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Impfzentren, Termine, Regeln:So funktioniert die Corona-Impfung in Bayern

Hier entlang: Das Erdinger Impfzentrum befindet sich in der Sporthalle einer Grundschule.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Hausärzte dürfen inzwischen impfen, aber für viele Menschen werden die Impfzentren zunächst die wichtigste Anlaufstelle bleiben. Wie bekommt man einen Termin? Wann ist wer an der Reihe? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Von Bernd Kramer und Stefan Simon

Am Sonntag vor Silvester bekamen die ersten Menschen in Bayern den ersehnten Piks: In einem Seniorenheim in Germering erhielt ein 91-Jähriger seine Dosis mit dem Impfstoff gegen das Coronavirus, es folgten seine Frau und mehr als 80 weitere Bewohnerinnen und Bewohner. Nach und nach sollen mehr und mehr Bürgerinnen und Bürger die Impfung bekommen. Aber wie funktioniert das? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Ist die Covid-19-Impfung verpflichtend?

Nein, eine Impfpflicht gibt es in Deutschland nur gegen Masern, sonst nicht. Allerdings wird diskutiert, ob eine Impfpflicht möglicherweise für bestimmte Bereiche der sogenannten kritischen Infrastruktur noch erlassen werden soll. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) brachte sie im Januar für Pflegekräfte ins Gespräch, allerdings stieß die Forderung bislang auf starken Widerspruch.

Wann kann ich mich bei meiner Hausärztin impfen lassen?

Seit April verabreichen auch die ersten Hausärztinnen und Hausärzte in Bayern die Corona-Impfung, bislang allerdings in geringem Umfang. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat angekündigt, dass 350 000 Dosen pro Woche sollen weiterhin an die Impfzentren gehen, nur die darüber hinaus gelieferten Mengen gehen an die Praxen. Privatversicherte laut der aktuellen Impfverordnung zunächst von dem Angebot der Hausärzte ausgenommen. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) setzt darauf, dass demnächst auch Fachärzte beteiligt werden. Bis dahin dürfte der Weg zur Impfung für die meisten Bürgerinnen und Bürger zunächst weiter zu einem der Impfzentren führen.

Werde ich informiert, wenn ich mich impfen lassen kann?

Per Post angeschrieben wurden zumindest alle Menschen über 80 Jahren mit dem Erstwohnsitz in Bayern. Die übrigen sollten selbst einen Impftermin in einem Impfzentrum vereinbaren.

Wie kann ich mich für eine Impfung anmelden?

Einen Termin im Impfzentrum können Impfwillige online über das Impfportal der bayerischen Staatsregierung vereinbaren. Auf dem Portal werden unter anderem Beruf, Alter und Vorerkrankungen abgefragt. Mit diesen Angaben wird festgelegt, wann der oder die Impfwillige an der Reihe ist - schließlich sollen Ältere und besonders gefährdete Gruppen zuerst das Vakzin erhalten. Die Impfinteressenten werden per SMS oder E-Mail benachrichtigt, sobald sie ihre Termine buchen können. Ihnen stehen dann in der Regel mehrere Termine zur Auswahl, aus denen sie zwei wählen: einen für die erste Impfdosis, einen für die zweite einige Wochen später. Bis zum 23. März hatten sich nach Angaben der Landesregierung bereits drei Millionen Menschen und damit ein Viertel der bayerischen Bevölkerung über das Portal registriert.

Muss ich den Termin über das Impfportal buchen? Kann ich den Impftermin auch telefonisch vereinbaren?

Neben dem Online-Portal gibt es zwei andere Wege, um einen Termin zu vereinbaren. Man kann sich direkt an das Impfzentrum wenden, das für den jeweiligen Landkreis zuständig ist. Oder man wählt die bundesweit einheitliche Hotline 116 117 und lässt sich von dort an das zuständige Impfzentrum weiterleiten. Die Nutzung des Impfportals wird vom Freistaat aber dringend empfohlen; die anderen Wege soll möglichst nur nutzen, wer keine Internetverbindung hat. Inzwischen wurde das Impfportal so angepasst, dass man sich auch ohne eigene E-Mail-Adresse registrieren kann. Mit einer E-Mail-Adresse zum Beispiel eines Familienmitglieds können nun bis zu fünf Personen angemeldet werden.

