftig würden sogenannte medizinische Masken gleichgestellt. Die nächste Kabinettssitzung in Bayern findet am kommenden Dienstag statt. Söder betonte, dass in den kommenden Tagen die Details zu den Neuerungen erarbeitet und anschließend im Kabinett besprochen würden.

Lehrerpräsident warnt vor Durchseuchung der Schulen

Donnerstag, 25. August, 10.55 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnt vor einer Durchseuchung der Schulen. "Auch wenn Kinder seltener schwer erkranken, dürfen wir eine Durchseuchung der Schulen nicht zulassen", sagte er der Augsburger Allgemeinen. "Wir wollen es als Lehrerverband auch, dass Präsenzunterricht beim Schulstart möglichst vollständig stattfindet, aber nicht, indem man Gesundheitsschutzmaßnahmen herunterfährt und vor der Infektionsgefahr an Schulen kapituliert."

Neuere Studien hätten herausgefunden, dass zwischen 0,3 bis 1,7 Prozent der mit Corona infizierten Kinder im Krankenhaus behandelt werden müssen. "Bezogen auf Deutschland bei knapp elf Millionen Schülern hieße das, dass zwischen 30 000 und 180 000 in Krankenhäusern behandelt werden müssten, von eventuellen Long-Covid-Folgen mal völlig abgesehen. Das, glaube ich, darf kein Politiker verantworten."

Er sieht auch in der Vorbereitung auf dieses Schuljahr schwere Versäumnisse der Politik: Man komme "um die Feststellung nicht herum, dass auch bei der Vorbereitung dieses Schuljahres wieder vieles suboptimal gelaufen ist. Das fängt damit an, dass bis heute nicht klar ist, nach welchen Vorgaben, Kriterien und Regeln der Schulunterricht laufen soll. Es setzt sich fort bei dem Trauerspiel um die Anschaffung von Raumluftfilteranlagen (...). Und es endet damit, dass wir immer noch bei der digitalen Infrastruktur der Schulen große Defizite haben, fast die Hälfte hat nach wie vor kein schnelles Internet".

Inzidenz in Bayern steigt weiter

Donnerstag, 26. August, 7.02 Uhr: Die Inzidenz im Freistaat ist abermals kräftig gestiegen. Am Donnerstag liegt sie nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 55,5, am Mittwoch hatte sie bei 49,6 gelegen. Die Stadt Rosenheim führt die Liste mit 196,7 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Danach folgen die Städte Schweinfurt (132,9) und Memmingen (120,2) sowie der Kreis Altötting (105,8). Insgesamt liegen noch 28 Landkreise und kreisfreie Städte unter der 35er-Marke, weitere 22 unter der 50er-Marke. Die Landeshauptstadt München weist am Donnerstag einen Wert von 65,7 aus.

Gesundheitsministerium präzisiert 3G-Ausnahmeregen für Schulkinder

Dienstag, 24. August, 15.48 Uhr: Seit Montag gilt die 3G-Regel für Innenbereiche ab einer Inzidenz von 35: Dann dürfen nur vollständig Geimpfte, Genesene oder Getestete herein. Ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag und Schüler, weil diese im Rahmen des Unterrichts getestet werden. Das gilt auch für die Ferien. Weil es genau darum Verwirrung gab, stellte das Gesundheitsministerium am Dienstag klar. "Angesichts der allgemeinen Schulpflicht in Deutschland kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass Kinder im Grundschulalter, wie etwa Sechs- oder Siebenjährige, automatisch von der Testpflicht befreit sind." Es genügt ein amtlicher Ausweis. Jugendliche könnten einen Schülerausweis oder einer Schülerdauerkarte vorlegen.

Auch ein sechsjähriges Kind, das noch in die Kita geht, soll am Hallenbadeinlass nicht zurückgewiesen werden. "Das Ministerium bestärkt den Handel und die Betreiber von Freizeiteinrichtungen gleichzeitig darin, bei der Überprüfung von Testpflichten bei Kindern mit Besonnenheit und Pragmatismus vorzugehen", erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. "Umständliche und zeitraubende Überprüfungen" sollten vermieden werden. Söder sagte dazu, Tests für Schüler für den Rest der Ferien würden Kinder und Jugendliche "überfordern".

