Wirtschaft kompakt:Saftige Preissenkungen bei Discountern

Aldi und Penny läuten die nächste Runde im Preiskampf ein: Jetzt verramschen die Discounter Saft und Windeln. Außerdem: ProSieben fürchtet die Fußball-WM.

Mehrere Discounter haben die dritte Preissenkungswelle des laufenden Jahres im Lebensmittelhandel eingeläutet. Im Mittelpunkt stehen dabei Premium-Säfte, Apfelmus und Windeln, die unter Eigenmarken der Handelsketten angeboten werden. So senkten Aldi und Penny den Preis für Premium-Direktsaft um 10 Cent beziehungsweise 7 Prozent auf 1,29 Euro je Liter.

Apfelmus in der 710-Gramm-Packung wurde um 6 Cent beziehungsweise 13 Prozent auf 39 Cent gesenkt. Nach Einschätzung von Handelsexperten wurden bei den neuen Preissenkungen keine Rekord-Tiefststände erreicht. Bei Windeln reagieren Händler offenbar auf neue Angebote von Markenherstellern.

Maschinenbau ringt um Aufträge

Deutschlands Maschinenbau ist schwach ins neue Jahr gestartet. Der Auftragseingang lag im Januar real um drei Prozent unter dem entsprechenden Ergebnis des Vorjahres, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt mitteilte. Im Inlandsgeschäft gab es ein Minus von 17 Prozent. Die Auslandsnachfrage lag um sechs Prozent über dem Vorjahresniveau.

"Es zieht an, das macht Hoffnung. Aber von Normalität kann man noch nicht sprechen", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. "Nach dem guten Dezember ging es im Januar nicht in gleichem Maße weiter." Möglicherweise spiele dabei eine Rolle, dass viele Firmen wegen der noch immer niedrigen Auslastung der Produktionskapazitäten im Januar noch ungewöhnlich lange geschlossen hatten.

Zur Stütze wird zunehmend wieder das Geschäft außerhalb Deutschlands: "Im Auslandsgeschäft setzt sich der Erholungsprozess fort, den wir seit Sommer beobachten. Natürlich gibt es von Monat zu Monat Schwankungen, aber der Prozess ist relativ stabil", sagte Wiechers.

Zuwächse verbuchen nach Angaben von Wiechers etwa Hersteller von Textilmaschinen, die jedoch von sehr niedrigem Niveau kommen. Die größten Probleme hätten derzeit beispielsweise Turbinenhersteller und Unternehmen, die Anlagen für die Pharma- und Chemiebranche liefern. Für das Gesamtjahr 2010 rechnet der Verband weiterhin mit "Stagnation auf niedrigem Niveau".

Im Krisenjahr 2009 hatte die deutsche Schlüsselbranche den schlimmsten Absturz der Auftragseingänge seit mehr als 50 Jahren erlebt. Im Gesamtjahr lagen die Bestellungen um 38 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Zum Jahresende beschäftigte die Branche 920.000 Mitarbeiter. 2010 rechnet der Verband mit weiterem Stellenabbau.

ProSieben bläst Trübsal

Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 hat 2009 mit enttäuschenden Zahlen abgeschlossen. Der Jahresumsatz sank um 5,5 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss kletterte geringfügig von minus 119,1 Millionen auf plus 144,5 Millionen Euro. Auch für das aktuelle Geschäftsjahr gibt sich der Konzern verhalten: Trotz einem kleinen Umsatzplus im vierten Quartal sei 2010 nach wie vor "mit Unsicherheiten behaftet", teilte das Unternehmen mit.

Eine Prognose für 2010 sei daher nicht möglich, teilte das von den Finanzinvestoren KKR und Permira kontrollierte Unternehmen mit. Dieser Ausblick sei "nicht wirklich großartig", sagte ein Händler. Die Titel gaben im frühen Handel nach. Auch eine Abstufung durch die Commerzbank belasteten die Aktien.

Die Frankfurter stuften die ProSieben-Papiere von "Buy" auf "Hold" ab. Die Titel hätten ihr Kursziel von 11,00 Euro erreicht, schrieb Analyst Maxim Tilev zur Begründung. Darüber hinaus könnte die Mitte Juni in Südafrika startende Fußballweltmeisterschaft, die von den öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen werde, zu sinkenden Werbeeinnahmen im zweiten Quartal führen.

Gegen 10.30 Uhr notierten die Anteilsscheine am MDax-Ende um 2,51 Prozent auf 11,1 Euro. Der Index der mittelgroßen Werte hingegen gab nur um 0,19 Prozent auf 7.694,06 Zähler nach.

Beiersdorf kämpft mit Gewinneinbruch

Das abgelaufene Jahr endete für Beiersdorf nach bereits zuvor veröffentlichten Zahlen mit einem leichten Umsatzminus von 0,7 Prozent, wenn man Unternehmensverkäufe und Wechselkursveränderungen herausrechnet.

Bei einem Umsatz von 5,75 Milliarden Euro reduzierte sich der Jahresüberschuss von 567 auf 380 Millionen Euro. Dafür war maßgeblich die Klebesparte verantwortlich, die ihre Produkte zum Beispiel an die Automobilindustrie liefert und von der Krise deutlich stärker betroffen war. In der Folge wurden bei Tesa Leiharbeit abgebaut, Kurzarbeit eingeführt und Kapazitäten reduziert. Konzernchef Thomas B. Quaas zeigte sich enttäuscht über die Geschäftsentwicklung: "zufrieden sind wir natürlich nicht, gemessen an den Entwicklungen in den Jahren zuvor."

Weil quer durch den Konzern Stellen eingespart und zwei Unternehmen verkauft wurden, sank die Zahl der Mitarbeiter um rund 1500 auf gut 20.000. Im laufenden Jahr sei angesichts der Marktlage auch nicht mit einem größeren Personalaufbau zu rechnen. Die strategischen Wachstumsmärkte für Nivea liegen nach wie vor in Schwellenländern wie China, Russland und Brasilien, während die westeuropäischen Märkte weitgehend gesättigt sind und eher über Preis- und Verdrängungswettbewerb funktionieren.

© sueddeutsche.de/dpa/jcb/brz/pak
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