Zum Tod von Michail Gorbatschow:Vom unerfüllten Traum, eine Diktatur zu demokratisieren

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Zum Tod von Michail Gorbatschow: Gescheitert am Traum, eine Diktatur zu demokratisieren: Michail Sergejewitsch Gorbatschow (Archivbild von 2010).

Gescheitert am Traum, eine Diktatur zu demokratisieren: Michail Sergejewitsch Gorbatschow (Archivbild von 2010).

(Foto: AFP)

Er hat den Kalten Krieg beendet, die Wiedervereinigung ermöglicht - und sich selbst als Führer eines Weltreichs abgeschafft. Nun ist Michail Gorbatschow im Alter von 91 Jahren gestorben.

Von Lars Langenau

Wir schreiben das Jahr 1985. Führer des Westens ist Ronald Reagan. Mit ihm ist ein ehemaliger Hollywood-Schauspieler an der Macht, der die Sowjetunion lange als "Reich des Bösen" versteht. Reagan, der 2004 starb, ist zumindest am Anfang seiner Amtszeit fest in der Gedankenwelt des Kalten Krieges gefangen. Die Bedrohung aus Moskau ist allerdings real: Hochmoderne sowjetische Raketen richten sich gen Westen. Die Nato reagiert mit dem "Doppelbeschluss": Reagan lässt neue Atomraketen nach Westeuropa bringen und steckt gigantische Summen in die Entwicklung eines Raketenabwehrschirms, der im Weltall stationiert werden soll. Zwischen Sowjetunion und USA, zwischen Warschauer Pakt und Nato droht ein Atomkrieg - mit unabsehbaren Folgen für die Erde.

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