Ministerpräsident stellt Lockerungen bei Diskotheken in Aussicht

Dienstag, 24. August, 14.52 Uhr: Trotz der derzeit steigenden Corona-Fallzahlen hält Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Lockerungen bei Diskotheken für machbar - aber nicht sofort. Man könne den jungen Leuten sagen, dass es ab Oktober eine Chance gebe, "dass sich was tut", sagte der CSU-Chef dem Fernsehsender münchen.tv. Derzeit zeige sich aber auch, dass überall dort, wo es Öffnungen bei Diskotheken gebe, die Infektionszahlen hochschnellten. Daher wolle er zunächst die Rückreisewelle nach den Sommerferien im September abwarten, sagte Söder. Danach werde es dann aber "zeitnah" ein Angebot geben, wobei noch nicht klar sei, unter welchen Auflagen Lockerungen möglich seien. Denkbar seien etwa strengere Testauflagen oder die Beschränkung auf Geimpfte und Genesene.

Söder will auch bei steigender Inzidenz kein Homeschooling mehr

Dienstag, 24. August, 11.50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will Schulschließungen bei steigenden Corona-Inzidenzen in jedem Fall verhindern. "Wir haben gerade in der Schule das mit Abstand sicherste System", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Er zeigte sich zuversichtlich dass Bayern, "Schulunterricht gut gewährleisten" könne. Das erklärte Ziel sei: "Kein Homeschooling mehr, kein Distanzunterricht mehr." Dazu sollen die Schüler regelmäßig dreimal in der Woche getestet werden und "anfangs" auch weiter Masken tragen.

Außerdem soll auch in der Schule geimpft werden. "Ich hätte mir ehrlich gesagt schon gewünscht, dass wir das vor dem Sommer machen können", sagte Söder dem BR. Er kündigte auch "angepasste Quarantäne-Regeln" an und "dass nicht nur wegen einem Fall die ganze Klasse dann in Quarantäne muss".

Drei Wochen vor Unterrichtsbeginn ist noch nicht klar, wie genau Schule laufen soll, wenn die Inzidenzen weiter steigen. Laut der seit diesem Montag geltenden Corona-Verordnung ist für die Schulen noch Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 binnen sieben Tagen in einer Kommune vorgeschrieben.

Verwirrung gab es auch um die sogenannte 3G-Regel, wonach Menschen bei einer Inzidenz über 35 in Innenräumen vorlegen müssen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Söder verteidigte, dass die Schüler für den Rest der Sommerferien von der Regel ausgenommen sind. Für den Rest der Sommerferien würden Tests Kinder und Jugendliche "überfordern".

Betrug in Testzentren: Viele Ermittlungen, keine Anklagen

Dienstag, 24. August, 9.31 Uhr: Trotz zahlreicher Betrugsvorwürfe gegen private Betreiber von Corona-Testzentren hat es in Bayern noch keine Anklagen gegeben. Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs laufen einem Sprecher der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) zufolge aber noch. Einige Verfahren seien aus Mangel an Beweisen bereits eingestellt worden.

Man würde vor allem aufgrund privater Hinweise gegen Testzentrenbetreiber ermitteln, denen vorgeworfen wird, Tests abgerechnet zu haben, ohne diese gemacht zu haben. Oftmals seien die Hinweise jedoch anonymisiert und zu vage, um einen Betrugsfall prüfen zu können. Es würden außerdem immer weniger Fälle angezeigt. Der Rückgang der Anzeigen gehe mit der Schließung von Testzentren einher.

Neben der Schließung von Testzentren aufgrund einer sinkenden Nachfrage seien Zentren in Bayern nach Angaben des Bayerischen Gesundheitsministeriums ebenfalls wegen Auffälligkeiten geschlossen worden. Die Zahl der aufgrund von Abrechnungsbetrug und Mängeln bei der Qualifikation der Mitarbeiter geschlossenen Einrichtungen "bewege sich im einstelligen Bereich", wie eine Ministeriumssprecherin sagte. Eine zweistellige Zahl an Zentren sei wegen Hygienemängeln und Problemen im Testablauf geschlossen worden. Zuvor seien die Kontrollen nach der bundesweiten Berichterstattung über Mängel in Teststellen verschärft worden.

