Defendants of far-right 'Oldschool Society' organisation stands between lawyers in courtroom in Munich
Prozess gegen Oldschool Society

Virtueller Stammtisch oder terroristische Zelle

Im Prozess gegen die Mitglieder der Oldschool Society wird an diesem Mittwoch das Urteil erwartet. Die entscheidende Frage: Wie bewertet das Gericht die Gewaltfantasien der Angeklagten?

Von Moritz Geier, Antonius Kempmann und Ronen Steinke

Fortsetzung Prozess gegen 'Gruppe Freital'
Prozess in Dresden

Beschuldigter der "Gruppe Freital" belastet Mitangeklagte

Im Prozess gegen die "Gruppe Freital" benennt der jüngste Angeklagte zwei Personen als Rädelsführer der mutmaßlichen Rechtsterroristen.

NSU
Digital-Reportage
NSU-Prozess

Die Puppe am Strick

Im NSU-Prozess muss das Gericht bald ein Urteil fällen. Welche Schuld trifft die Angeklagte Zschäpe? Eine Annäherung in elf Schlüsselszenen. Folge 2: Die Bombenattrappe an der Autobahn

Von Annette Ramelsberger und Tanjev Schultz

Generalbundesanwalt

Checkliste des rechten Terrors

Ein zehnseitiges Papier der Bundesanwaltschaft zeigt Fahndern, anhand welcher Kriterien sie potenzielle Rechtsterroristen erkennen können. Müssen Ermittler nur noch die Treffer addieren?

Von Lena Kampf und Hans Leyendecker

Möglicher Neonazi-Hintergrund

Polizei prüft ungeklärte Morde

Sind in Bayern mehr Menschen Opfer von Neonazi-Attacken geworden als bisher bekannt? Zahlreiche ungeklärte Taten werden nun auf einen möglichen rechtsextremen Hintergrund geprüft.

Rechtshilfe aus den USA

Bei der NSA nach dem NSU suchen

Was wissen die US-Geheimdienste über die NSU-Terroristen? Haben sie vielleicht mehr Informationen, als sie vor Bekanntwerden des NSA-Skandals mit deutschen Ermittlern teilten? Zum Angeklagten Ralf Wohlleben lieferten die Amerikaner schon eine Daten-DVD. Darauf: eine E-Mail vom "Sekretariat von Dr. Goebbels" und ganze Facebook-Protokolle.

Von Tanjev Schultz

NSU Schäuble
NSU-Ausschuss

Schäuble weist Vorwürfe wegen Ermittlungspannen zurück

"Ich kann nichts erkennen, was mich in irgendeiner Weise belasten würde": Schäuble wehrt sich vor dem NSU-Untersuchungsausschuss gegen den Vorwurf, er trage als ehemaliger Innenminister persönlich Verantwortung für die Ermittlungspannen während der rechten Mordserie.

Grünen-Vorsitzende Claudia Roth
Aufklärungspannen bei NSU-Morden

Roth will MAD abschaffen

Bedauern reicht Claudia Roth nicht. Die Grünen-Chefin greift Verteidigungsminister de Maizière wegen der zurückgehaltenen Informationen zu den NSU-Morden scharf an. Auch der Militärgeheimdienst habe ausgedient, sagte Roth der SZ. Im NSU-Untersuchungsausschuss sollen nun Vertreter des MAD und des Verteidigungsministeriums befragt werden.

Aktenvernichtung beim Verfassungsschutz

Uhl sieht kaum noch Chancen für NPD-Verbotsverfahren

"Es hat sich so gut wie erledigt": Die jüngste Affäre um die Vernichtung von Akten beim Verfassungsschutz dürfte sich nach Ansicht des Unions-Innenpolitiksprechers Hans-Peter Uhl auch negativ auf ein mögliches NPD-Verbotsverfahren auswirken.

