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München heute:Firmen mieten weniger Büroflächen / Sir Simon Rattle - "Ein echter Coup für die Musikstadt"

Der neue Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters: Sir Simon Rattle bei einem Konzert des London Symphony Orchestra.

(Foto: AFP)

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Von Rita Argauer

Ganz unerwartet passiert in diesen trägen Wochen dann doch etwas Tolles. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks hat einen neuen Chefdirigenten: Sir Simon Rattle. Das sind großartige Nachrichten in dieser Zeit, in der das Kulturleben still steht. Aber auch abseits davon. Simon Rattle ist ein Musiker, der grandios musiziert. Er ist aber auch ein Musiker, der sich interessiert für die Welt außerhalb des Elfenbeinturms klassischer Musik.

Wer ihn nicht als ehemaligen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker kennt, kennt ihn vielleicht aus dem Film "Rhythm is it". Da erarbeitete er Strawinskys "Frühlingsopfer" mit 250 Kindern und Jugendlichen aus 25 Nationen. Auf ganz körperliche, rhythmische und pulsierend gegenwärtige Weise. Auch in dieser Hinsicht ist Rattle also ein gebührender Nachfolger für den im Dezember 2019 verstorbenen Mariss Jansons. Auch ihm lag neben feinsinnigstem Musizieren die Musikvermittlung am Herzen (SZ-Plus).

Dass Simon Rattle Jansons Nachfolger in München werden würde, dieses Gerücht hielt sich schon länger. Auch wenn das Management des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks immer wieder betonte, dass man sich mit der Entscheidung Zeit lassen wolle. Letztlich ging es jetzt doch schnell. Doch der Schub, den die Bestätigung Rattles als neuer Chefdirigent in München nun aber dem Musik- und Kulturleben gibt, ist gerade jetzt, unbezahlbar. Da strahlt Vorfreude auf Live-Konzerte durch, da strahlt die Wichtigkeit durch, dass diese irgendwann wieder stattfinden müssen. Da strahlt die Kraft von Musik, dieser einzigartigen Kunst, die Fröhlichkeit und Tragik so wunderbar simultan ausdrücken kann. Was braucht man gerade mehr für die Psyche? Um es auf den Punkt zu bringen: Die Nachricht vom Antritt Rattles in München kommt genau im richtigen Augenblick.

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