Meinung
Aufgereihte Leichen, verzweifelte Mütter, Gewerkschafterinnen, die in den Trümmern Labels fotografieren - und nach jedem Unglück reden sich die Textilunternehmen raus. Und auch wenn jetzt endlich Kik, H&M und Co. ein Abkommen unterzeichnen: Solange nicht weltweit Standards und Mindestlöhne gelten, werden wir immer wieder Leichen zählen.
Ein Kommentar von Karin Steinbergermehr...
Es brauchte erst eine Katastrophe mit mehr als 1100 Toten, um die großen Textilunternehmen zum Handeln zu bewegen. Nach dem Fabrikeinsturz haben jetzt zahlreiche Ketten ein Sicherheitsabkommen unterzeichnet. Ein großes deutsches Unternehmen konnte sich erst nach dem offiziellen Ablauf der Frist zu dem Schritt durchringen.
Von Karin Steinbergermehr...
Nach Unfällen wie der Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" haben die Experten große Probleme, ausgelaufenes Erdöl zu sichern. Jetzt sind Wissenschaftler auf eine überraschende Möglichkeit gestoßen: billige Baumwolle.
Von Christopher Schradermehr...
Meinung
Bangladesch steht für Tod. Für Ausbeutung und Profit. Für Gewissenlosigkeit der Produzenten. Bangladesch steht für Korruption und Wegschauen. Der Fabrikeinsturz zeigt erneut, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Firmen nichts wert sind.
Ein Kommentar von Sibylle Haasmehr...
Proteste in Bangladesch: Tausende Menschen gehen seit dem verheerenden Fabrikunglück für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße. Bei einer Demonstration nahe der Hauptstadt reagierte die Polizei nun mit großer Härte - etwa 50 Menschen wurden verletzt.
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17 Cent Stundenlohn, ein Minister für Jute - und Behörden, die mit der schwachen Stellung der Arbeiter um Geld werben: Bangladesch ist von der Modeproduktion für reiche Länder abhängig. Die Katastrophe von Savar hat es nun mit schrecklicher Kraft in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerissen.
Von Jannis Brühlmehr...
Während in Bangladesch immer noch nach Opfern gesucht wird, reißt die Forderung nach höheren Sicherheitsstandards in der Textilindustrie nicht ab. Erste westliche Unternehmen sollen sich dazu bereits getroffen haben. Ein weiterer Ingenieur ist inzwischen verhaftet worden. Er war bereits vor dem Einsturz der Textilfabrik auf Risse im Mauerwerk aufmerksam gemacht worden.
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Die Zahl der Toten steigt noch immer, doch der Alltag in Bangladesch geht weiter. Nach dem Einsturz einer Textilfabrik und tagelangen Streiks haben alle Fabriken wieder geöffnet. Nun wird Kritik am TÜV Rheinland laut - deutsche Prüfer waren noch 2012 in dem Gebäude.
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13 Tage sind seit dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch vergangen, noch immer arbeiten die Rettungskräfte rund um die Uhr. 705 Menschen konnten bisher nur noch tot aus den Überresten des Gebäudes geborgen werden. Die Überlebenden warten demnach auf die Auszahlung ihrer Löhne.
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Für Hungerlöhne wird in Bangladesch Kleidung hergestellt. Das Hauptziel der Ware: Europa. Nun fordert die EU, dass das Land internationale Sicherheitsstandards einhalten solle.
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In Südindien schuften junge Mädchen jahrelang für ihre Aussteuer. Eltern geben die Mädchen in die Obhut von Textilfabriken, in denen sie dann ihre eigene Mitgift verdienen müssen. Von dieser Sklavenarbeit profitieren auch deutsche Kunden.
Von Daniel Brössler, Berlinmehr...
Die Idee war hochfliegend: Der Industriepark Kaesong sollte Nordkorea sanft in Richtung Umschwung lenken. Tatsächlich wird in der Sonderwirtschaftszone genäht und geschraubt, Auto- und Textilindustrie lassen billig produzieren. Das stärkt das Regime, aber längst gibt es wirtschaftlich wichtigere Alternativen.
