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Trinkwasser:Versorgung bis 2045 gesichert

Fließendes Wasser aus einem Wasserhahn in Freising, 2020

Dass Trinkwasser aus dem Hahn kommt, ist in Unterhaching und Neubiberg nicht selbstverständlich.

(Foto: Johannes Simon)

Unterhaching, Neubiberg und Neuried bekommen bis 2045 Wasser aus Garmisch. Für die Zeit danach wollen sie sich rechtzeitig um eine Verlängerung bemühen.

Von Iris Hilberth, Unterhaching/Neubiberg

Große Erleichterung in Unterhaching, Neubiberg und Neuried: Seit vergangenem Freitag liegt den Rathäusern nun endlich die schriftliche Bestätigung aus dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen vor, dass die drei Umlandgemeinden auch zukünftig von den Stadtwerken München mit Wasser aus dem Loisachtal versorgt werden dürfen. Die "wasserrechtlichen Gestattungen" laufen vorerst bis zum 31. Dezember 2045. Vorangegangen war ein fünf Jahre währender Streit, weil die Gemeinden am Alpenrand dem Münchner Umland das Wasser abdrehen wollten.

Seit dem Prozess vor dem Verwaltungsgericht München im Dezember 2019 war eigentlich klar, dass die Entscheidung gar nicht anders ausfallen kann. Die Richter hatten damals deutlich gemacht, dass die Garmischer gar keine andere Möglichkeit haben, als den Stadtwerken München so viel Trinkwasser zu liefern, dass die auch ihre Leitung nach Unterhaching, Neubiberg und Neuried offen lassen. Denn die drei Gemeinden aus dem Landkreis hatten durch Gutachten nachgewiesen, dass es ihnen unmöglich ist, ihr Wasser anderweitig zu beziehen beziehungsweise durch eigene Brunnen die Versorgung ihrer Bevölkerung sicherzustellen.

Bis Juli 2020 hatte das Gericht dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen Zeit eingeräumt, diese Entscheidung zu treffen. Doch dort zögerte man nach Ablauf der Frist immer noch. Denn in den Gemeinden Farchant und Oberau ist man nicht gut auf die Münchner Wassernutzer zu sprechen. Rund 22 Millionen Kubikmeter im Mittel pro Jahr, in Spitzenzeiten etwa 30 Millionen Kubikmeter Wasser fließen nach München, und die Alpenrandgemeinden fürchten, dass es noch mehr werden könnte. Eine Ausweitung von Wasserschutzgebieten aber würde die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten einschränken, so die Argumentation: Während sich die Gemeinden im Münchner Umland über satte Gewerbesteuereinnahmen freuten, blieben unterhalb der Zugspitze zusätzliche Industriegebiete, Straßen und Landwirtschaft verboten.

Nun haben die Garmischer doch eingelenkt, allerdings knapp vor Ablauf einer neuen Frist, die ihnen Unterhaching und Neubiberg bis Ende Februar selbst gesetzt haben, "um den Druck etwas zu erhöhen", wie Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) berichtet und Unterhachings Rathaussprecher Simon Hötzl bestätigt. Bis 2045 ist die Versorgung mit Trinkwasser nun gesichert. "Es wird sich irgendwer in der Verwaltung schon mal einen Vermerk im Jahr 2040 machen müssen, um sich frühzeitig um eine Verlängerung zu bemühen", sagt Hötzl. Auch 2045 werde man ja nicht plötzlich irgendwo eine Quelle finden, sagt Pardeller, "aber bis dahin fließt noch viel Wasser die Loisach hinunter".

Jetzt ist der Neubiberger Bürgermeister erst mal erleichtert, dass die Entscheidung dann doch so plötzlich getroffen wurde. "Da bin ich schon etwas überrascht", sagt Pardeller. Gemeinsam mit der Nachbargemeinde Unterhaching hatte man sich bereits auf weitere gerichtliche Auseinandersetzungen vorbereitet. "Darauf hatten wir uns schon eingestellt", sagt der Neubiberger Bürgermeister. Hötzl berichtet, dass es in Unterhaching bereits einen Gemeinderatsbeschluss gegeben hat, weitere juristische Schritte einzuleiten. Schließlich sei die Faktenlage ja schon seit dem Jahr 2018 klar gewesen. Der Unterhachinger Rathaussprecher gibt aber zu: "Es war ein zähes Ringen und hat uns einige schlaflose Nächte bereitet."

© SZ vom 10.02.2021
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