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Werkstatt Demokratie: Leserfragen:Photovoltaik? Print oder Digital?

Ist eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach sinnvoll?

Aus vielerlei Gründen: ein klares Ja. Nimmt man etwa den CO₂-Ausstoß, steht die Photovoltaik-Technik im Vergleich zu anderen Energieträgern sehr gut da. Auch wenn man die Herstellung und die Entsorgung einberechnet. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts entstehen hier pro erzeugter Kilowattstunde Strom 50 Gramm CO₂-Äquivalent, bei Braunkohle 1075 Gramm, bei Erdgas 499 Gramm, selbst bei Biomasse sind es noch 70 Gramm. (Die Einheit CO₂-Äquivalent bezeichnet die Effekte aller Emissionen auf die Erderwärmung). Dabei steht die Entsorgung unbrauchbarer PV-Zellen erst am Anfang. Die Branche glaubt, dass bei unbeschädigten Modulen etwa 90 Prozent aller Stoffe wiederverwendet werden können.

Finanziell lohnt sich eine PV-Anlage ohnehin. Die Investition rechnet sich durch den gesparten Strompreis nach etwa zehn bis 13 Jahren, je nachdem wie viel Sonneneinstrahlung die Module erhalten. Wie lange die PV-Module halten, ist generell noch schwer zu beurteilen. Pessimisten sprechen von 20 Jahren, Optimisten von 40 Jahren. Der Leistungsabfall währenddessen ist mit 0,1 Prozent des Wirkungsgrades pro Jahr minimal.

Thomas Hummel

Photovoltaik oder Solarthermie?

Hausbesitzer haben meist nur ein Dach, einige rätseln nun: lieber eine solarthermische Anlage, um warmes Wasser zum Duschen, Waschen oder Heizen herzustellen? Oder eine Photovoltaik-Anlage für die Stromproduktion? Die Antwort darauf ist sowohl in finanzieller wie ökologischer Hinsicht nicht eindeutig und hängt von individuellen Begebenheiten ab. Im Idealfall teilt man das Dach für beide Techniken auf, es gibt auch Kombimodule, die sich allerdings bislang kaum durchgesetzt haben.

Da das Heizen mit Strom durch Wärmepumpen immer attraktiver wird, könnte die Photovoltaik-Technik absehbar einen Vorteil genießen. Die Kombination PV-Anlage, Stromspeicher und Wärmepumpe erfordert zwar Investitionen, spart Hausbesitzern aber schon jetzt viel Geld für Strom und Heizung. Fallende Preise bei der Anschaffung machen das Modell immer lohnenswerter. Ökologisch wertvoll ist es im Vergleich mit anderen Techniken ohnehin.

Thomas Hummel

Zeitung als Printprodukt lesen oder digital?

Hier läuft es auf den Konflikt nachwachsender Rohstoff versus Stromverbrauch hinaus. Denn klar, für die gedruckte Zeitung werden Bäume gefällt, darüber hinaus sind große Mengen Wasser und Chemikalien für die Papierherstellung notwendig. Wer online liest, verbraucht keine haptischen Ressourcen, aber sowohl die Datenübertragung als auch das Gerät, auf dem gelesen wird, benötigen Energie.

Entscheidend ist daher das Verhalten der Nutzer: Wer nur zehn bis zwanzig Minuten am Tag Nachrichten liest, sollte das digital tun. Ab einer halben Stunde ist die gedruckte Zeitung im Vorteil, zeigt eine Studie des Stockholmer Royal Institute of Technology. Wer die Ökobilanz der Zeitung verbessern will, sollte sie mit anderen teilen: einmal gedruckt, kann sie schließlich beliebig oft gelesen werden.

Vivien Timmler

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