Fußball-EM:Ukraine-Spiel in München - Polizei "hoch sensibilisiert"

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Der Kick im Schatten der Frauentürme: Sechs EM-Spiele sind in München geplant. (Foto: Florian Peljak)

Im ersten Gruppenspiel trifft die Auswahl aus dem von Russland überfallenen Land am 17. Juni in München auf Rumänien. Die Vorbereitungen der Sicherheitskräfte laufen auf Hochtouren - die EM gilt generell als eines der meistgefährdeten Sportereignisse seit Langem.

Von René Hofmann und Joachim Mölter

Seit den entscheidenden Playoff-Spielen am Mittwochabend steht nun auch die letzte Mannschaft fest, die im Sommer bei der Fußball-EM in München gastieren wird: Es ist die der Ukraine, die sich 2:1 gegen Island durchsetzte und in der EM-Gruppe E auf Rumänien, Belgien und die Slowakei trifft

Ihre Auftaktpartie bestreitet die Ukraine dabei am 17. Juni, einem Montag, in der Fröttmaninger Arena gegen Rumänien (Anstoß: 15 Uhr). Nach dem Eröffnungsspiel der deutschen Auswahl gegen Schottland am Freitagabend zuvor (14. Juni) ist es das zweite der insgesamt sechs EM-Spiele in München.

Diese sind:

  • 14. Juni 2024, 21 Uhr: Deutschland - Schottland
  • 17. Juni 2024: Rumänien - Ukraine
  • 20. Juni 2024: Slowenien - Serbien
  • 25. Juni 2024: Dänemark - Serbien
  • 2. Juli 2024: Achtelfinale 1E - 3A/B/C/D (AF7)
  • 9. Juli 2024, 21 Uhr: Halbfinale

Das Gastspiel der Ukraine birgt dabei eine gewisse Brisanz, speziell für die Münchner Polizei. Sie lässt in diesem Zusammenhang wissen, dass sie "aufgrund der erhöhten abstrakten Gefahr der letzten Jahre, insbesondere im Zusammenhang mit wiederkehrenden Großveranstaltungen, bereits hoch sensibilisiert" sei.

Gerade nach dem mutmaßlichen Terroranschlag von islamistischen Extremisten in Moskau beobachte man das globale Geschehen und tausche sich mit den nationalen Sicherheitsbehörden aus. "Nach den aktuellsten Lageeinschätzungen gibt es momentan jedoch keine Erkenntnisse hinsichtlich einer konkreten oder gestiegenen Gefährdung für Stadt und Landkreis München", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Der Einsatz bei einem Großereignis wie der Fußball-EM werde für jede Partie individuell geplant, je nach Spielkonstellation und Erkenntnislage. Die Zahl der notwendigen Beamten und Beamtinnen könne dabei durchaus variieren, hieß es weiter; auch das Einsatzkonzept der Münchner Polizei könne bei Bedarf jederzeit, auch während des laufenden Betriebs, angepasst werden.

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Derzeit liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, wie viele Einsatz- und Unterstützungskräfte im Sommer die Sicherheit bei den Spielen in München gewährleisten sollen, sei jedoch noch nicht zu prognostizieren.

Das zentrale Sicherheitszentrum für die EM liegt in Neuss (Nordrhein-Westfalen). Im sogenannten International Police Cooperation Center (IPCC) sollen 300 Beamte zusammengezogen werden, neben Polizisten aus dem In- und Ausland auch Vertreter des Nachrichtendienstes, Verfassungsschützer und Experten für Cybersicherheit. Die EM gilt als eines der meistgefährdeten Sportereignisse seit Langem, wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel kürzlich mit Verweis auf vertrauliche Behördendokumente berichtete.

Die Ukraine hatte sich nach dem 0:1-Rückstand am Dienstagabend mit Toren von Viktor Zygankow (54. Spielminute) und Chelsea-Spieler Mychajlo Mudryk (84.) 2:1 gegen Island durchgesetzt. Am 3. Juni wird das Team in Nürnberg ein Testspiel gegen die deutsche Auswahl absolvieren, die anderen EM-Gruppenspiele absolviert die Auswahl in Düsseldorf (gegen die Slowakei) und in Stuttgart (gegen Belgien).

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Bundesinnenministerin Nancy Faeser stellte die Qualifikation in einen politischen Zusammenhang: "Wir freuen uns sehr, die Ukraine bei der EM in Deutschland zu begrüßen", ließ die SPD-Politikerin erklären, "das Signal ist einmal mehr und weit über den Sport hinaus: Die Ukraine gehört zu Europa!"

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) freut sich auf das Gastspiel der Mannschaft. "Ich hoffe sehr, dass dieser großartige Erfolg der Ukraine und unserer Partnerstadt Kiew Kraft gibt", sagte Reiter dem Sportinformationsdienst. "Was für eine tolle Leistung des ukrainischen Teams, dessen Land seit über zwei Jahren unter dem brutalen russischen Angriffskrieg zu leiden hat", so Reiter weiter.

Kiew ist seit 1989 Partnerstadt der bayerischen Landeshauptstadt.

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