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Coronavirus in Deutschland:Inzidenzwert steigt leicht auf 10,3

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Am Vortag lag der Wert noch bei 10,0. Für Wirtschaftsminister Altmaier kommt eine erneute Schließung von Geschäften und Restaurants nicht infrage. SPD-Politikerin Manuela Schwesig fordert neuen bundeseinheitlichen Corona-Warnwert.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 546 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 324 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 10,3 an (Vortag: 10).

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden ein Todesfall verzeichnet. Vor einer Woche waren es zwei Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 745 227 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. (19.07.2021)

Altmaier: Kein Grund für neue Maßnahmen

Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kommt eine erneute Schließung von Geschäften und Restaurants in der Corona-Krise nicht infrage. "Wir müssen und werden einen neuen Lockdown verhindern. Er wäre für viele Geschäfte und Restaurants, die bereits monatelang geschlossen waren, verheerend", sagte Altmaier der Bild am Sonntag. Solange keine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, gebe es keinen Grund für neue Maßnahmen. Geimpfte oder Jüngere hätten bei einer Infektion meist gar keine Symptome, die Intensivbetten-Kapazität in Deutschland sei weit von ihrer Auslastungsgrenze entfernt.

Aus Sicht des Mittelstands sind Altmaiers Äußerungen indirekt Anlass zur Sorge. "Denn offenbar reagiert er damit auf entsprechende Überlegungen in der Bundesregierung", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, der Deutschen Presse-Agentur. Schon die Spekulation darüber verunsichere die Unternehmen und verhindere Investitionen. "Anstatt über neue Zwangsmaßnahmen zu spekulieren, sollte die Bundesregierung ein positives Signal an die Wirtschaft senden." Die Union müsse sich "endlich einmal" gegen ihren Koalitionspartner durchsetzen und für eine Entlastung bei Steuern, Abgaben und Energiekosten sorgen.

Der Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, forderte einen "Wirtschaftsgipfel mit einer verbindlichen Absage der Bundesregierung an einen weiteren Lockdown." Altmaier sprach sich für mehr Tempo und Angebote vor Ort beim Impfen aus. Und: "Wir sollten überlegen, Großveranstaltungen wie Konzerte oder Fußballspiele auf geimpfte und genesene Besucher zu beschränken. Ein Negativ-Test allein darf dafür dauerhaft nicht ausreichen." Belohnungen für Impfwillige lehnte der Minister jedoch ab. (19.07.2021)

RKI gibt Wert mit 10 an

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erstmals seit 19. Juni wieder auf einen zweistelligen Wert gestiegen. Das Robert-Koch-Istitut (RKI) gab den Wert am Sonntagmorgen mit 10,0 an. Am Vortag hatte sie noch bei 9,4 gelegen. Am 19. Juni war sie erstmals nach neun Monaten auf einen einstelligen Wert gesunken. Ihren Tiefststand hatte die Inzidenz am 6. Juli mit 4,9 erreicht.

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 1292 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 745 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 3 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 6 Tote gewesen. (18.07.2021)

Schwesig fordert neuen bundeseinheitlichen Corona-Warnwert

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), fordert, einen neuen bundeseinheitlichen Maßstab statt der Inzidenz einzuführen. "Ich unterstütze den Vorschlag, dass sich Bund und Länder auf einen neuen bundeseinheitlichen Warnwert zur Coronalage verständigen, ausdrücklich", sagte Schwesig den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Wir müssen zukünftig stärker Impfungen und Krankenhausbelastungen berücksichtigen", sagte die Ministerpräsidentin. Zuvor hatte bereits die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) einen neuen Maßstab zur Beurteilung der pandemischen Lage gefordert.

