Medizin

Stille Front

Die Münchner Frauenärztin Eiman Tahir behandelt Migrantinnen. Viele von ihnen haben Schlimmes erlebt, wurden als Kinder beschnitten oder Opfer von Gewalt. Sie kommen zu ihr mit Scham und Angst.

Von Martina Scherf

jetzt Kenia
jetzt
Hilfe für Frauen

Teenager entwickeln App gegen Genitalverstümmelung

Mit "iCut" wollen fünf junge Kenianerinnen Leben retten. Nun wurden sie ins Silicon Valley eingeladen.

Genitalverstümmelung

"Mütter lassen ihre Töchter beschneiden, weil sie das Beste für sie wollen"

Die Zahl der von Genitalverstümmelungen bedrohten Mädchen in Deutschland ist gestiegen. Eine Wissenschaftlerin erklärt: Die Eltern handelten oft im Glauben, das Richtige zu tun.

Interview von Susanne Klein

Muslimische Söhne

Beschneidung - kleiner Eingriff, große Fragen

Vielen deutsch-türkischen Paaren geht es wie Katrin und Mesut. Sie müssen sich entscheiden: Soll unser Sohn beschnitten werden?

Von Ines Lutz

Gesetz gegen Zwangsheirat
Zwangsheirat

Immer mehr junge Frauen flüchten - vor der eigenen Familie

Die Fachstelle "Wüstenrose" berät Kinder von Einwanderern, wenn sie zu Hause Gewalt ausgesetzt sind. Frauen drohen oft Zwangsheirat oder Genitalbeschneidung - doch auch junge Männer suchen Hilfe.

Von Sven Loerzer

Genitalverstümmelung

Ägypten will Genitalverstümmelung härter bestrafen

Obwohl sie seit 2008 verboten ist, wird die "weibliche Beschneidung" vor allem in ländlichen Gegenden immer noch praktiziert - von Muslimen wie von Christen.

Sohair el-Batea
Ägypten

Arzt nach Genitalverstümmelung verurteilt

Die Beschneidung von Mädchen ist in Ägypten seit Jahren verboten - und trotzdem noch weit verbreitet. Nach dem Tod einer 13-Jährigen kommt erstmals ein Verstoß gegen das Gesetz vor Gericht. Das Verfahren endet mit einer Haftstrafe für den verantwortlichen Mediziner.

Beschneidung Drei Brüder Türken Ruhrgebiet
Ausstellungskritik
Ausstellung über Beschneidung

Von einem winzigen Stückchen Haut

Vor zwei Jahren tobte in Deutschland eine hitzige Debatte über rituelle Beschneidung. Nun widmet das Jüdische Museum Berlin dem Thema eine Ausstellung: "Haut ab". Das Plakat ziert eine halb geschälte Banane. So provokant das wirken mag, so sehr bricht die Schau mit Stereotypen.

Von Thorsten Schmitz, Berlin

Beschneidung

Unzureichende Betäubung, mangelhafte Information

Ein Jahr ist das Beschneidungsgesetz alt. Doch die Debatte um die rituelle Entfernung der Vorhaut bei Jungen geht weiter. So gibt es ernsthafte Zweifel daran, dass die Betäubung bei Neugeborenen überhaupt funktioniert. Und wer sich etwa am Jüdischen Krankenhaus in Berlin über den Eingriff informiert, bekommt erst mal einen falschen Eindruck.

Von Birgitta vom Lehn

topsex820+jetzt.de
Topsexliste

Schlafende Wartende und eine neue Vorhaut

Die einen kriegen bald ein Baby und darum vorher schon schöne Fotos - die anderen hätten gerne ihre Vorhaut wieder und kriegen darum Ersatz. Außerdem in der aktuellen Topsexliste: Sex am Arbeitsplatz und Sex in einer Box.

Von Valerie Dewitt

Kabinett beschliesst Beschneidungsgesetz
Debatte um Beschneidung

Wo ist die "Koalition der Frommen"?

Publizist Tilman Jens hadert mit der politischen Lösung im Streit über die religiöse Beschneidung von Jungen und wittert einen klerikalen Zeitgeist. Aber er übertreibt, wenn er in seinem neuen Buch von einer "Koalition der Frommen" spricht, die in einen Krieg gegen den Rechtsstaat ziehe.

Von Tanjev Schultz

Beschneidung von Neugeborenen

Fragwürdige Betäubung

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben im Gesetz zur religiösen Beschneidung festgelegt, dass eine effektive Schmerzbehandlung gewährleistet sein muss. Doch das Mittel, das bei Neugeborenen angewendet wird, ist dafür gar nicht zugelassen. Jetzt bewerten europäische Experten den Einsatz sogar als "ethisch nicht akzeptabel".

Von Markus C. Schulte von Drach

Unicef-Bericht

Mädchen werden seltener Opfer von Beschneidung

Die Verstümmelung weiblicher Genitalien ist in Afrika und dem Nahen Osten weit verbreitet - Grund für die brutale Praxis ist oft die Angst vor sozialer Ausgrenzung. Doch laut einer Studie des Kinderhilfswerks Unicef wird die heutige Generation der Mädchen seltener zum Opfer als noch ihre Mütter.

