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Astronaut Alexander Gerst:Die Welt von oben

Noch auf der Suche nach dem passenden Urlaubsort? Vielleicht hilft der Blick von ganz weit oben - mit Fotos, die Astronaut Alexander Gerst von der Raumstation ISS aus gemacht hat.

Von Eva Dignös

10 Bilder

Blick auf die Bahamas aus dem Weltall, von Alexander Gerst von der ISS fotografiert

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Seit Juni war der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf der Raumstation ISS, am Donnerstag ist er auf die Erde zurückgekehrt. Mit seinen Fotos auf Twitter und Instagram gewährte er faszinierende Blicke auf Orte, die viele Reisende kennen - aber nicht aus dieser Perspektive.

Die Inseln der Bahamas zum Beispiel, eingebettet in ein Meer aus Blau und Türkis, lassen Gerst selbst Urlaubspläne schmieden: "Ich sollte unbedingt einmal vor den Bahamas tauchen gehen", schreibt er zu seinem Foto.

Südgeorgien

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Sicherlich einsamer als die Bahamas ist ein weiteres Ziel auf Gersts Reiseliste: Südgeorgien, die karge, eisige Insel im Südatlantik. Menschen gibt es kaum dort, dafür eine der größten Vogelkolonien der Welt.

Mount Taranaki Neuseeland

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Auf dem Mount Taranaki war der Vulkanologe Gerst selbst schon - nur so wolkenlos wie auf dem Foto hat er den Gipfel nie erlebt. Der 2518 Meter hohe Vulkan auf der Nordinsel mit dem oft von Schnee bedeckten Krater in der Mitte ist Neuseelands meistbestiegener Gipfel. Er ist berüchtigt für sein stark wechselhaftes Wetter.

Neuseeland Südinsel

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Noch einmal Neuseeland, diesmal die Südinsel: Das türkisfarbene Wasser der Seen Lake Pukaki und Lake Tekapo zu Füßen der schneebedeckten neuseeländischen Alpen leuchtet bis ins Weltall. Feine Gesteinspartikel im Gletscherwasser reflektieren Licht und sorgen so für die ungewöhnliche Farbe.

Uluru Australien

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Derselbe Kontinent, ein ganz anderes Bild: Der Uluru, der heilige Berg im australischen Outback, hebt sich von der rotbraunen Umgebung nur durch den Schatten ab, den er auf die Erde wirft. Mehr als 250 000 Touristen besuchen ihn jedes Jahr. Noch dürfen sie auch hinaufklettern, ab Herbst 2019 sind die Touren aufs Gipfelplateau nicht mehr gestattet. Der Aborigines-Stamm der Anangu, die seit mindestens 30 000 Jahren in der Nähe leben, hatte dies schon seit Langem gefordert.

Great Barrier Reef Australien

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Das Great Barrier Reef ist das größte zusammenhängende Riffsystem der Welt. Es ist so groß, dass es auch vom All aus nicht immer auf ein Foto passt. Mehr als 2000 Kilometer zieht es sich die Nordostküste Australiens entlang, es ist das Traumziel vieler Taucher, aber vor allem eine komplexe Lebensgemeinschaft unendlich vieler Arten, deren Fortbestand bedroht ist. In weiten Bereichen des Riffs sind die Korallen abgestorben, vor allem der Anstieg der Wassertemperatur wird dafür verantwortlich gemacht. "Wir sollten alle daran denken, dass wir keinen Planet B haben", kommentiert Gerst sein Foto mit Blick auf die UN-Klimakonferenz in Kattowitz - dort war nun immerhin beschlossen worden, dass von 2024 an jeder Staat genau darlegen muss, was er für den Klimaschutz tut.

Santorin Griechenland

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Aus dem All wird auf den ersten Blick sichtbar, was sich der Betrachter auf der Erde mühevoll vorstellen muss: Die griechische Insel Santorin und ihre Schwesterinseln bildeten einst ein Vulkanmassiv, dessen Konturen sind aus der großen Höhe gut zu erkennen. Von einer gewaltigen Eruption in der Bronzezeit wurde es auseinandergerissen. Der Vulkankrater lief mit Wasser voll.

Weiße Häuschen mit blauen Dächern an einer bizarren Steilküste machen Santorin heute zu einer der beliebtesten Urlaubsinseln in der Ägäis - zu manchen Zeiten so beliebt, dass die Touristen auf dem Weg zu den Aussichtspunkten Schlange stehen.

perito moreno gletscher

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Einer gewaltigen weißen Zunge gleicht der Perito-Moreno-Gletscher in den südamerikanischen Anden. Er mündet in einen See, den Lago Argentino, und ist vermutlich der einzige Gletscher, der noch wächst. Das 30 Kilometer lange, zerklüftete Band aus Eis und Gestein gehört zu den größten Touristenattraktionen in Argentinien, weil immer wieder gewaltige Eisblöcke fototrächtig ins Wasser stürzen - allerdings nicht unbedingt dann, wenn die Besucher mit gezückten Kameras und Smartphones bereitstehen.

Polarlicht

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Die grünschillernden Polarlichter, die Reisende im Winter in den Norden Skandinaviens, nach Island, Kanada oder Alaska locken, sind auch aus dem All zu sehen. Wie ein grüner Schleier legen sie sich über die Erde. Ein märchenhafter Anblick, der von der Erde aus allerdings nur bei wolkenlosem Himmel zu beobachten ist. Polarlichter entstehen oberhalb der Wolkendecke in 100 Kilometern Höhe, wenn geladene Teilchen der Sonne auf das Magnetfeld der Erde treffen.

Hohenlohe

Quelle: Alexander Gerst / Esa / CC BY-SA 2.0

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Ein grün-brauner Flickenteppich weckt Heimatgefühle: So sieht Baden-Württemberg aus dem All aus, genauer: der Kreis Hohenlohe im Nordosten des Bundeslandes. Gerst stammt aus Künzelsau, der Stadt, die am unteren Bildrand zu erkennen ist. Direkten Kontakt aus dem All in die Region, die der Dichter Eduard Mörike "eine besonders zärtlich ausgeformte Handvoll Deutschland" nannte, gab es im Oktober. Da stellten Amateurfunker eine Verbindung zur ISS her, Schülerinnen und Schüler konnten Fragen an den Astronauten stellen. Bevor er allerdings die Frage beantworten konnte, wie häufig Astronauten ihre Kleidung wechseln, brach die Verbindung ab.

Seit Donnerstag ist der Kontakt wieder einfacher: Am frühen Morgen landete die Sojus-Kapsel mit Gerst und seinen beiden ISS-Kollegen Serena Auñón-Chancellor und Sergej Prokopjew planmäßig in der kasachischen Steppe.

© SZ.de/kaeb/fued

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