Inzidenz in Bayern steigt auf 45,2

Dienstag, 24. August, 6.43 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern steigt weiter: Am Dienstag liegt sie bei 45,2. Die geringsten Werte weisen die Landkreise Cham und Coburg mit 7,0 und 8,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen aus. Insgesamt bleiben 40 Landkreise und kreisfreie Städte unter der 35er-Marke, von der an erste Lockerungen wegfallen. Weitere 21 weisen eine Inzidenz von weniger als 50 aus. In den restlichen 35 Kreisen und Städten liegt die Inzidenz über 50, den höchsten Wert hat die Stadt Rosenheim mit 147,9. In der Landeshauptstadt München liegt der Wert am Dienstag bei 58,9 und damit am dritten Tag in Folge über 50.

Keine Testpflicht für Schüler in Ferien bei 3G-Regel

Montag, 23. August, 15.42 Uhr: Schüler in Bayern müssen sich bei der neuen sogenannten 3G-Regel auch in den Ferien nicht testen lassen, wenn sie in Innenbereiche von Schwimmbädern, Restaurants oder Turnhallen wollen. Seit Montag müssen Menschen ab einem Inzidenzwert von 35 in Innenbereichen nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Davon ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag und Schüler, die im Rahmen des Unterrichts regelmäßig getestet werden. Die Ausnahme für Schüler gilt auch in den Ferien, wie das Gesundheitsministerium am Montag erklärte. Zuvor hatte der Radiosender Antenne Bayern berichtet.

Kinder und Jugendliche aus Deutschland müssen für eine Befreiung von der 3G-Regel ein Dokument vorlegen, das den Schulbesuch beweist - zum Beispiel einen Schülerausweis oder ein Schülerticket. Es sei nicht erforderlich, dass die Kinder ein negatives Ergebnis vorweisen, so das Gesundheitsministerium in München. Wer die Schule aber bereits beendet hat wie zum Beispiel Abiturienten, gilt formal nicht mehr als Schülerin oder Schüler und fällt damit unter die 3G-Regel. Schüler aus dem Ausland müssen eine Bestätigung der Schule vorlegen und beweisen, dass auch dort regelmäßig Tests gemacht werden. Die Sommerferien in Bayern gehen noch bis Mitte September.

3G-Regel greift immer häufiger

Montag, 23. August, 9.33 Uhr: In zahlreichen kreisfreien Städten und Landkreisen Bayerns ist die Inzidenz in den vergangenen Tagen wieder über 35 gestiegen. In 31 Orten und Kreisen liegt sie sogar höher als 50, auch in der Landeshauptstadt München. Daher werden die umfassenden Lockerungen vom Beginn des Sommers wieder eingeschränkt, vor allem für Nicht-Geimpfte. In Innenräumen gilt überwiegend die sogenannte 3G-Regel: In Gaststätten, Fitnessstudios oder als Besucher ins Krankenhaus darf nur, wer vollständig geimpft, genesen oder getestet ist. Auch bei Hotel-Übernachtungen müssen Ungeimpfte nun schon ab einer Inzidenz von 35 negative Testergebnisse vorlegen.

Steigt die Inzidenz höher als 50, dürfen sich zehn Personen aus maximal drei Haushalten treffen, Kinder unter 14 Jahren werden bei der Personenzahl nicht mitgezählt. Vollständig Geimpfte und Genesene werden generell nicht mitgezählt, weder bei der Personenzahl noch bei der Zahl der Haushalte. Gaststätten dürfen nach wie vor drinnen und draußen öffnen. Draußen ist bei einer Inzidenz von mehr als 50 ein negativer Test nötig, wenn mehr als ein Haushalt an einem Tisch sitzt. Drinnen gilt 3G, wenn die Inzidenz höher ist als 35. Geimpfte und Genesene brauchen keinen Test.

