Berühmte Sportstätte:Zerstörte Bobbahn am Königssee soll wiederaufgebaut werden

Berühmte Sportstätte: Auch mehr als ein Jahr nach dem Unwetter vom 17. Juli 2021 war der obere Teil der Bobbahn am Königssee noch teilweise unter Schutt begraben.

Auch mehr als ein Jahr nach dem Unwetter vom 17. Juli 2021 war der obere Teil der Bobbahn am Königssee noch teilweise unter Schutt begraben.

(Foto: Matthias Köpf)

Der Kreistag des Berchtesgadener Landes billigt die Pläne zur Erneuerung des bei einem Unwetter schwer beschädigten Eiskanals. Warum Naturschützer das 60-Millionen-Vorhaben kritisch sehen.

Von Matthias Köpf, Schönau am Königssee

Der internationale Bob- und Rodelsport und das deutsche Leistungszentrum in Berchtesgaden werden noch zwei weitere Winter ohne die Bobbahn am Königssee auskommen müssen. Doch zur Saison 2025/26 soll der 2021 bei einem Unwetter teilweise zerstörte Eiskanal wieder aufgebaut und erneuert sein. Die Pläne dafür hat der Kreistag des Berchtesgadener Landes am Dienstagvormittag mit großer Mehrheit endgültig beschlossen.

Dass die 1960 als erste Kunsteisbahn der Welt ausgebaute Anlage an den Hängen des Grünsteins rekonstruiert werden soll, steht politisch im Grundsatz schon fest, seit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der damalige Bundesfinanzminister und heutige Kanzler Olaf Scholz am Tag nach dem Unwetter an den Königssee geeilt waren und Hilfe zugesagt hatten. 53,5 Millionen Euro stellt der Bund dafür zur Verfügung. Das Geld stammt aus einem nach der Flutkatastrophe vom Juli 2021 aufgesetzten Hilfstopf. Damals waren allein im Ahrtal in Rheinland-Pfalz mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen und zahllose Häuser zerstört worden. In Schönau am Königssee hatten nach dem Starkregen in jener Nacht große Mengen Schlamm, Geröll und Treibholz mehrere Wohnhäuser beschädigt und den obersten Teil der Bobbahn zugeschüttet und teilweise mit sich gerissen.

Die nun endgültig beschlossenen Pläne zum Wiederaufbau der Bahn umfassen auch Eingriffe zum Schutz der Bahn vor neuerlichen Erdrutschen und Steinschlägen. Dafür kann der Landkreis als Eigentümer der Anlage weitere knapp sechs Millionen Euro aus anderen Fördertöpfen ausgeben. Für den zwischenzeitlich erwogenen Umbau zu einer rein rechnerisch klimaneutralen Sportstätte reichen die zugesagten Mittel jedoch nicht aus.

Naturschützer im Berchtesgadener Land sehen die Pläne deshalb kritisch und weisen nicht nur auf den hohen Energieverbrauch durch die künstliche Kühlung des Eiskanals hin. Sie erkennen auch weiterhin ein hohes Risiko, dass die Bahn abermals durch ein Unwetter beschädigt wird. Dieses Risiko wollen die Planer auch dadurch eindämmen, dass die Bahn den von Grünstein herabfließenden Klingerbach in Zukunft nicht mehr queren wird.

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