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Wirtschaft kompakt:Krieg der Discounter

Aldi und andere Discounter schrauben die Preise massiv nach unten. Außerdem: Nach zwei gescheiterten Versuchen wollen sich United Airlines und US Airways erneut zusammenschließen.

Der Preiskrieg im deutschen Lebensmittelhandel geht weiter.

Disounter, Aldi, Lidl, Norma, Penny, Preiskrieg, Lebensmittelhandel, Foto: AP

Saftige Preissenkungen gibt es nicht nur bei der Milch. Der Discounter Aldi wirbt für 22 Produkte, die jetzt weniger kosten.

(Foto: Foto: AP)

Bereits zum vierten Mal in diesem Jahr setzten Aldi, Penny, Netto und andere Billiganbieter den Rotstift an und reduzierten die Preise für zahlreiche Produkte wie Tiefkühlpizza, Margarine oder Schokoriegel.

Marktführer Aldi warb in großformatigen Anzeigen mit Preissenkungen für insgesamt 22 Produkte. Die Preisabschläge betrugen bis zu 17 Prozent. Der zur Edeka-Gruppe gehörende Discounter Netto und der zur Rewe-Gruppe gehörende Konkurrent Penny senkten ebenfalls die Preise für über 20 Artikel.

Auch der fränkische Discounter Norma zog bei der vierten Preissenkungswelle in diesem Jahr mit. Der Preisrutsch dürfte auf den gesamten deutschen Lebensmittelhandel ausstrahlen. Denn Aldi gilt in der Branche als Preisführer, an dem sich alle anderen Unternehmen orientieren.

Verrostete Bremsen - GM am Pranger

In den Vereinigten Staaten könnte der nächste Massenrückruf von Autos anstehen. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit geht Beschwerden über verrostete Bremsen bei GM-Allradwagen auf den Grund. 110 Fahrer hatten moniert, dass die Bremskraft wegen der Korrosion nachgelassen habe. In 37 Fällen hätten Werkstätten die Probleme bestätigt, berichtet die Verkehrssicherheitsbehörde auf ihrer Website.

Es soll zu drei Unfällen gekommen sein. Die Fachzeitschrift Automotive News bezifferte die Gesamtzahl der betroffen Fahrzeuge auf rund sechs Millionen. Die Behörde nimmt insgesamt sechs Geländewagen-Modelle und Pick-up-Trucks der Marken GMC und Chevrolet aus den Baujahren 1999 bis 2003 unter die Lupe.

General Motors versprach, kooperieren zu wollen. Käme es zu einem Rückruf, würde er in der gleichen Liga spielen wie bei Toyota. Der japanische Autohersteller ruft weltweit 8,5 Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale, rutschender Fußmatten und kurzzeitig aussetzender Bremsen zurück. Drei von vier Autos fahren in den USA. Auch bei GM läuft derzeit ein Rückruf von 1,3 Millionen Chevrolet- und Pontiac-Wagen wegen Problemen mit der Servolenkung.

UAL und US Airways wagen dritten Anlauf

In den USA bahnt sich eine der größten Fusionen der Luftfahrt-Geschichte an. Es ist allerdings bereits der dritte Versuch von US Airways und United Airlines innerhalb von zehn Jahren ihre beiden Gesellschaften zu verschmelzen.

Beide Unternehmen steckten bereits '"tief in Beratungen über einen Zusammenschluss". Mit einer Bekanntgabe sei aber frühestens in einigen Wochen zu rechnen, berichtete die New York Times online. Die Verhandlungen könnten - wie in der Vergangenheit - immer noch scheitern. Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass die Gespräche bereits Mitte Februar aufgenommen worden seien.

Widerstand dürfte es unter anderem von Gewerkschaften geben. Auch ist unklar, wie das neue Management aussehen würde. Das Wall Street Journal spekulierte, die knapp doppelt so große United Airlines könnte die Gespräche nur als willkommene Gelegenheit nutzen, um die totgelaufenen Fusionsverhandlungen mit Continental Airlines wieder in Schwung zu bringen.

Durch einen Zusammenschluss würde die zweitgrößte Fluggesellschaft der USA nach Delta Air Lines entstehen. Hintergrund der Gespräche sind die Sparzwänge der krisengeplagten Branche. In der Wirtschaftskrise waren die Fluggäste ausgeblieben, nun lasten die steigenden Treibstoffpreise auf den Gesellschaften. Sowohl US Airways als auch United Airlines schrieben zuletzt Verluste.

Die Unternehmen waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Aussicht auf eine Fusion ließ die Kurse aber nachbörslich in die Höhe schießen.