Inzidenz in Bayern steigt auf 43,6

Montag, 23. August, 6.54 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern steigt weiter. Zu Wochenbeginn meldet das Robert-Koch-Institut einen Wert von 43,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern für den gesamten Freistaat. Am vergangenen Montag hatte der Wert bei 27,2 gelegen. Die Städte Rosenheim und Schweinfurt haben mit 140,0 und 101,1 die höchsten Inzidenzen. Knapp ein Drittel der bayerischen Städte und Landkreise weist einen Wert von mehr als 50 aus. Die Landeshauptstadt München liegt nach den Zahlen vom Montag bei einer Inzidenz von 57,5. Weil in der Stadt an drei Tagen in Folge die Inzidenz von 35 überschritten wurde, tritt am Montag die sogenannte 3G-Regel in Kraft, die zum Schutz vor weiteren Ansteckungen vor allem das Leben von ungeimpften Menschen komplizierter macht.

Party mit 500 Gästen: Polizei löst Feier ohne Hygienekonzept auf

Sonntag, 22. August, 14.39 Uhr: Bis zu 500 meist junge Menschen haben trotz Pandemie im Landkreis Traunstein in einer Halle ohne Hygienekonzept gefeiert. Auch die Infektionsschutzregeln seien nicht eingehalten worden, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Die Halle in Altenmarkt in Oberbayern war mit einem Bauzaun abgesperrt. Es gab dort nach Angaben der Polizei eine fest installierte Ton- und Lichttechnik, einen Toilettenwagen, einen Discjockey und eine Bar. Mehrere Beschwerden wegen Ruhestörung gingen in der Nacht zum Sonntag auf der Wache ein. Vor Ort trafen die Beamten noch auf etwa 200 Feiernde.

Nach Auskunft der Gäste seien zuvor bis zu 500 Menschen auf der Party gewesen. Der 26 Jahre alte Veranstalter löste die Feier auf. Alle Partygäste verhielten sich kooperativ, wie es hieß. Den 26-Jährigen erwartet unter anderem eine Anzeige wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

Inzidenz in Bayern steigt auf 41,1

Sonntag, 22. August, 7.54 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Bayern erneut gestiegen. Am Sonntag liegt sie laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 41,4. Am Samstag betrug der Wert 38,4. Am Sonntag vor einer Woche hatte die Inzidenz in Bayern noch bei 26,0 gelegen. Der Freistaat befindet sich auch an diesem Sonntag weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt, der aktuell 54,5 beträgt. Spitzenreiter in Bayern ist Rosenheim mit einem Wert von 125,9. Insgesamt haben inzwischen 27 der insgesamt 96 bayerischen kreisfreien Städte und Landkreise laut RKI die 50er-Marke überschritten, darunter auch die Landeshauptstadt München. 21 weitere Städte und Landkreise liegen über der 35er-Marke.

Wo der Wert stabil über 35 liegt, tritt von Montag an die 3G-Regel in Kraft, die den Zugang zu Innenräumen wie Restaurants, Kinos oder Fitnessstudios nur erlaubt, wenn man nachweisen kann, dass man entweder vollständig geimpft, getestet oder genesen ist. Liegt die Inzidenz in einer Stadt oder in einem Landkreis stabil über der 50er-Marke, können die Regeln weiter verschärft werden, etwa im Bereich der Kontakte. Laut Divi-Intensivregister sind im Moment 88 Covid-Patienten in den bayerischen Krankenhäusern in Behandlung.

Söder setzt auf Krankenhaus-Ampel statt auf Inzidenz

Freitag, 20. August, 22.38 Uhr: Die bayerische Staatsregierung will künftig von der Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab in der Corona-Politik abrücken. "Aufgrund der hohen Impfquote ist die Methodik der ersten drei Wellen, also sich nur auf die Inzidenz zu konzentrieren, nicht mehr passend", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der Mediengruppe Münchner Merkur tz.

