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Impfzentren, Termine, Regeln:So funktioniert die Corona-Impfung in Bayern

Hier entlang: Das Erdinger Impfzentrum befindet sich in der Sporthalle einer Grundschule.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Schon im Mai will Bayern die Priorisierung aufheben. Wer kann sich schon vorher impfen lassen? Wie bekommt man einen Termin? Welche Unterlagen braucht man? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Von Bernd Kramer

Impfen, impfen, impfen: Nach einem schleppenden Start hat die Impfkampagne inzwischen an Fahrt aufgenommen. Mehr als eine Million Menschen in Bayern waren bis zum 5. Mai vollständig geimpft, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte. Knapp vier Millionen Menschen haben bis dahin zumindest die erste Dosis eines Vakzins bekommen. Der Zugang zur Spritze gegen das Coronavirus soll noch viel einfacher werden: In der Woche vom 17. Mai will Bayern die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe bei Hausärzten aufheben. In den Impfzentren soll sie bestehen bleiben. Wie funktioniert die Impfung? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Ist die Covid-19-Impfung verpflichtend?

Nein, eine Impfpflicht gibt es in Deutschland nur gegen Masern, sonst nicht. Die Corona-Impfung ist freiwillig, auch bei der Impfung im Betrieb darf ein Arbeitnehmer nicht vom Chef oder der Chefin gezwungen werden. Eine Impfung ist aber in jedem Fall ratsam. Die Risiken einer Impfung sind sehr viel kleiner als die einer Corona-Infektion.

Ich möchte mich bei meinem Hausarzt impfen lassen. Wie funktioniert das?

Seit April verabreichen Hausärztinnen und -ärzte in Bayern die Corona-Impfung, auch in Facharztpraxen wird inzwischen geimpft. Bald wurden in den Praxen schon mehr als die Hälfte aller an einem Tag verspritzten Impfdosen verabreicht. Allerdings ist die Verteilung etwas ungleich: Weil es im ländlichen Raum weniger Ärzte gibt, ist dort auch die Impfquote schlechter.

Noch gilt beim Arzt wie auch im Impfzentrum die Impfreihenfolge: Menschen, die als besonders gefährdet für schwere Verläufe gelten oder ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben, bekommen die Dosis eher. Impftermine beim Hausarzt werden nicht über ein zentrales Impfportal vergeben wie die Termine in den Impfzentren. Nach dem 17. Mai soll im Laufe der Woche die Priorisierung aufgehoben werden - dann stehen alle Vakzine allen Patientinnen und Patienten grundsätzlich offen.

Wie bekomme ich einen Impftermin bei meinem Arzt?

Wer sich beim Hausarzt impfen lassen möchte, muss direkt einen Termin mit der Praxis vereinbaren. Anfangs gingen viele Ärztinnen und Ärzte selbst auf die ihnen bekannten Risikopatienten zu und machten diesen ein Impfangebot. Oft gibt es aber die Möglichkeit, sich auf Wartelisten setzen zu lassen, um spontan eine übriggebliebene Impfdosis abzubekommen. Auf Dauer werden Impfwillige auch von sich aus Termine in den Praxen vereinbaren können.

Kann ich mich impfen lassen, auch wenn ich zu keiner priorisierten Gruppe gehöre?

Die Priorisierungsregeln sollen bundesweit im Juni aufgehoben werden. In Bayern soll die Impfung bereits kommende Woche für alle Erwachsenen geöffnet werden und damit früher als in anderen Ländern - so denn die Hersteller wie angekündigt liefern und das Impfen der besonders gefährdeten Gruppen im entsprechenden Tempo voranschreitet. Ab dann kann jede und jeder Impfwillige frei einen Termin beim Arzt oder in einem Impfzentrum vereinbaren.

Für den Impfstoff von Astra Zeneca wurde die Priorisierung bereits am 21. April aufgehoben, am 10. Mai kündigte das Bundesgesundheitsministerium dasselbe für den Impfstoff von Johnson & Johnson an. Das heißt: Auch Menschen unter 60 Jahren und ohne Vorerkrankungen können sich mit diesen beiden Vakzinen impfen lassen.

Ich möchte mich mit Astra Zeneca impfen lassen. Was muss ich tun?

Nachdem bei einigen wenigen Geimpften schwere Thrombosen aufgetreten waren, hatte die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung geändert und Astra Zeneca nur noch für Über-60-Jährige empfohlen. Da die Komplikationen allerdings sehr selten ist, stellt das bayerische Gesundheitsministerium die Entscheidung den Patienten frei und setzt auf die Beratung der Ärzte.

In den Impfzentren in Bayern wird der Impfstoff von Astra Zeneca nicht mehr verabreicht. Wer sich impfen lassen, muss also einen Termin in einer Arztpraxis vereinbaren.

Wie funktioniert die Impfung im Impfzentrum?

Anders als beim Arzt oder der Ärztin werden die Termine der Impfzentren zentral online vergeben. Einen Termin können Impfwillige über das Impfportal der bayerischen Staatsregierung vereinbaren. Auf dem Portal werden unter anderem Beruf, Alter und Vorerkrankungen abgefragt. Mit diesen Angaben wird festgelegt, in welcher Prioritätengruppe man ist und wann der oder die Impfwillige an der Reihe ist. Die Impfinteressenten werden per SMS oder E-Mail benachrichtigt, sobald sie ihre Termine buchen können. Ihnen stehen dann in der Regel mehrere Termine zur Auswahl, aus denen sie zwei wählen: einen für die erste Impfdosis, einen für die zweite einige Wochen später.

