Coronavirus weltweit:Eurowings stockt für die Osterferien Flüge nach Mallorca auf

Mallorca gilt nicht mehr als Risikogebiet - am Sonntag war der erste Flieger auf die Balearen-Insel bereits ausgebucht. In der Niederlande kommt es bei Corona-Protestaktionen zu Ausschreitungen.

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In Hamburg ist am Sonntagvormittag das erste Flugzeug nach Mallorca gestartet, nachdem die balearische Insel kein Corona-Risikogebiet mehr ist. 153 Passagiere stiegen am Sonntagvormittag in die Maschine mit der Flugnummer "EW 7588" nach Palma de Mallorca, wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft Eurowings berichtete. Damit sei der Flieger ausgebucht gewesen.

Allgemein war die Nachfrage nach Mallorca-Flügen der Sprecherin zufolge sehr hoch. Vier weitere Verbindungen waren deutschlandweit für den Sonntag angesetzt - allesamt ausgebucht. An zwei Standorten habe man größere Maschinen eingesetzt als ursprünglich geplant, so die Sprecherin weiter.

Wegen der großen Nachfrage hat Eurowings 300 Zusatzverbindungen für Ostern aufgelegt. Den Bestimmungen der Balearen-Regierung zufolge dürfen an Bord aber nur Fluggäste mit negativem PCR-Test. Am Freitag hatte das Robert Koch-Institut erklärt, dass Mallorca sowie die übrigen Balearen-Inseln und weitere Gebiete Spaniens nicht mehr Risikogebiete seien.

Niederlande: Ausschreitungen bei Corona-Protesten

Kurz vor der Parlamentswahl in den Niederlanden hat eine Protestaktion gegen die Corona-Maßnahmen in Den Haag zu Ausschreitungen geführt. Etwa 20 Personen seien festgenommen worden, teilte die niederländische Polizei am Sonntagabend mit. Die Demonstration war zuvor von der Polizei beendet worden, da Teilnehmer sich nicht an die Corona-Regeln gehalten hätten. Dabei waren auch Wasserwerfer eingesetzt worden.

Die Niederländer wählen ab Montag ein neues Parlament. Zum ersten Mal wird die Parlamentswahl an drei Tagen stattfinden. Grund ist die Corona-Pandemie.

Mehrere tausend Menschen hatten am Nachmittag auf einem zentralen Platz in Den Haag gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Aktion war aber nur für 200 Menschen erlaubt worden. Demonstranten weigerten sich, der Aufforderung der Polizei zu folgen und den Platz zu verlassen. Daraufhin habe die Polizei den Platz geräumt.

EU-Kommissionsvize gibt Versäumnisse bei Impfstoff Bestellungen zu

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans hat Versäumnisse in Sachen Impfstrategie bei der Europäischen Union eingeräumt. "Es stimmt, dass bei der Bestellung der Impfstoffe sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten Fehler gemacht wurden", sagte Timmermans dem Tagesspiegel am Sonntag. "Ich bin bereit, am Ende der Pandemie eine Bilanz zu ziehen. Dann können wir ja sehen, was wir falsch und was wir richtig gemacht haben."

In der jetzigen Situation gehe es aber erst einmal darum, "dass ganz Europa Impfstoff bekommt", sagte Timmermans weiter. Ein europäisches Vorgehen sei "auch im Interesse der reicheren Staaten" wie Deutschland erfolgt, ergänzte der Stellvertreter von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Blick auf die gemeinschaftliche Impfstoff-Bestellung durch die EU.

Die EU-Kommission hat von den vier in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen insgesamt mindestens 1,4 Milliarden Dosen geordert - eigentlich mehr als genug für die rund 450 Millionen Europäer. Allerdings steht die EU-Kommission seit längerem in der Kritik, unter anderem weil ihr zögerliches Handeln und strategische Fehler bei der Bestellung von Impfstoffen vorgeworfen werden. Auch die Verteilung der Impfstoffdosen auf die Mitgliedstaaten wird in manchen Hauptstädten der EU als ungerecht empfunden.

EVP-Fraktionschef Weber fordert Exportstopp für Astra Zeneca

Nach der Ankündigung erneuter drastischer Kürzungen der Impfstofflieferungen von Astra Zeneca an die EU hat EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) Konsequenzen gefordert. "Es entsteht der Eindruck, dass andere Länder gegenüber der EU bevorzugt werden", sagte Weber der Welt am Sonntag. Solange Astra Zeneca seine Zusagen nicht erfülle, "sollte die EU einen grundsätzlichen Exportstopp von in der EU produzierten Impfstoffdosen des Unternehmens verhängen".