US Airways und United Airlines würden gut zusammenpassen: US Airways ist an der Ostküste und im Westen der USA stark vertreten, United hat viele Pazifik-Strecken und deckt den mittleren Westen ab.

Die beiden Konzern standen in den vergangenen zehn Jahren schon häufiger vor einem Zusammenschluss. Das Vorhaben scheiterte jedoch jedes Mal.

Problematisch sei vor allem gewesen, die verschiedenen Tarifverträge und Vertretung der Beschäftigten durch Gewerkschaften unter einen Hut zu bekommen, hieß es. Auch habe es immer wieder Zweifel gegeben, ob die beiden Gesellschaften ihre Drehkreuze unter einen Hut bekommen könnten.

Den letzten großen Zusammenschluss in der US-Luftfahrtindustrie wagten Delta Air Lines und Northwest Airlines Ende 2008. Das schützte die beiden Fluggesellschaften aber zuletzt auch nicht vor roten Zahlen.

Fluglotsen drohen Lufthansa mit Streik

Nach den Piloten der Lufthansa erwägen nun die Fluglotsen einen Streik. Die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Flugsicherung über die Arbeitszeiten der Lotsen seien gescheitert, erklärte die Gewerkschaft der Flugsicherung.

Die Tarifkommission habe deshalb die Genehmigung von Arbeitskampfmaßnahmen beim Bundesvorstand der Gewerkschaft beantragt.

Die Flugsicherung bestätigte den Abbruch der Gespräche. Sie gehe aber nicht von Streiks für kürzere Arbeitszeiten in einer Situation aus, in der der Luftverkehr ohnehin zurückgegangen sei, sagte ein Sprecher.

Erst am Vorabend hatten sich die Piloten der Lufthansa mit dem Unternehmen auf eine Schlichtung im aktuellen Tarifkonflikt geeinigt. Der für kommende Woche angedrohte viertägige Pilotenstreik ist damit vom Tisch.

H&M überrascht mit hohem Gewinn

Die schwedische Textilkette Hennes & Mauritz (H&M) hat in ihrem ersten Geschäftsquartal mehr umgesetzt und verdient als im Vorjahr.

Vor Steuern stieg der Gewinn in den Monaten Dezember bis Februar um 42 Prozent auf 5,1 Milliarden schwedische Kronen (522 Millionen Euro), wie der Konzern mitteilte. Analysten hatten mit weniger Gewinn gerechnet. Unter dem Strich wies Hennes & Mauritz einen Überschuss von 3,7 Milliarden Kronen aus nach 2,6 Milliarden im Vorjahr. Der Umsatz verbesserte sich um sieben Prozent auf 24,8 Milliarden Kronen. Den größten Anteil am Umsatz steuerte Deutschland bei.

Angesichts der noch immer schwachen Konjunktur seien das befriedigende Resultate, teilte H&M mit. Die Frühjahrskollektionen seien gut angenommen worden.

Im Februar stiegen die Erlöse in lokaler Währung um zehn Prozent. Der in das zweite Geschäftsquartal fallende März konnte von dem in diesem Jahr früheren Ostergeschäft profitieren und wies einen um über 20 Prozent höheren Umsatz aus.

H&M betreibt 2018 Läden weltweit und will weiter expandieren. Im Februar wurde der erste Laden in Südkorea aufgemacht, im März folgte Israel. Im zweiten Quartal will H&M insgesamt 73 Geschäfte eröffnen, vornehmlich in Großbritannien, China, Norwegen, Dänemark und Deutschland. Gleichzeitig sollen sechs Läden geschlossen werden.

British Airways und Iberia besiegeln Fusion

British Airways (BA) und die spanische Fluggesellschaft Iberia haben endgültig eine Fusion vereinbart. Die beiden Unternehmen teilten mit, sie hätten den entsprechenden Vertrag nun unterzeichnet.

Er entspricht demnach einer Grundsatzvereinbarung, auf die sich die Airlines bereits im November verständigt hatten. Abgeschlossen werden soll die Fusion bis Ende des Jahres. Die Aktionäre sollen ihre Zustimmung auf Hauptversammlungen im November geben.

BA und Iberia sollen den Angaben zufolge in der International Consolidated Airlines Group, kurz International Airlines Group, zusammengefasst werden. Die Vereinbarung von November sah vor, dass die Briten 55 Prozent der Anteile an der neuen Fluggesellschaft halten, die Spanier 45 Prozent.

Die beiden Fluglinien wollen aber weiter autonom unter ihren bisherigen Marken arbeiten. Die Unternehmen erhoffen sich nach eigenen Angaben nach den ersten fünf Jahren jährliche Einsparungen von 400 Millionen Euro.

© sueddeutsche.de/AP/dpa/dpa-AFX/AFP/pak/nog/tob/mel
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