Muss ich den Termin über das Impfportal buchen? Kann ich den Impftermin auch telefonisch vereinbaren?

Neben dem Online-Portal gibt es zwei andere Wege, um einen Termin im Impfzentrum zu vereinbaren. Man kann sich direkt an das Impfzentrum wenden, das für den jeweiligen Landkreis zuständig ist. Oder man wählt die bundesweit einheitliche Hotline 116 117 und lässt sich von dort an das zuständige Impfzentrum weiterleiten. Die Nutzung des Impfportals wird vom Freistaat aber empfohlen. Inzwischen wurde es so angepasst, dass man sich auch ohne eigene E-Mail-Adresse registrieren kann. Mit einer E-Mail-Adresse zum Beispiel eines Familienmitglieds können nun bis zu fünf Personen angemeldet werden.

Kann ich über das Impfportal auch Termine in den Arztpraxen buchen?

Nein. Hausärztinnen und Hausärzte haben keinen Zugriff auf das Impfportal. Termine muss man also in dem Fall direkt mit der Praxis ausmachen (oder warten, bis die Praxis von sich aus mit einem Impfangebot kommt). Wer sich auf dem Impfportal registriert hat, aber in der Zwischenzeit in einer Praxis eine Impfung bekommen konnte, sollte seine Anmeldung möglichst rasch wieder löschen.

Ich bin Kontaktperson, wie kann ich geimpft werden?

Schwangere können bis zu zwei Kontaktpersonen ausweisen, die in der Impfreihenfolge dadurch nach vorne in die zweite Priorisierungsgruppe rutschen. In der Regel reicht dafür laut Impfverordnung eine einfach Bestätigung der Schwangeren, die bei der Impfung vorgelegt wird. Teils wird aber zusätzlich auch eine Kopie des Mutterpasses und des Personalausweises der Schwangeren verlangt. So steht es etwa in einer Informationsbroschüre des Landkreises Augsburg. Auch ältere Pflegebedürftige, so sie nicht in einem Heim leben, oder Risikopatienten können zwei Kontaktpersonen benennen, die dann in der Impfreihenfolge in dieselbe Priorisierungsgruppe rutschen, wie sie selbst. Hier braucht es ebenfalls eine schriftliche Bestätigung der betreffenden Person und gegebenenfalls einen Nachweis über deren Pflegegrad oder die Vorerkrankungen.

Werde ich schneller geimpft, je früher ich mich auf dem Impfportal registriere?

Nein. Grundsätzlich gilt: Wer sich registriert, muss sich hinten anstellen. Die Priorisierung wurde zwischenzeitlich zum Teil aber angepasst. So sind Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen und Erzieher inzwischen in die Prioritätengruppe 2 vorgerückt und können sich früher impfen als ursprünglich geplant. In Einzelfällen können Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen in der Reihenfolge aufrücken, auch wenn sie nicht zu einer priorisierten Gruppe gehören. Dafür muss ein Antrag bei der bayerischen Impfkommission gestellt werden.

Die Priorisierungsregeln gelten auch für die Impfung beim Hausarzt oder der bei der Hausärztin. Ausnahmen gibt es bei der Impfung mit Astra Zeneca, der Impfstoff ist inzwischen für alle Erwachsenen freigegeben, allerdings nur in den Arztpraxen. Und noch im Mai soll die Priorisierung in Bayern für alle Vakzine fallen.

Kann ich auch ohne Termin zur Impfung in ein Impfzentrum kommen?

Nein. Wer ohne Termin in ein Impfzentrum kommt, wird abgewiesen.

Was ist, wenn ich meinen Impfausweis verloren habe?

Wer einen Impfausweis hat, soll ihn zum Termin mitbringen - egal ob im Impfzentrum oder beim Arzt. Die Corona-Schutzimpfung wird dann darin notiert. Eine Impfung bekommt aber auch, wer keinen Impfausweis vorlegen kann. Das Impfzentrum stellt dann eine Impfbescheinigung aus.

Wie läuft ein Termin im Impfzentrum ab?

Nachdem das Personal im Impfzentrum die Daten abgeglichen hat, erklärt ein Arzt oder eine Ärztin die Impfung. Dabei soll auch die medizinische Vorgeschichte des Impfwilligen besprochen werden, außerdem bleibt Zeit für offene Fragen. Daher sollte man wichtige Unterlagen wie etwa einen Herzpass, einen Diabetikerausweis oder eine Medikamentenliste zum Termin mitbringen. In manchen Impfzentren findet diese Aufklärung schon in verschiedenen Stationen statt. Vor der Impfung unterschreibt der Impfinteressent eine Einverständniserklärung. Nach der Impfung sollte man gut 20 Minuten in einem Beobachtungsraum oder in einer Ruhezone abwarten.

Ist die Corona-Impfung kostenpflichtig?

Nein. Die Kosten übernehmen der Bund, die Länder und die Krankenversicherungen.

© SZ/amm, van, infu
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