bedeckt München 30°

Corona:"Die alten Menschen denken, man hätte sie vergessen"

Hygienevorkehrungen in Altenheim in München wegen Corona-Virus, 2020

Die Heimträger sehen derzeit keinen Anlass, die Besuchsregeln wieder zu verschärfen.

(Foto: Florian Peljak)

Einsame Bewohner, überarbeitete Mitarbeiter und immer wieder neue Infektionen: In Seniorenheimen ist die Situation angespannt - und Erleichterung lässt auf sich warten. Über eine Branche am Limit.

Von Nadja Tausche, Freising

Eine Szene hat die Altenpflegerin Raphaela Ott noch ganz genau im Kopf. Eine Bewohnerin des Seniorenheims - "dement, aber noch fit, eine ganz liebe Dame", so beschreibt Ott sie - saß in ihrem Zimmer und weinte. Die Tochter habe gesagt, sie werde sie besuchen, sei aber nicht gekommen. Ott habe der Frau erklärt, so erzählt sie es, dass im Heim ein Besuchsverbot gelte und ihre Tochter schon seit zwei Monaten nicht mehr da gewesen sei. Das habe die Dame verstanden, sie habe sich beruhigt - aber nach einer halben Stunde sei es von vorne losgegangen. "Sie dachte, sie habe die Tochter am Telefon verärgert." Das sei wirklich traurig mit anzuschauen, sagt die Pflegerin: "Wenn die Bewohner sich selbst Vorwürfe machen." Ott heißt in Wirklichkeit anders, weil sie Interna aus dem Haus erzählt, möchte sie anonym bleiben.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
John Bercow
Ein Mann wie ein Brotaufstrich
FILE PHOTO: Anti-Mafia police wearing masks to hide their identity, escort top Mafia fugitive Giovani Brusca May..
Mafia-Killer in Italien
Das "Schwein" ist frei
Die Nacht -Teaser
Nachtleben
Was haben wir durchgemacht
Wirtschaft
Wird München das neue Silicon Valley?
Group of Happy friends having breakfast in the restaurant; freunde kennenlernen
SZ-Magazin
»Jeder fürchtet sich vor einem negativen Urteil der Freunde«
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB