Hoffen auf die Trendwende: Nachdem die Liberalen Joachim Gauck als designierten Bundespräsidenten durchgesetzt haben, keimt Zuversicht in der arg lädierten Regierungspartei. Der Parteivorstand zeigt sich stolz, lobt den Mut des Vorsitzenden Philipp Rösler und erzählt sich, wie wütend die Kanzlerin auf Indiskretionen in der Union reagierte.
Von
Oliver Das Gupta
Historische Verpflichtung und Garantie für künftigen Wohlstand: Peer Steinbrück beschwört in Washington ein geeintes Europa. Der Vielleicht-Kanzlerkandidat der SPD spricht über Deutschlands Rolle in der Wirtschaftskrise sowie einen "Plan B" für Griechenland - und stichelt gegen die FDP und die scheinheilige Kritik der Amerikaner. Doch die fühlen sich vom Ex-Finanzminister nicht angesprochen.
Von
Matthias Kolb, Washington
Laut aktueller Umfragen bleibt die Union weiterhin stärkste Kraft und baut den Vorsprung gegenüber der SPD sogar aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel führt die Liste der beliebtesten Politiker Deutschlands klar an - die Zustimmung für den Bundespräsidenten ist dagegen noch weiter gesunken.
Der Rückhalt für den Bundespräsidenten in der Bevölkerung schwindet: In neuesten Umfragen sprachen sich 50 Prozent der Befragten für einen Rücktritt Wulffs aus. Auch seine Beliebtheitswerte sinken weiter.
Die FDP ist im historischen Umfragetief - und wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung: Wegen ihrer spärlichen Anhängerzahl verschwinden die Liberalen nun auch noch aus Teilen der Polit-Umfragen. Die wenigen Antworten sind statistisch schlicht nicht mehr sinnvoll interpretierbar.
Von
Peter Blechschmidt, Berlin
Die Bundesregierung wehrt sich gegen eine Ausweitung des Rettungsschirms - und handelt damit im Sinne der Bürger. Die Deutschen lehnen es mit satter Mehrheit ab, noch mehr Geld für klamme Euro-Staaten zur Verfügung zu stellen.
Christian Wulff droht neuer Ärger: Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll er beruflich erworbene Bonusmeilen privat verwendet haben. In der CDU hat man die Hoffnung auf ein schnelles Ende der Affäre inzwischen aufgegeben.
Einmaliger Vorgang im Bundespräsidialamt: Die Staatsanwaltschaft hat das ehemalige Büro des langjährigen Sprechers von Bundespräsident Wulff, Olaf Glaeseker, durchsucht. Die Opposition sorgt sich um das Ansehen Deutschlands. Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist der Auffassung, Wulff müsse zurücktreten.
Der Bundespräsident beugt sich dem Druck: Wulffs Anwälte wollen nun doch weitere Journalistenanfragen und die Antworten darauf in der Kredit- und Medienaffäre veröffentlichen. Wulff hatte dies zunächst abgelehnt.
Im Saarland ist der Weg frei für Neuwahlen: Der Landtag in Saarbrücken hat sich aufgelöst - lediglich die FDP-Abgeordneten enthielten sich der Stimme. Laut einer aktuellen Umfrage darf sich der SPD-Vorsitzende Maas gute Chancen ausrechnen, Chef einer großen Koalition zu werden.
Experiment mit Vorschusslorbeeren: Die nun beschlossene schwarz-grüne Koalition in Hamburg wird von der Mehrheit der Deutschen laut dem neuen ZDF-Politbarometer positiv aufgenommen. Ein Modell mit Vorbildcharakter?
Die Partei von Guido Westerwelle kommt aus der Krise nicht heraus. In der aktuellen Umfrage des ZDF sinkt sie in der politischen Stimmung auf nur noch drei Prozent. Die Mehrheit der Befragten geben dem Parteichef die Schuld.
Die Mehrheit der Deutschen hält Steuersenkungen für wichtiger als die Haushaltskonsolidierung. Die SPD bekommt laut ZDF-Politbarometer wieder mehr Zustimmung.
SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier hat ihm Beliebtheitsranking mit Angela Merkel gleichgezogen. In zwei anderen Kategorien liegt die Kanzlerin aber vor ihrem Stellvertreter.
Gerade erst hat sich SPD-Chef Kurt Beck auf dem Parteitag feiern lassen, doch die Bürger trauen den Sozialdemokraten offenbar immer weniger zu. Laut ZDF-Politbarometer liegt die SPD derzeit bei nur 30 Prozent.
Die steigenden Energiepreise beeinflussen offenbar die Haltung zur Atomkraft: Erstmals seit Jahren spricht sich eine Mehrheit der Deutschen für längere Laufzeiten der 17 Atomkraftwerke aus.
Die hessische SPD-Vorsitzende Ypsilanti will mit Hilfe der Linken die Regierung in Wiesbaden übernehmen - bei den Bundesbürgern findet das Vorhaben wenig Anklang.
Schlechte Zeiten für die Koalition: Die Regierungsparteien verlieren an Unterstützung - während die Liberalen punkten können. Thema Nummer eins bei den Wählern ist die Finanzkrise.
Im Beliebtheitsranking kann die FDP weiter zulegen, die Union sackt ein wenig ab. Dennoch behält Schwarz-Gelb eine klare Mehrheit. Bei der Kanzler-Frage vergrößert sich Angela Merkels Vorsprung.
Nach den Personalentscheidungen vom Wochenende spürt die SPD leichten Aufwind. Merkel liegt in der Wählergunst aber vor ihrem neuen Herausforderer Steinmeier.
Knapp fünf Monate vor der Bundestagswahl hat SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in der Wählergunst zugelegt. Kanzlerin Merkel allerdings ist weit entrückt.
Spitzenpolitiker von CDU und SPD gewinnen in der Finanzkrise an Ansehen - doch der CDU trauen die Bürger dabei mehr als der SPD zu. Die liegt weiter deutlich hinter der Union.
Die Diskussion um ein schwarz-grünes Bündnis in Hamburg scheint Teile des bürgerlichen Lagers zur FDP zu treiben. Und die Diskussion um die Linkslastigkeit der SPD schadet vor allem dem Parteichef.