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SZ-Podcast "Und nun zum Sport":US-Open: Djokovics Eklat und die Folgen

Politische Proteste, Verzweiflung und Pannen bei der Abschottung und nun auch noch ein Eklat um Novak Djokovic: Beim Grand Slam in New York ist neben dem Platz so viel los wie selten. Mit welchen Folgen für die Tenniswelt?

Von Anna Dreher und Jürgen Schmieder

Die Tennisszene ist durch die Coronavirus-Pandemie ohnehin aufgewühlt gewesen. Bei den US Open aber ist in der ersten Woche nun so viel passiert, dass all die Debatten und Themen der vergangenen Wochen und Monate in New York wieder auflebten - und neue dazu gekommen sind. Der positive Corona-Test des Franzosen Benoit Paire zeigt, dass sich eine Sportart eben nicht komplett von der Realität der Welt abschotten kann. Wie auf andere Weise auch der Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt von der japanischen Titelkandidatin Naomi Osaka, die eine klare politische Haltung zeigt: Vor und nach den Matches trägt sie eine Maske, auf der jeweils der Name eines Opfers steht. Sieben unterschiedliche hat sie dabei, und hofft, dass sie alle während des Grand Slams in New York tragen kann. Dann hätte sie das Finale erreicht.

Und nun hat der Titelfavorit bei den Männern zusätzlich für Wirbel gesorgt, mit einem Eklat, der den US Open eine weitere Dimension hinzufügt. Die Nummer eins Novak Djokovic verlor im Achtelfinale gegen Pablo Carreno Busta die Nerven. Mit einem Tennisball, den er aus Frust wegschlug, traf Djokovic eine Linienrichterin am Hals. Den Regeln entsprechend wurde der Serbe disqualifiziert. Es ist eine von vielen Negativschlagzeilen um ihn in diesem Jahr. Zuvor hatte er unter anderem mit der Gründung einer neuen Spielergewerkschaft Unmut auf sich gezogen. "Djokovic verliert die Nerven. Sein Rauswurf macht die ohnehin bizarren US Open noch merkwürdiger", schrieb die New York Times.

Nun wird es also bei den Männern erstmals seit langem einen neuen Grand-Slam-Sieger geben. Denn seit den US Open 2016 hatten stets die "Big Three" Roger Federer, Rafael Nadal und Djokovic die Titel bei den vier Majors unter sich ausgemacht. Nadal und Federer waren in New York aufgrund der Pandemie gar nicht am Start. Ob der einzig verbliebene Deutsche, Alexander Zverev, das zu nutzen weiß? Und bei den Frauen kann sich Serena Williams immer noch Hoffnungen auf ihren 24. Major-Erfolg machen.

Um das Politische und das Sportliche rund um die US Open geht es in der neuen Folge von "Und nun zum Sport" mit Anna Dreher und Jürgen Schmieder.

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