Ermittlungen zur Neonazi-Mordserie

Verfassungsschutz dementiert weitere Aktenvernichtung

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die rechtsextreme Terrorzelle NSU sollen vom Verfassungsschutz in einem zweiten Durchgang weitere Akten vernichtet worden sein, berichtet ein TV-Sender. Doch der Geheimdienst bestreitet, dass mehr als die bislang bekannten Dokumente vernichtet worden seien.

Bundestag Commission Investigates NSU Murders
Pannen bei NSU-Ermittlungen

Wenn der Umgang mit Akten zum Glücksspiel wird

Das Bundesamt für Verfassungsschutz, kaum verlässlicher als eine Lotterie: Ein Geheimdienst, der Akten schreddert, wenn es einem Referatsleiter gefällt, ist gemeingefährlich. Wenn derartige Fehler in Serie passieren, darf sich eine Behörde nicht wundern, dass viele Bürger dem Apparat zutiefst misstrauen. Doch der Verfassungsschutz hat nicht als Einziger versagt.

Ein Kommentar von Hans Leyendecker

Neonazi-Untersuchungsausschuss
Verfassungsschutz-Chef vor NSU-Untersuchungsausschuss

Fromm gesteht schwere Fehler seiner Behörde ein

"Zehn Exekutionen über einen Zeitraum von sieben Jahren - das ist beispiellos": Der scheidende Verfassungsschutz-Chef Fromm spricht vor dem NSU-Untersuchungsausschuss von einer schweren Niederlage der Ermittler der Neonazi-Mordserie. Zuvor gewährt ein Referatsleiter Einblicke in die chaotischen Zustände beim Verfassungsschutz, schweigt aber an der entscheidenden Stelle.

Aktenvernichtung beim Verfassungsschutz

Geheimdienst im Verhör

Wie kam es zur Vernichtung relevanter Akten zur Neonazi-Mordserie? Der verantwortliche Referatsleiter hat sich vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags ausführlich geäußert. Nun muss der zurückgetretene Verfassungsschutzpräsident Fromm dem Gremium Rede und Antwort stehen.

Pannen bei NSU-Ermittlungen

Thüringens Verfassungsschutz-Präsident muss gehen

Die zahlreichen Pannen bei den Ermittlungen zur Mordserie der rechtsextremen Thüringer Zelle haben weitere personelle Konsequenzen. Nur einen Tag nach dem Rücktritt des Bundesverfassungsschutz-Chefs Fromm muss auch der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Thomas Sippel, seinen Posten räumen.

Verfassungsschutzpraesident Fromm bittet um Entlassung
Verfassungsschutzpräsident Fromm tritt zurück

Behördenchef geht, Probleme bleiben

Die Neonazi-Morde haben den Verfassungsschutz in eine schwere Krise gestürzt. Inmitten der Pannen-Aufarbeitung schmeißt der Chef hin. Nach zwölf Jahren lässt sich Heinz Fromm vorzeitig in den Ruhestand versetzen.

Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm
Verfassungsschutz vernichtete Neonazi-Akten

"Aktion Konfetti"

Sensible Akten über die Zwickauer Terrorzelle landeten im Schredder, kurz nachdem die Existenz der Gruppe bekannt geworden war. Verfassungsschutzpräsident Fromm soll diese peinliche Panne nun aufklären - das Vertrauen in die Sicherheitsbehörden dürfte nachhaltigen Schaden nehmen.

Von Susanne Höll und Tanjev Schultz, Berlin

Mordserie der rechtsextremen NSU

Polizei ermittelte in eigener Dönerbude

Wurden bei der Untersuchung der Mordserie an Migranten Fehler gemacht? Der frühere Ermittlungsleiter bestreitet dies vorm Bundestags-Untersuchungsausschuss. Spott ist ihm trotzdem sicher. Denn wie erst jetzt bekannt wurde, betrieben die Fahnder sogar einen eigenen Imbiss, um potentiellen Tätern auf die Spur zu kommen. Ganz zu Ende gedacht war die Sache jedoch offenbar nicht.