Von Stefan Korneliusmehr...
Wegen der kritischen Lage auf dem Finanzmarkt vertagt das amerikanische Modeunternehmen seinen geplanten Börsengang - offenbar für mindestens ein Jahr.
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In Bangladesch brennt eine Fabrik, Arbeiter sterben. In Europa sitzen die Auftraggeber und sagen: Wir können unsere Zulieferer nicht hundertprozentig kontrollieren. Ein Gespräch mit einem Otto-Manager über soziale Verantwortung in der Textilindustrie.
Von Elisabeth Dostertmehr...
Der verheerende Fabrikbrand in Bangladesch mit mehr als hundert Opfern hat die Branche aufgerüttelt: Jetzt will der Erzeugerverband Bioland ein neues Textil-Siegel einführen. Sieben Prinzipien sollen dafür sorgen, dass die Kleidung ökologisch und sozial korrekt produziert wird.
Von Stefan Mayrmehr...
Mit zwölf Jahren ist die Kindheit in vielen Billiglohnländern Asiens vorbei. Unter unmenschlichen Qualen müssen Kinder dort nicht nur Billigtextilien herstellen, sondern auch Luxuswaren. Von den Millionenwerten, die durch ihre Hand geschaffen werden, bleibt den Kindern selbst nichts. Nur neue Gesetze könne dies ändern.
Von Sibylle Haasmehr...
Die Frauen nähen wie Getriebene, sie werden beleidigt, sexuell belästigt, geschlagen. Die Textilproduktion für westliche Konzerne in Billiglohnländern fußt auf der Ausbeutung von Frauen. Wenn Menschen bei der Herstellung von Billigtextilien sterben wie jetzt in Bangladesch, ist der Aufschrei jedes Mal groß. Doch an der Situation ändert sich nichts.
Von Karin Steinberger und Stefan Webermehr...
Meinung
Die Ansichten vieler Deutscher zur Finanzierung von Parteien sind ein bisschen verklemmt. Es ist nicht automatisch ein Skandal, wenn Spender ihre Verbundenheit zu einer Partei auch durch Geld zum Ausdruck bringen. Schärfere Vorschriften für die Veröffentlichung von Spenden sind aber trotzdem nötig.
Ein Kommentar von Detlef Esslingermehr...
Im Februar starben bei Krawallen in der ägyptischen Fußball-Liga 74 Fans. Seitdem ruhte der Ligabetrieb, 21 Todesurteile wurden gefällt. Erst an diesem Wochenende soll wieder gespielt werden. Ob diesmal alles friedlich bleibt, ist ungewiss. Denn die Ultra-Gruppierungen fordern Vergeltung.
Von Tomas Avenarius, Kairomehr...
Die Bundesrepublik ist eine Exportnation, deutsche Produkte stehen für Qualität - das war nicht immer so. Seit 1887 gibt es das Siegel "Made in Germany". Doch wie deutsch sind deutsche Produkte wirklich? Süddeutsche.de nimmt zehn Marken unter die Lupe.
Von Sabrina Keßler und Julia Webermehr...
Wer wäre nicht gerne Thronfolger von Großbritannien? Prinz William hat nicht nur einen Hubschrauberpilotenschein, eine attraktive Frau an seiner Seite und die Aussicht, irgendwann einmal König zu werden. Er kann auch die Kluft der britischen Olympioniken tragen, ohne sich körperlich verausgaben zu müssen. In Herzogenaurach dürfte man sich darüber freuen.
Eine Stilkritik von Lena Jakatmehr...
In ihren Ausgeh-Uniformen von Ralph Lauren sehen die amerikanischen Olympioniken aus, als kämen sie direkt von der Navy. Es ist nur ein kleines Detail, das die Heimatfront jetzt in Rage versetzt - auf dem kleinen Schild im Kragen steht: Made in China. Doch ohne ihre Sportleroutfits hätten die Athleten gerade in London ein Problem.
Eine Glosse von Boris Herrmannmehr...
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