Rituelle Beschneidung Südafrika
Südafrika

30 junge Männer sterben nach Beschneidung

Das Ritual soll ihnen den Weg in eine neue Lebensphase ebnen - doch für 30 junge Männer endete die rituelle Beschneidung in Südafrika tödlich. Zehn weitere wurden schwer verletzt im Wald gefunden. Ihr Zustand sei "beängstigend", heißt es von der Gesundheitsbehörde.

Recep Tayyip Erdogan
Vorgehen gegen Proteste in der Türkei

Erdoğans Regierung isoliert sich

Die Erdoğan-Regierung hat die Macht der Generäle beschnitten - ein großes Verdienst. Doch vor dem Hintergrund erscheint die Drohung, das Militär gegen die Demonstranten einzusetzen, wie ein schlechter Witz. Auch das Ziel, eine globale Macht zu sein, rückt durch Schuldzuweisungen ans Ausland in die Ferne.

Ein Kommentar von Christiane Schlötzer, Istanbul

Beschneidung von Jungen
Beschneidung in Südafrika

Tödliche Schwelle zur Männlichkeit

Junge Südafrikaner bezahlen den Eintritt ins Erwachsenenalter oft mit dem Leben. Grund sind stümperhafte Beschneidungsrituale, die aus den Jungen Männer machen sollen - aber häufig zum Tod führen. Den Verantwortlichen das Handwerk zu legen ist schwierig, einige berufen sich auf Nelson Mandela.

Von Tobias Zick

Ein Jahr nach dem Kölner Urteil

Neue Debatte um Beschneidung

Vor einem Jahr erklärten Kölner Richter die rituelle Beschneidung von Jungen zur Straftat, im Dezember erließ der Bundestag ein Gesetz, das den Eingriff legalisiert. Doch ein Papier europäischer Kinderärzte und neue Anzeigen gegen einen jüdischen Beschneider heizen die Debatte wieder an.

Von Markus C. Schulte von Drach

Wegen Beschneidungsgedichts

Grüner zieht Kandidatur zurück

Grünen-Landtagskandidat Dunkel reagiert auf die scharfe Kritik an seinem Beschneidungs-Gedicht, in dem er Juden und Muslime als "blinde Fanatiker" beschimpfte. Laut einem Parteikollegen wolle Dunkel bei der Wahl nicht antreten.

Grünen-Politiker sorgt für Empörung in Beschneidungsdebatte

"Wetzt das Messer, singt ein Lied . . ."

Mit Gedichten gegen die Beschneidung jüdischer Neugeborener hat ein Landtagskandidat der niedersächsischen Grünen für Empörung gesorgt. Ulf Dunkel schreibt von "Arschlöchern" und "blinden Fanatikern". Nach scharfer Kritik vom Zentralrat der Juden haben die Landeschefs Dunkel aufgefordert, seine Kandidatur zurückzuziehen - der reagiert mit einem Reim.

Von Daniel Brössler

Zentralrat der Juden

Neue Qualitätsstandards für Beschneidungen

Vor wenigen Tagen verabschiedeten Bundestag und Bundesrat ein neues Beschneidungsgesetz. Nun kündigt der Zentralrat der Juden an, Beschneider besser auszubilden.

Gesetz zur Beschneidung

Das nötige Minimum

Bei der Beschneidungsdebatte ist jeder davon überzeugt, im Recht zu sein. Solch eine gehässige Debatte ist aber letztlich nur zerstörerisch. Das Recht von Eltern, ihre Söhne aus religiösen Gründen zu beschneiden, ist das Minimum, auf das sich eine Gesellschaft einigen muss.

Ein Kommentar von Heribert Prantl

Beschneidung in Deutschland

Bundestag erlaubt rituelle Beschneidungen

Religiös motivierte Beschneidungen von Säuglingen bleiben erlaubt. Das beschloss der Bundestag mit großer Mehrheit. In der vorangegangenen Debatte wurde bis zuletzt über Details gestritten.

Debatte um das Beschneidungsurteil
Fakten-Check Beschneidung

Harmloses Ritual oder Verletzung des Kindeswohls?

Zwei Entwürfe zur religiösen Beschneidung minderjähriger Jungen standen heute zur Entscheidung im Bundestag. Das Thema polarisiert: Kritikern wird unterstellt, sie seien islamophobe Antisemiten, Befürworter fühlen sich in ihrer Religionsausübung beschränkt. Ein Fakten-Check zu den wichtigsten Fragen in der Debatte.

Von Markus C. Schulte von Drach

Beschneidungs-Debatte

Anstößiges zulassen - und weiter diskutieren

An diesem Mittwoch entscheidet der Bundestag darüber, ob die religiöse Beschneidung von Jungen gesetzlich erlaubt wird. Ende der Debatte? Kaum. Auch was manche in der Religion anstößig finden, muss zugelassen werden. Trotzdem sollten die Grenzen der Anstößigkeit immer neu ausgehandelt werden.

Von Johan Schloemann

File photo of Jewish man holding his baby son before his circumcision in Jerusalem
Debatte um die Beschneidung

"Dieses Ritual widerspricht meinen jüdischen Werten"

Es wäre zutiefst beklagenswert, wenn die Beschneidung von minderjährigen Jungen in Deutschland legalisiert würde, sagt der jüdische Filmemacher Victor S. Schonfeld. Der Brite hat die Risiken des Rituals im Film "It's A Boy!" dokumentiert. Nun appelliert er an die Bundestagsabgeordneten, die Beschneidung ohne medizinische Gründe nicht zu erlauben.

Ein Gastbeitrag von Victor S. Schonfeld