In Mecklenburg-Vorpommern gelten bereits ein Ampelmodell, so Schwesig weiter, das sowohl den Inzidenzwert als auch die Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus und der Patienten auf der Intensivstation berücksichtige. "Damit reagieren wir auf den steigenden Impffortschritt, weshalb inzwischen deutlich weniger Infektionen zu schweren Verläufen führen", sagte die Regierungechefin. "Es wäre in dieser Situation wichtig, dieses System rasch bundesweit umzusetzen." (18.07.21)

Berliner Forscher warnen vor exponentiellem Anstieg der Klinikeinweisungen

Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin (TU) erwarten indes auf Basis von Modellierungen eine vierte Welle im Herbst, die auch an Krankenhäusern nicht vorbeigehen wird. Der derzeit zu beobachtende Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen sei "beunruhigend", für Oktober sei ein exponentieller Anstieg bei den Hospitalisierungen zu erwarten. Falls die derzeitige Entwicklung anhalte, sei das sogar früher zu befürchten. heißt es in einem Bericht der Gruppe um den Mobilitätsforscher Kai Nagel an das Bundesforschungsministerium.

Nur wenn die Impfstoffe gegen die Deltavariante deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, lasse sich eine vierte Welle noch abwenden. Das Modell ergebe "unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen" eine ernste Lage, die sich "mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst" verschärfen werde.

Das Forschungsteam nutzt Berliner Mobilfunkdaten, um das Infektionsgeschehen zu modellieren. Die Ergebnisse seien mindestens auf andere Großstädte übertragbar. Die Simulationen zu Schulen zeigen laut Bericht, dass Lüftungssysteme und flächendeckender Einsatz von Schnell- und/oder PCR-Tests die Infektionsdynamik verringern könnten. Würden solche Maßnahmen konsequent umgesetzt, seien Schulschließungen oder Wechselunterricht nicht notwendig, hieß es. Die zwei Schnelltests pro Woche, die derzeit typisch seien, halten die Wissenschaftler ohne zusätzliche Maßnahmen allerdings bei weitem nicht für ausreichend. Würden die Schulen nach den Sommerferien ohne Schutzmaßnahmen geöffnet, ergäbe sich laut Modell eine Infektionswelle bei den Schülerinnen und Schülern, die zu einer Welle bei Erwachsenen führe. (17.07.2021)

50 Prozent in Bremen und im Saarland vollständig geimpft

In Bremen und im Saarland ist nun jeweils mehr als die Hälfte der Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Insgesamt wurden laut RKI am Freitag in Deutschland 601 220 Impfdosen verabreicht. Bundesweit sind damit nun etwa 38,2 Millionen Menschen vollständig gegen Covid-19 immunisiert, das entspricht einem Anteil von 45,9 Prozent der Bevölkerung. Mindestens die erste Spritze erhalten haben mittlerweile 59,7 Prozent oder etwa 49,6 Millionen Deutsche. Während die Bundesländer Bremen mit 50,6 Prozent und das Saarland mit 50,1 Prozent vollständig Geimpfter die größten Fortschritte vorzuweisen haben, sind Sachsen und Brandenburg mit je 42,6 Prozent bisher am langsamsten. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt beim Impftempo mit 48,8 Prozent derzeit auf Platz drei.

Bei der Zahl der Erstgeimpften zeigt sich zunehmend ein regionales Gefälle: Schlusslicht ist Sachsen mit 50,7 Prozent, gefolgt von Thüringen (54,2), Brandenburg (54,7), Sachsen-Anhalt (55,6) und Bayern (57,6 Prozent). In Bremen sind dagegen mittlerweile mehr als zwei Drittel (68,8 Prozent) aller Einwohner mindestens einmal immunisiert, ähnlich ist es im Saarland (65,0 Prozent). (17.07.2021)

Studie rät zu intelligenter Schüleraufteilung im Wechselunterricht

Vor dem Beginn des neuen Schuljahres raten Soziologen dazu, bei Wechselunterricht Freundschaften unter den Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Wer bei steigenden Corona-Fallzahlen Infektionsausbrüche an Schulen vermeiden oder abmildern wolle, müsse die Schüler intelligent aufteilen. Die in der Fachzeitschrift The Lancet Regional Health - Europe erschienene Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES) und der Columbia University (USA) hatte Kontakte zwischen 14- und 15-Jährigen in mehr als 500 Klassen weiterführender Schulen in England, den Niederlanden, Schweden und Deutschland untersucht.