Der britisch-schwedische Hersteller Astra Zeneca hatte am Freitag erneut massive Lieferkürzungen angekündigt. Statt der zuletzt anvisierten 220 Millionen Dosen sollen nur noch 100 Millionen bis zur Jahresmitte an die EU-Staaten gehen. Der Konzern begründete dies unter anderem mit Exportbeschränkungen, ohne Details zu nennen.

Die EU hatte sowohl den USA als auch Großbritannien vorgeworfen, anders als sie selbst keinen in den Ländern produzierten Impfstoff zu exportieren. Mit der britischen Regierung entbrannte darüber in den vergangenen Tagen erneut Streit, da London dies zurückgewiesen hatte.

Österreich will keine weiteren Lockerungen von Corona-Maßnahmen

Österreich wartet mit Lockerungen von Corona-Maßnahmen noch weiter ab. Bei Gesprächen zwischen der Regierung und den Bundesländern am Montag seien entgegen früherer Ankündigungen keine Entscheidungen zur Öffnung von Gastronomie oder Veranstaltungen zu erwarten, hieß es am Samstag aus dem Kanzleramt. Die Regierung wolle die Situation erst noch weiter beobachten.

Trotzdem werden schon am Montag Öffnungsschritte umgesetzt. Kinder und Jugendliche dürfen landesweit wieder in Kleingruppen Sport und organisierte Freizeitaktivitäten ausüben. Im westlichen Bundesland Vorarlberg, wo die Inzidenz unter 70 liegt, werden zusätzlich auch Gastronomie und Veranstaltungen mit Zutrittstests ermöglicht.

Österreich verfolgt somit eine regional differenzierte Strategie. Aus einigen Gebieten mit sehr hohen Ansteckungszahlen ist die Ausreise nur mit negativem Corona-Test möglich. Darunter ist auch Wiener Neustadt, ein wichtiges regionales Zentrum südlich von Wien. Am Samstag begann die Polizei mit Stichproben-Kontrollen an den Ausfahrtsrouten von Wiener Neustadt.

Die Zahl der täglichen Neuansteckungen in Österreich steigt seit rund zwei Wochen an und lag zuletzt bei 3023. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Samstag bei fast 205.

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Italien verbringt Ostern in Lockdown

In Italien sollen über die Osterfeiertage strenge Lockdown-Regeln gelten. Das teilte die Regierung des Landes mit. Vom 3. bis zum 5. April gelten die Regeln der sogenannten Roten Zone. Bars und Restaurants dürfen dann nur Bestellungen zum Mitnehmen verkaufen. Die Menschen dürfen sich nur innerhalb ihrer Region bewegen. Besuche sind den Angaben der Regierung von Ex-EZB-Chef Mario Draghi zufolge nur einmal am Tag und maximal zu zweit bei einem anderen Haushalt zulässig.

Ab Montag ist zudem der Wochen-Inzidenzwert für die Regionen entscheidend. Überschreitet er die Grenze von 250 Corona-Fällen je 100 000 Einwohner, gelten für eine Region automatisch die Regeln der Roten Zone - ungeachtet anderer Messwerte wie des Reproduktionswerts (R-Wert). Die Regeln sollen zunächst bis zum 6. April gültig sein.

Die Regierung des Landes mit rund 60 Millionen Einwohnern will mit den verschärften Maßnahmen der drohenden dritten Infektionswelle entgegenwirken. Über das Osterfest werden deshalb viele Italiener auf Reisen verzichten müssen. Auf der Kippe könnte auch die Wiederöffnung der Kinos und Theater stehen, die im aktuellen Corona-Dekret noch für den 27. März vorgesehen ist, wie Medien berichteten.

Auch WHO gibt grünes Licht für Impfstoff von Johnson & Johnson

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson eine Notfall-Zulassung erteilt. Somit kann das Produkt des US-Herstellers für das internationale Covax-Programm zur Versorgung ärmerer Länder eingesetzt werden, gab die UN-Behörde am Freitag in Genf bekannt. Zuvor hatte die WHO die Impfstoffe von Biontech und von Astra Zeneca gelistet.

