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Textilhandel:Adler Modemärkte überschuldet

Adler Modemärkte AG

Plastiktüten der Adler Modemärkte. Die Filialen sind derzeit geschlossen.

(Foto: Frank Leonhardt/dpa)

Das Handelsunternehmen meldet Insolvenz in Eigenregie an. Grund seien die Umsatzeinbußen durch den Lockdown seit Dezember.

Der Vorstand der Adler Modemärkte AG hat am Sonntag wegen Überschuldung der Gesellschaft beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zu stellen. Ziel der Eigenverwaltung sei es, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren, teilte das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung mit.

Auslöser für den Insolvenzantrag seien die erheblichen Umsatzeinbußen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schließungen fast aller Verkaufsfilialen als Folge des neuerlichen Lockdowns. Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht möglich, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds beziehungsweise durch Investoren zu schließen, hieß es weiter. Die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH hätten ebenfalls beschlossen, einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.

Die Gruppe setzte 2019 etwa 495,4 Millionen Euro um und erzielte einen Gewinn (Ebitda) von 70,3 Millionen Euro. Adler beschäftigte zum 30. September 2020 rund 3350 Mitarbeiter und betreibt 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland, 24 in Österreich, drei in Luxemburg, zwei in der Schweiz sowie einen Online-Shop. Das Unternehmen sieht sich "in dem kaufkraftstarken Segment der Altersgruppe ab 55 Jahre" als Marktführer.

© SZ/kö
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