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Romney beendet Vorwahlkampf der Republikaner:Die Lobby mischt im Wahlkampf mit

Kauft euch Amerika!

Korruption ist in den USA verboten. Aber wenn Unternehmer unbegrenzt Geld in einen Wahlkampf pumpen können, ist das vollkommen legal. Zu dieser paradoxen Situation hat ein Urteil des Supreme Courts geführt, der Anfang 2010 Lobbygruppen indirekte Wahlhilfe ermöglichte.

Somit konnten Einzelpersonen, Unternehmen und Gewerkschaften nun mit beliebig hohen Summen für einen Politiker werben oder dessen Gegner schmähen. Einzige Voraussetzung: Das Geld durfte nicht direkt in die Wahlkampfkasse ihres Kandidaten oder einer Partei fließen.

Es war die Geburtsstunde der Super Pacs, jenen politischen Aktionskomitees oder auch Spendensammelvereinen, die den US-Wahlkampf seither maßgeblich bestimmen. Über diesen Irrsinn haben viele Beobachter viele Worte verloren (Exemplarisch sei hier "Stimmzettel? Scheckbücher sind effektiver" im US-Wahlblog verlinkt).

Schon der Vorwahlkampf war massiv geprägt von den Milliardären hinter den Kandidaten. Mitt Romney musste auch deshalb so lange mit seinen Kontrahenten Rick Santorum und Newt Gingrich ringen, weil sich deren Sponsoren einen Spaß daraus machten, ihre Kandidaten trotz totaler Aussichtslosigkeit möglichst lange im Rennen zu halten. Unternehmer wie Sheldon Adelson (für Gingrich) und Foster Friess (für Santorum) ließen schon früh durchblicken, ihr Budget immer weiter aufzustocken - so ihnen der Obama-Herausforderer denn passen werde. (Hier die wichtigsten Spender im Porträt.)

Den US-Präsidenten bringt das in Bedrängnis. 2008 war er im Wahlkampf gegen John McCain derjenige mit der pralleren Geldbörse. Vier Jahre später droht ihn Romney zu überholen. Vor lauter Spendensammeln könne er kaum noch regieren, klagen Demokraten. Hier ein Abendessen mit Obama und George Clooney, dort eines mit Obama und Aretha Franklin, für das die weniger prominenten Gäste bis zu 40.000 Dollar zahlen - pro Nase.

Der Präsident macht keinen Hehl daraus, das Geld nötig zu haben. Er müsse sich wehren, schließlich wollten die Republikaner ihn bis zur Präsidentenwahl mit teuren, schmähenden TV-Spots niedermachen: "Deren negative Werbung kann Milliarden kosten."