Mythologie:Wie Wale zu Monstern wurden

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Mythologie: Eine digitale Rekonstruktion eines Buckelwals beim "trap feeding": Haben dieses Verhalten bereits antike Autoren beschrieben?

Eine digitale Rekonstruktion eines Buckelwals beim "trap feeding": Haben dieses Verhalten bereits antike Autoren beschrieben?

(Foto: John McCarthy)

In skandinavischen Sagen tarnen sich Seeungeheuer als Inseln und lauern auf Beute. Haben die Menschen da nur eine spezielle Fresstechnik mancher Wale beschrieben?

Von Jakob Wetzel

Die Meere sind ein Ort voller Schrecken. Auf historischen Seekarten bevölkern Seeschlangen, Monster und Mischwesen die Gewässer. Bereits Homer dichtete von Ungeheuern wie der sechsköpfigen Skylla und der Charybdis, die Seeleute in die Tiefe sogen oder von ihren Schiffen angelten. In der Bibel verschluckt ein Wal den Propheten Jona, in den Märchen aus Tausendundeiner Nacht landet Sindbad der Seefahrer auf einem Eiland, das sich als Riesenfisch entpuppt. Skandinavische und isländische Erzähler wiederum gruselten sich vor einem Kraken, der Schiffe verschlinge - oder auch vor einem riesigen Wesen namens "Hafgufa": Dieses liege still im Wasser und locke mit weit aufgerissenem Maul Beute an, heißt es zum Beispiel im norwegischen "Königsspiegel" von 1250. Sind genügend Fische ins Maul geschwommen, schnappt es zu.

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