Dabei fand das Forschungsteam heraus, dass die zufällige Verteilung der Schüler in zwei Gruppen am wenigsten gegen die Ausbreitung der Infektion wirkte. Eine Aufteilung nach Geschlecht sei deutlich effektiver, da sich Kinder und Jugendliche im Schulalter eher mit Angehörigen des eigenen Geschlechts träfen. Als besonders wirksam erwies sich die Aufteilung, die die von den Schülerinnen und Schülern in Befragungen angegebenen Sozialkontakte berücksichtigte. Auch die Wahrscheinlichkeit für sogenanntes Superspreading - also relativ viele Ansteckungen, ausgehend von wenigen Infizierten - lasse sich mit dieser Form der Gruppenbildung anhand von Freundschaften verringern.

Außerdem konnte das Forschungsteam zeigen, dass der wechselnde Unterricht geteilter Schulklassen im wöchentlichen Turnus Infektionsketten besser unterbrechen kann als Unterrichtsformen, bei denen die Klassenhälften am selben Tag in der Schule präsent sind und beispielsweise unterschiedliche Räume zu verschiedenen Zeiten nutzen. Wöchentlicher Wechsel wirke wie eine Art kurze Quarantäne, während der ein aufkeimendes Infektionsgeschehen abklingen könne. (17.07.2021)

Verteidigungsministerium prüft Impfpflicht für Soldaten

Die Wehrbeauftragte Eva Högl hat sich für eine Corona-Impfpflicht für Soldatinnen und Soldaten ausgesprochen. "Da uns Covid-19 noch auf absehbare Zeit beschäftigen wird, befürworte ich eine Aufnahme in den Katalog duldungspflichtiger Impfungen", sagte Högl den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für Soldatinnen und Soldaten, die in den Einsatz gehen, sei die Impfung bereits verpflichtend.

In der Bundeswehr wurde die Duldungspflicht für Impf- und Vorsorgemaßnahmen vor einigen Jahren eingeführt. Dazu zählen etwa Impfungen gegen bestimmte übertragbare Krankheiten. Im Verteidigungsministerium läuft eine Prüfung, ob die Corona-Impfung in die Liste mit aufgenommen werden soll. "Bei meinen Truppenbesuchen erlebe ich eine hohe Bereitschaft unserer Soldatinnen und Soldaten, sich impfen zu lassen. Viele wünschen sich eine Covid-19-Impfung lieber heute als morgen", erklärte Högl.

Die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hält dies derzeit nicht für angebracht: "Es gibt in Deutschland keine Impfpflicht, das bedeutet, dass es auch für die Soldaten und Soldatinnen keine Impflicht geben kann", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie wünsche sich aber, dass alle so vernünftig seien, allein um die Kameraden zu schützen, sich impfen zu lassen. Die Bundesregierung hat eine allgemeine Corona-Impfpflicht und auch eine spezielle für bestimmte Berufsgruppen bisher ausgeschlossen. (17.07.2021)

Ministerpräsident Kretschmer gegen neue Schulschließungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich angesichts steigender Inzidenzen gegen erneute Schulschließungen ausgesprochen - und für die Impfung von Kindern und Jugendlichen. Offene Schulen und Kindergärten seien eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, aber auch der psychischen Gesundheit von Kindern und Familien, sagte der CDU-Politiker im Interview der Düsseldorfer Rheinischen Post. Der Fehler, die Schulen zu schließen, dürfe nicht wiederholt werden.

Kretschmer plädierte für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren. Sachsen habe genügend Impfstoffe und viele Kinderärzte, die bereit seien, junge Menschen zu impfen. Er hoffe auf eine entsprechende generelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) in den nächsten Tagen. "Dann hätten wir noch mehr Sicherheit und Akzeptanz. Es gibt einen großen Teil der Bevölkerung, der sich sehr nach den Kriterien der Stiko richtet. (17.07.2021)

© SZ/dpa/kast/aner/jael/ihe/olkl
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