Zu den Diskussionen um den Astra-Zeneca-Stoff betonten WHO-Experten, dass bislang kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Blutgerinnseln und den Impfungen hergestellt werden konnte. Man verfolge aber Untersuchungen zu dem Thema genau.

Jedes neue, sichere und wirksame Werkzeug gegen Covid-19 sei ein weiterer Schritt um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Aber die Hoffnungen in diese Werkzeuge können nicht eingelöst werden solange sie nicht allen Menschen in allen Ländern zur Verfügung stehen", fügte er hinzu. Deshalb müssten Regierungen und Pharmafirmen nun die Produktion ausbauen.

Das Produkt von Johnson & Johnson war am Donnerstag von der EU-Kommission auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA genehmigt worden. Da der Impfstoff mit nur einer Dosis verimpft wird und weniger kalt gelagert werden muss als andere Produkte, ist er besonders für Entwicklungsländer geeignet. Für das Programm Covax sind rund 500 Millionen Dosen gesichert.

Die EU-Kommission hat bereits Johnson-&-Johnson-Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Die Lieferungen an die EU sollen im April beginnen, bis Ende Juni sollen 55 Millionen Dosen verteilt werden. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass das Unternehmen wegen seiner komplizierten Lieferketten nicht rechtzeitig liefern könne. Der Hersteller hat jedoch zugesichert, sich an die Absprachen halten zu wollen.

Novavax-Impfstoff einer Studie zufolge zu 96 Prozent wirksam

Das US-Pharmaunternehmen Novavax gibt bekannt, dass sein Vakzin zu 96 Prozent gegen das ursprüngliche Corona-Virus und zu 86 Prozent gegen die britische Variante wirksam sei. Die Zahlen seien laut Unternehmen innerhalb einer Studie erhoben worden, die Novavax in Großbritannien durchführe. Damit sei das Unternehmen der Zulassung des Impfstoff wieder einen Schritt nähergekommen.

Das Vakzin könnte bereits im Mai für den Einsatz in den USA zugelassen werden, wenn die US-Behörden die Daten aus Großbritannien für ausreichend hielten, so das Unternehmen.

Österreich kritisiert Impfstoff-Verteilung in EU - Hinweise auf "Basar"

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz kritisiert die Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus in der Europäischen Union scharf. Die Aufteilung der Arzneien auf die EU-Mitgliedsstaaten sei entgegen der erklärten Zielsetzung einer fairen Teilhabe ungerecht, sagte er am Freitag. Da es auffällige Unterschiede beim Impffortschritt zwischen den Mitgliedsstaaten gebe, habe er zusammen mit anderen Regierungschefs die nationalen Lieferdaten verglichen. Dabei sei herausgekommen: "Die Lieferungen erfolgen nicht nach Bevölkerungsschlüssel."

"Als ich diese Informationen gestern mit einigen Staats- und Regierungschefs geteilt habe, konnten viele ihren Augen und Ohren nicht trauen", sagte Kurz. "Diese Lieferpläne stehen klar im Widerspruch zum politischen Ziel der Europäischen Union, nämlich dass alle Mitgliedsstaaten gleichermaßen pro Kopf ihren Anteil an Impfdosen erhalten sollen." Dies sei beim EU-Gipfel im Januar beschlossen worden.

Allerdings seien anscheinend gleichzeitig und im klaren Widerspruch dazu in einem Lenkungsausschuss von Gesundheitsbeamten andere Vereinbarungen mit Pharma-Unternehmen getroffen worden. "Die Verträge dieses Gremiums sind geheim und ich kenne sie daher selbst nicht", sagte Kurz. "Es gibt aber Hinweise darauf, dass es dort einen sogenannten Basar gegeben haben soll, wo zusätzliche Abmachungen zwischen Mitgliedsstaaten und Pharmaunternehmen getroffen worden sind."

Pfizer und Biontech wollen mehr Dosen produzieren als geplant

Pfizer und Biontech wollen 2021 bis zu 20 Prozent mehr Dosen ihres gemeinsam entwickelten Corona-Impfstoffs produzieren als ursprünglich geplant. Statt der angepeilten zwei Milliarden Dosen dürften es nun 2,3 bis 2,4 Milliarden werden, sagt Pfizer-Chef Albert Bourla. Weltweit könnten bis zu 20 Prozent mehr Dosen hergestellt werden als angenommen. Für 2022 stellt Bourla sogar drei Milliarden Dosen in Aussicht.

© SZ/dpa/Reuters/jael/saul/jsa/bix
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