Söder kündigte an, dass sich Bayern an das baden-württembergische Modell anlehnen werde. "Das heißt: 3G - getestet, geimpft und genesen - gilt künftig unabhängig von der Inzidenz." In Baden-Württemberg genießen Geimpfte und Genesene seit dem 16. August unabhängig von lokalen oder regionalen Corona-Inzidenzen in vielen Bereichen wieder größere Freiheiten. Hingegen müssen Ungeimpfte und Nicht-Genesene wesentlich häufiger als bisher negative Antigen-Schnelltests vorweisen, die jeweils nicht älter als 24 Stunden sein dürfen.

Für mögliche Einschränkungen will Bayern nach Söders Angaben eine Krankenhaus-Ampel einführen, mit der die Lage auf den Intensivstationen ersichtlich werden soll. "Da wir uns bei der Ministerpräsidentenkonferenz nicht einigen konnten, entwickeln wir das in Bayern selbst", sagte Söder weiter. Einen weiteren Lockdown soll es nicht geben: Das könne man vor Geimpften und Genesenen nicht rechtfertigen. "Ich hoffe sehr, dass wir wegen des Impffortschritts überhaupt nicht in die Situation kommen", sagte Söder.

Auf die Frage, ob es im Extremfall Freiheiten nur für Geimpfte und Genesene geben werde, sagte Söder: "Der Freistaat plant das nicht. Sie werden aber erleben, dass einzelne Veranstalter, Vereine und private Anbieter auf 2G gehen."

Bayern führt Pooltests an Grundschulen ein

Freitag, 20. August, 12.49 Uhr: Kinder und Jugendliche sollen nach den Sommerferien in Bayern in den Präsenzunterricht zurückkehren können. Dieses Ziel hat die Staatsregierung schon vor Wochen ausgegeben. Mit sogenannten Pooltests an Grund- und Förderschulen soll gewährleistet werden, dass es dadurch nicht zu einem erhöhten Infektionsgeschenen kommt. "Noch im September", so heißt es in einer Mitteilung des bayerischen Gesundheitsministeriums, sollen diese Tests eingeführt werden. Das neue Schuljahr beginnt am 14. September.

Bei Pooltests werden Proben von allen Kindern entnommen und zu einer Probe zusammengeführt. Im Labor wird dann geprüft, ob unter den Kindern ein infiziertes ist. Zusätzlich sollen Einzelproben genommen werden, um im Falle eines positiven Pools sofort ermitteln zu können, welches Kind coronapositiv ist. Weil die gängigen Tests per Nasen- oder Rachenabstrich für Kinder nur schwer durchführbar sind, werde auf das sogenannte Lolli-Verfahren gesetzt, bei dem eine Speichelprobe genommen wird, indem auf einem Abstrichtupfer für 30 Sekunden wie auf einem Lolli gelutscht wird.

Seit Wochen ist der Unmut in Sachen Bildungspolitik groß. Denn die Politik hat die Rückkehr in den Präsenzunterricht zwar als Ziel ausgegeben, bislang aber wenig konkrete Konzepte für eine Umsetzung präsentiert. Anfang Juli hatte die Staatsregierunng verkündet, Klassenzimmer flächendeckend mit Luftfiltern ausstatten zu wollen. Viele Fragen zur Umsetzung und Finanzierung blieben dabei zunächst offen. Erst vor wenigen Tagen hat die Stiko die Empfehlung für eine Corona-Impfung auf das Alter von zwölf Jahren herabgesetzt, jüngere Kinder haben derzeit gar keine Möglichkeit zu einer Immunisierung. Unter anderem deshalb soll in den ersten Wochen nach Schulstart eine Maskenpflicht gelten - für alle Jahrgangsstufen.

Inzidenz in Bayern steigt auf 36,7

Freitag, 20. August, 7.30 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Bayern wieder schnell aus. Mittlerweile haben 18 Städte und Landkreise den Inzidenzwert von 50 überschritten, sechs mehr als am Vortag. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten neuen Daten des Robert Koch-Instituts hervor. An der Spitze liegt die Stadt Rosenheim mit 129 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Die Gesundheitsämter meldeten 949 neue Infektionen - etwas weniger als am Donnerstag, aber im Vergleich zur vergangenen Woche ein Mehrfaches. Die landesweite Inzidenz ist in Bayern auf 36,7 gestiegen, liegt damit aber nach wie vor unter dem Bundesdurchschnitt von 48,8.