Von Joachim Käppner und Tanjev Schultz

Staatsanwaltschaft

Neue Anklage gegen Neonazi Wiese

Er gehört zu den führenden Neonazis in Bayern, jetzt hat die Staatsanwaltschaft Würzburg Anklage gegen den vorbestraften Rechtsterroristen Martin Wiese erhoben. Sie wirft ihm Volksverhetzung und Bedrohung vor.

Zwickauer Neonazi-Trio

Der Weg der Mordwaffe

Es ist die Pistole, mit der die Zwickauer Terrorzelle neun Morde begangen haben soll. Insgesamt 26 Mal feuerten die Täter damit auf ihre Opfer. Nun ist es den Ermittlern gelungen, den Weg der Ceska, Kaliber 7.65, zu rekonstruieren. Helfer Carsten S. hat gestanden, den Neonazis ihre wichtigste Tatwaffe überbracht zu haben.

Von Hans Leyendecker

Merkels Gedenkrede für Neonazi-Opfer im Wortlaut

"Die Hintergründe der Taten lagen im Dunkeln - viel zu lange"

In ihrer Rede zum zentralen Gedenken für die Opfer der Neonazi-Terrorzelle entschuldigt sich Kanzlerin Angela Merkel bei den Hinterbliebenen. Sie verspricht die Aufklärung der Morde und warnt vor Gleichgültigkeit und Unachtsamkeit gegenüber Intoleranz und Rassismus. Ihre Rede im Wortlaut.

Bund-Länder-Kommission Rechtsterrorismus
Bund-Länder-Kommission zum Rechtsterror eingesetzt

Abhängig vom Wohlwollen der Behörden

Überflüssig oder notwendig? Die Bund-Länder-Kommission zum Rechtsterror ist kaum eingesetzt, da streiten die Politiker schon über ihre Befugnisse. Die sind nämlich nicht groß. Deshalb drohen Vertreter der Kommission bereits mit "politischer Bestrafung", sollten die Behörden der Länder nicht kooperieren.

Von Thorsten Denkler, Berlin

Zwickauer Terrorzelle

Polizei soll Zschäpe schon vor Heilbronner Polizistenmord vernommen haben

Fatale Unachtsamkeit? Einem Medienbericht zufolge sollen sächsische Beamte Beate Zschäpe bereits 2007 verhört haben - wegen eines Wasserschadens. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Zwickauer Neonazi-Trio bereits neun Morde verübt. Die Polizisten erkannten jedoch nicht, wen sie da vor sich hatten.

Ermittlungen gegen die Zwickauer Terrorzelle

Treusorgende Komplizen

Mitglieder der militanten Neonazigruppe "Blood & Honour" sollen die Zwickauer Zelle jahrelang unterstützt haben - unter den Augen des Verfassungsschutzes. Umschwirrt von einem Fliegenschwarm aus Spitzeln und Agenten gelang es den Skinheads offenbar, das Trio vor den staatlichen Verfolgern abzuschirmen und zu versorgen.

Von Hans Leyendecker

Untersuchungsausschuss für Neonazi-Mordserie

Föderalismus kann Leben kosten

Mit ihrem einmütigen Beschluss für einen Untersuchungsausschuss setzen die Bundestagsfraktionen ein deutliches Zeichen im Kampf gegen mörderischen Rechtsextremismus. Aber die Aussichten für ernsthafte Konsequenzen aus der Affäre sind schlecht, weil die Länder sich gegen eine stärkere Zentralisierung sperren. Das kann gravierende Folgen haben.

Ein Kommentar von Susanne Höll

Aufklärung der Neonazi-Mordserie

Bundestag beschließt Untersuchungsausschuss

"Wie groß ist der braune Sumpf?" Dieser Frage soll jetzt ein Untersuchungsausschuss des Bundestags nachgehen. Der Antrag wurde einstimmig beschlossen. Parteipolitische Mätzchen dürften keine Rolle spielen, wenn es darum gehe, die Mordserie der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle aufzuklären.