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Oktoberfest-Ersatz:Was man zur Wirtshauswiesn wissen muss

Biergarten - Bier

Neben Wiesnbier verspricht die Wirtshauswiesn Oktoberfest-Stimmung - allerdings mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz.

(Foto: dpa)

Das Oktoberfest fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Die Münchner Wirte haben sich trotzdem etwas einfallen lassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Von Ana Maria Michel

Wann findet die Wirtshauswiesn statt?

Am Samstag, den 19. September, wäre das 187. Münchner Oktoberfest losgegangen. Wegen der Corona-Pandemie kann es in diesem Jahr allerdings nicht stattfinden. An diesem Tag soll dafür aber die Wirtshauswiesn starten, die vom Verein der Münchner Innenstadtwirte zusammen mit den Großen Wiesnwirten veranstaltet wird. Normalerweise sind am ersten Wiesnsamstag alle Augen auf Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter gerichtet, der das erste Fass anzapft. In diesem Jahr werden die Wirte in ihren jeweiligen Gaststätten um 12 Uhr die Bierfässer anzapfen. Die Wirtshauswiesn endet am 4. Oktober. Danach wäre auch auf der Theresienwiese Schluss gewesen.

Wer macht mit?

Insgesamt sind 54 Münchner Gaststätten dabei. Darunter sind 36 Lokale der Münchner Innenstadtwirte, zum Beispiel das Hofbräuhaus, der Andechser am Dom, der Ratskeller, der Donisl oder auch die Pfälzer Weinstube in der Residenz und das Café Rischart am Marienplatz. 18 weitere Gaststätten der Großen Wiesnwirte machen ebenfalls mit. Statt zum Beispiel ins Schottenhamel-Zelt geht man in diesem Jahr also ins Paulaner am Nockherberg oder statt ins Weinzelt der Familie Kuffler in deren Seehaus im Englischen Garten. Welche Lokale mitmachen, erkennt man an Flaggen mit dem Wirtshauswiesn-Logo.

Ist Tracht Pflicht?

Die Wirte wünschen sich, dass die Besucher der Wirtshauswiesn in Tracht kommen. Wer in den sozialen Medien unter #aufbretzelt2020 ein Foto von sich in Lederhosen oder Dirndl postet, hat die Chance, einen Wiesntisch fürs nächste Jahr zu gewinnen.

Wiesn im Wirtshaus? Was hat das mit dem Oktoberfest zu tun?

Die Wirtshauswiesn knüpft an die Anfänge des Oktoberfests an. Im Jahr 1810 fand es zum ersten Mal statt, und zwar anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese. Auf der Theresienwiese gab es damals allerdings nur ein Pferderennen. Gefeiert und getrunken wurde in den Wirtshäusern.

Was kostet eine Mass Wiesnbier?

Obwohl das Oktoberfest wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, haben es sich die Münchner Brauereien nicht nehmen lassen, ihr Wiesnbier zu brauen, das als besonders süffig gilt. 10 Euro soll die Mass kosten, zumindest im Paulaner am Nockherberg, andere Wirte überlegen noch. Günstiger als auf der Thersienwiese soll das Bier aber überall sein.

Was ist außer Bier geboten?

Neben Wiesnbier verspricht die Wirtshauswiesn Oktoberfest-Stimmung. Damit die aufkommt, werden die Wirtshäuser mit Lebkuchenherzen und Dekoration aus den Wiesn-Zelten geschmückt. Zum Essen gibt es zünftige, bayerische Klassiker, die man auch vom Oktoberfest kennt, also etwa Haxen, Käsespätzle oder Obazda.

Die passende Musik darf auch nicht fehlen. Wer allerdings die Party-Schlager aus den Festzelten erwartet, könnte bitter enttäuscht werden. Stattdessen steht eher gemütliche bayerische Wirtshausmusik auf dem Programm, die etwa von Blaskapellen oder Gstanzl-Sängern dargeboten werden soll. Auch Auftritte von Trachtengruppen und Goaßlschnalzern sind geplant.

Was muss man sonst noch beachten?

So wild wie in den Festzelten auf der Theresienwiese kann es bei der Wirtshauswiesn in Corona-Zeiten natürlich nicht zugehen. Die bayerischen Corona-Regeln für Lokale gelten auch hier. Das heißt: Abstand halten und den Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen. Außerdem müssen die Gäste sich mit ihren Kontaktdaten in den Lokalen registrieren. Eintritt kostet die Wirtshauswiesn wie auch das Oktoberfest nicht. Eine Reservierung wird aber in den Gaststätten, wo die Plätze wegen der Corona-Maßnahmen begrenzt sind, empfohlen - aber das kennt man ja auch von der richtigen Wiesn.

© SZ.de/mmo
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