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Australien:Klettern am Uluru wird verboten

Denn Australiens "Heiliger Berg", auch als Ayers Rock bekannt, sei "kein Spielplatz und auch kein Themenpark wie Disneyland".

Der Uluru - ein Felsblock, der in den verschiedensten Rot- und Brauntönen leuchtet - ragt mitten in Australiens Wüste etwa 350 Meter in die Höhe. Er gehört zu den bekanntesten Sehenwürdigkeiten des Landes. Mehr als 250 000 Touristen nehmen jedes Jahr lange Reisen auf sich, um in das abgelegene Gebiet zu kommen. Mehr als 30 000 klettern dann auch tatsächlich nach oben.

Bis jetzt. Denn die Parkbehörde hat einstimmig beschlossen, vom 26. Oktober 2019 an dort alle Klettertouren zu verbieten. Der Aborigines-Stamm der Anangu, die seit mindestens 30 000 Jahren in der Nähe leben, hatte dies schon seit langem gefordert. Der Vorsitzende der Behörde, Sammy Wilson - selbst ein Anangu -, sagte: "Das ist für uns heiliges Gelände. Kein Spielplatz und auch kein Themenpark wie Disneyland." Bisher wurde an die Besucher appelliert, auf die Gefühle der Aborigines Rücksicht zu nehmen. Damit ist es in Zukunft nicht mehr getan.

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Der Uluru gehört zu einer langen Reihe an Sehenswürdigkeiten, die zu Unstimmigkeiten zwischen Einheimischen und Besuchern aus aller Welt führen. Ob am Berg Kinabalu auf Borneo oder in katholischen Kirchen in Südeuropa - die Auffassungen darüber, welches Verhalten angemessen und welches respektlos ist, klaffen zwischen Kulturen und Generationen teils extrem auseinander. Solche Konflikte sind nur schwer zu lösen.

Im Falle des australischen Naturwunders wurde nun im Sinne derer entschieden, die lieber den Tourismus und damit womöglich den Profit einschränken als Gefühle zu verletzen. Der Vorsitzende der Parkbehörde bat um Verständnis: "Wenn ich in ein anderes Land reise und sich dort eine heilige Stätte befindet, eine Gegend mit eingeschränktem Zugang, dann betrete ich sie nicht, sondern respektiere das."

Gefährlicher Aufstieg

Der Uluru gehört zum Unesco-Welterbe. Der Aufstieg ist anstrengend und auch gefährlich. Auf der 1,6 Kilometer langen Strecke kamen schon mindestens 36 Menschen ums Leben, viele davon nach einem Herzinfarkt. Bei Regen oder großer Hitze ist der Aufstieg bereits heute verboten. Die Temperaturen können auf bis zu 45 Grad steigen.

Der Name Uluru wurde bis in die 1990er Jahre fast ausschließlich von Aborigines verwendet. Inzwischen hat er sich international durchgesetzt. Zuvor war in und außerhalb Australiens die englische Bezeichnung Ayers Rock üblich. Dieser Name geht auf einen ehemaligen Premierminister Südaustraliens zurück, Henry Ayers.

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