München und Nürnberg als die zwei größten bayerischen Städte liegen mit Werten von 43,1 und 47,3 noch unter der 50er-Schwelle, nähern sich dieser Marke jedoch rasch an. Auf den Intensivstationen der bayerischen Krankenhäuser sind derzeit vergleichsweise wenige Covid-Patienten in Behandlung: Laut Divi-Intensivregister sind es 74. Im vergangenen Frühjahr waren es zeitweise über 700.

Impfaktionen an Bayerns Schulen geplant

Donnerstag, 19. August, 15:17 Uhr: Mit Beginn des neuen Schuljahres soll es an Bayerns Schulen Impfaktionen in Zusammenarbeit mit den örtlichen Impfzentren geben. Das teilten Gesundheits- und Kultusministerium am Donnerstag mit. Ziel ist es demnach, Schülerinnen und Schülern ab zwölf Jahren ein niedrigschwelliges Impfangebot zu machen. Vorgesehen sei, dass mobile Impfteams in die Schulen kämen - sofern sich Schulen, Impfzentren und Kommunen hierfür individuell untereinander koordinieren. Es sei aber keine flächendeckend angeordnete Aktion, erläuterte eine Sprecherin.

Es handele sich um ein Impfangebot, das Schüler freiwillig annehmen könnten, betonte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). "Ob in der Turnhalle, der Mensa oder im Impfbus auf dem Schulparkplatz: Entscheidend ist, dass das freiwillige Impfangebot zu den Kindern und Jugendlichen kommt."

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) verwies auf die bereits bestehende Möglichkeit, Kinder in einer Arztpraxis oder im Impfzentrum impfen zu lassen. "Impfungen sind elementar für die Eindämmung der Pandemie. Den Präsenzunterricht darf man aber natürlich auch weiterhin ohne Impfung besuchen." Dem schloss sich Holetschek an: "Die Corona-Schutzimpfung bleibt freiwillig und wird auch künftig keine Bedingung für die Teilnahme am Schulleben werden."

Inzidenz in Bayern steigt auf 34,1

Donnerstag, 19. August, 7.30 Uhr: Der Inzidenzwert im Freistaat steigt weiter an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Donnerstag eine Inzidenz von 34,1 (Mittwoch: 31,0). Damit liegt der Freistaat weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt von 44,2 (Mittwoch: 40,8).

Die Stadt Rosenheim überschreitet die 100er Marke und liegt am Donnerstag bei einer Inzidenz von 116,4. In der Stadt Weiden in der Oberpfalz sinkt der Wert leicht auf 84,2 (Mittwoch:86,8). In der Landeshauptstadt München klettert der Wert auf 38,6.

Drei Infektionen während Fußball-EM in der Fröttmaninger Arena

Mittwoch, 18. August, 18.16 Uhr: Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) ist - aus Sicht der Pandemiebekämpferin - zufrieden mit dem Verlauf der Fußball-EM. "Es gab eine vergleichsweise geringe Anzahl von Infektionen, die möglicherweise im Zusammenhang mit den EM-Spielen in München stand", heißt es in der an diesem Mittwoch veröffentlichten Antwort auf die Anfrage von CSU-Stadtrat Hans Theiss, der am 7. Juli wissen wollte, welche Schlüsse aus den vier EM-Spielen in der Stadt für Bundesliga- und Champions-League-Partien gezogen werden könnten.

Nach Erkenntnissen des Gesundheitsreferats gab es vier Münchner, die sich in einem EM-Stadion außerhalb Deutschlands mit dem Coronavirus infiziert haben könnten. Vier andere Personen könnten sich bei - unterschiedlichen - Public-Viewing-Veranstaltungen in der Landeshauptstadt infiziert haben. Auch in der Münchner Arena kann es Infektionen gegeben haben. Das Gesundheitsreferat spricht von drei Verdachtsfällen an drei unterschiedlichen Spieltagen. Nach Darstellung des Referats gilt für alle Fälle: Sie stehen zueinander nicht in Verbindung, weshalb nicht von sogenannten Clustern, also von einer Häufung im Sinne des Infektionsschutzgesetzes, gesprochen werden könne.