Ich gehöre nicht zu einer priorisierten Gruppe. Werde ich schneller geimpft, wenn ich mich jetzt schon für einen Termin registriere?

Nein. Auch wer sich jetzt schon registriert, muss sich hinten anstellen. Die Priorisierung wurde mittlerweile zum Teil aber angepasst. So sind Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen und Erzieher inzwischen in die Prioritätengruppe 2 vorgerückt und können sich früher impfen als bislang geplant.

Wann werde ich geimpft?

Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel soll jeder impfwillige Bürger und jede impfwillige Bürgerin bis spätestens Ende September einen Temin bekommen können. Ob das klappt, hängt unter anderem davon ab, wie viele Impfdosen die Hersteller den Ländern in den nächsten Wochen und Monaten liefern. Ist genügend Impfstoff da, wären mit den aktuellen Kapazitäten laut Landesregierung in Bayern täglich bis zu 40 000 Impfungen möglich. Die Kapazitäten sollen aber bis April ausgebaut werden, so dass mehr als 100 000 Menschen pro Tag den Piks erhalten können. Wann Sie in etwa an der Reihe sind, können Sie mit Hilfe des SZ-Impfbots herausfinden.

Kann ich auch ohne Termin zur Impfung kommen?

Nein. Wer ohne Termin in ein Impfzentrum kommt, wird abgewiesen. Über die Reihenfolge wird nach bundesweit einheitlich festgelegten Kriterien entschieden.

Ich bin berufstätig. Kann ich mich auch am Wochenende impfen lassen?

Im Prinzip ja, zumindest am Anfang sind die Impfzentren in Bayern auch samstags und sonntags geöffnet - je nach regionalen Anforderungen allerdings, wie es beim Gesundheitsministerium heißt.

Was ist, wenn ich meinen Impfausweis verloren habe?

Wer einen Impfausweis hat, soll ihn zum Termin mitbringen. Die Corona-Schutzimpfung wird dann darin notiert. Eine Impfung bekommt aber auch, wer keinen Impfausweis vorlegen kann. Das Zentrum stellt dann eine Impfbescheinigung aus.

Wie läuft der Impftermin ab?

Nachdem das Personal im Impfzentrum die Daten abgeglichen hat, erklärt ein Arzt oder eine Ärztin die Impfung. Dabei soll auch die medizinische Vorgeschichte des Impfwilligen besprochen werden, außerdem bleibt Zeit für offene Fragen. Daher sollte man wichtige Unterlagen wie etwa einen Herzpass, einen Diabetikerausweis oder eine Medikamentenliste zum Termin mitbringen. Vor der Impfung unterschreibt der Impfinteressent eine Einverständniserklärung. Nach der Impfung bleibt der Impfling für eine halbe Stunde in einem Beobachtungsraum. Eine zweite Impfung erfolgt dann nach 21 Tagen.

Ist die Corona-Impfung kostenpflichtig?

Nein. Die Kosten übernehmen der Bund, die Länder und die Krankenversicherungen.

Welchen Impfstoff erhalte ich?

Das wird nach Verfügbarkeit entschieden. Bisher sind die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und Astra Zeneca zugelassen. Eine Wahlmöglichkeit besteht nicht. Nachdem Astra Zeneca aber nur noch für Menschen über 60 empfohlen wird, hat die Landesregierung entschieden, das Vakzin in den Impfzentren nicht mehr für die Erstimpfung zu verspritzen. Vom 19. April an werde Astra Zeneca in den Zentren nur noch für die Zweitimpfung verwendet, teilte das Gesundheitsministerium mit. Erstimpfungen mit Astra Zeneca sind von da an nur noch in Arztpraxen vorgesehen. Bei dem Mitteln von Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich um neuartige mRNA-Impfstoffe, die nun erstmals verwendet werden. Wie sie wirken, erklärt die SZ in diesem Video:

© SZ/amm, van
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