Zahlen, die den Kontrollaufwand dokumentieren, nennt das Gesundheitsreferat ebenfalls: So seien bei jedem EM-Spiel insgesamt mehr als 250 freiwillige Helfer und Ordner eingesetzt worden. Kosten hierfür sind der Stadt nicht entstanden. Den Aufwand trugen die Veranstalter der EM-Spiele, der Deutsche Fußball-Bund DFB und die Europäische Fußballunion Uefa. Das Alkoholverbot im Stadion, die Vorgabe, dass nur Getesteten, Geimpften oder Genesenen Einlass gewährt wurde und die Maskenpflicht in der Arena bewertet das Gesundheitsreferat als sinnvoll: Das Sicherheits- und Hygienekonzept ließe sich "in wesentlichen Punkten auf Spiele der Bundesliga und der Champions League übertragen", so das Fazit. Solange die Sieben-Tage-Inzidenz nicht an drei Tagen nacheinander über 35 liegt, dürfen aktuell bis zu 20 000 Zuschauer in die Arena. Am Mittwoch betrug der Wert 32,9.

13 Landkreise über 50er Inzidenz

Mittwoch, 18. August, 13.20 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat übersteigt in mehreren Landkreisen Bayerns den Wert 50. Insgesamt 13 Landkreise liegen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) nun bei einer Inzidenz von mehr als 50. Dazu zählen die Landkreise Dachau, Regen, Rosenheim, Erding, Weilheim-Schongau, Bamberg, Eichstätt, Schweinfurt, Mühldorf a.Inn, Dillingen a.d.Donau, Rosenheim, Dingolfing-Landau und Weiden in der Oberpfalz. Mit einer Inzidenz von 86,6 ist Weiden der Landkreis mit den höchsten Infektionszahlen im Freistaat. Den niedrigsten Wert verzeichnet der Landkreis Ansbach mit einer Inzidenz von 4,9.

Für die 13 Landkreise, in denen die Inzidenz mehr als 50 beträgt, gelten nun wieder schärfere Regeln: Es dürfen sich nur zehn Personen aus maximal drei Haushalten treffen, Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet, ebenso wenig vollständig Geimpfte und Genesene. Zu privaten Feiern wie Hochzeiten, Geburtstagen, Taufen, Beerdigungen oder Vereinssitzungen dürfen sich im Freien bis zu 50 Menschen versammeln, drinnen bis zu 25. Sie müssen allerdings einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können. Für Besuche im Restaurant ist dort auch wieder ein negativer Test nötig, wenn mehr als ein Haushalt an einem Tisch sitzt. Zudem gilt ab 1 Uhr eine Sperrstunde.

Inzidenz in Bayern steigt auf 31,0

Mittwoch, 18. August, 7.00 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat steigt weiter an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Mittwoch eine Inzidenz von 31,0 (Dienstag: 28,0). Der Bundesdurchschnitt reißt die 40er-Marke: Das RKI meldet am Mittwoch einen Wert von 40,8 (Dienstag: 37,4). Der Landkreis Dingolfing-Landau verzeichnet mit einem Wert von 80,7 nicht mehr die höchste Inzidenz in Bayern. Diese weist nun die Stadt Weiden in der Oberpfalz mit einem Wert von 86,8 auf. Die Inzidenz in der Landeshauptstadt München steigt laut RKI am Mittwoch leicht auf 32,9.

Keine generelle Impfung an Schulen: Kultusministerium weist Forderung zurück

Dienstag, 17. August, 16.43 Uhr: Bayern plant derzeit keine großangelegten Impfaktionen für Schülerinnen und Schüler an den Schulen. "Impfen ist eine individuelle Entscheidung und keine Voraussetzung für den Schulbesuch", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Dienstag Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Impfungen finden grundsätzlich in den Impfzentren und in Hausarztpraxen statt", betonte er. Unter anderem die SPD und die Grünen hatten schnelle und niedrigschwellige Impfaktionen gefordert, die möglichst noch während der Sommerferien starten sollten. SPD-Landeschefin Ronja Endres hatte dies auch an Schulen gefordert.

In Einzelfällen könne es aber auch zu Impfaktionen an Schulen kommen, wenn Kommunen, Schulen und Impfzentren dies wünschten und untereinander koordinierten. Vollständig geimpfte Schülerinnen und Schüler seien auch weiterhin an die Hygieneregeln in den Schulen - wie das Tragen von Masken und das Abstandhalten - gebunden. Sie würden aber von der Pflicht zu regelmäßigen Corona-Tests befreit.

Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern steigt auf 28,0

Dienstag, 17. August, 7.00 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat steigt weiter an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Dienstag eine Inzidenz von 28,0 (Montag: 27,2). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 37,4 (Montag: 36,2). Die bayernweit höchste Inzidenz verzeichnet weiterhin der Landkreis Dingolfing-Landau, jedoch ist der Wert dort auf 83,8 (Montag: 87,9) gesunken und liegt damit bundesweit auf Rang neun. Die Inzidenz in der Landeshauptstadt München steigt laut RKI am Dienstag leicht auf 32,7 (Montag: 32,6).

Bayern startet mit Auffrischungsimpfungen

Montag, 16. August, 7.05 Uhr: In Bayern können von sofort an etwa Alte und Pflegebedürftige Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus erhalten. "Die Impfzentren und die niedergelassenen, behandelnden Ärzte können in Bayern schon jetzt Auffrischungsimpfungen anbieten", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag in München. Dies gilt vor allem für Hochbetagte über 80 Jahre, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit Immunschwächeerkrankungen oder Immunsuppression und Pflegebedürftige, die zu Hause leben.

Voraussetzung für die Auffrischung ist, dass die Zweitimpfung sechs Monate zurückliegt. Vorgesehen sind laut Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz für eine Auffrischung auch alle, die vollständig mit einem Vektorimpfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft sind. In der Praxis wird dieser Personenkreis allerdings wegen des auch hier geltenden Sechs-Monate-Abstandes erst ab Anfang September an die Reihe kommen. Holetschek empfahl, dass sich die Impfzentren und niedergelassenen Ärzte zunächst auf die Menschen in den Pflegeeinrichtungen konzentrieren sollten. "Denn dort leben die Menschen, die zuerst geimpft wurden", sagte der Minister. Dann könnten sich auch gleich bisher ungeimpfte Mitarbeiter der Einrichtungen unbürokratisch mitimpfen lassen. Holetschek betonte die Wichtigkeit, auch weiter Erst- und Zweitimpfungen vorzunehmen: "Die Auffrischungsimpfungen werden nicht zu Lasten der Erst- und Zweitimpfungen gehen. Wir haben genügend Impfstoff. Erstimpfungen haben weiterhin höchste Priorität."

Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte und Besucher in Heimen

Samstag, 14. August, 18.13 Uhr: Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek (CSU) hat erneut auf die Testpflicht für ungeimpfte Besucher und Beschäftigte von Alten- und Pflegeheimen von Montag an hingewiesen. "Wenn Besuchende und Mitarbeitende aus dem Urlaub zurückkommen, hat so mancher das Coronavirus im Gepäck. Wir reagieren daher schon heute vorausschauend: Wer sich nicht impfen lassen kann oder will, muss sich ab dem 16. August testen lassen", sagte Holetschek am Samstag in München. "Angesichts wieder steigender Inzidenzen müssen wir die besonders gefährdeten Gruppen mit allen Mitteln schützen." Die Testpflicht gilt unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz des jeweiligen Ortes.

Nicht geimpfte oder nicht genesene Beschäftigte in Alten- sowie von Pflege- und Behinderteneinrichtungen müssen sich demnach ab Montag an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche, in der sie zum Dienst eingeteilt sind, auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen. Das Schutz- und Hygienekonzept von Krankenhäusern sowie von Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen muss ein Testkonzept enthalten, das Testangebote für die Beschäftigten an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche vorsieht. Auch Besucher von Bewohnern von Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen müssen sich unabhängig von der Inzidenz testen lassen, wenn sie nicht vollständig geimpft oder genesen sind.

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