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Landtagswahl:"Die Partei" will Modelleisenbahnen besteuern, aber nur in Ingolstadt

Die Partei für Franken will dagegen vornehmlich Nordbayern stärken - "Wir fordern, die überproportionale Bevorzugung Oberbayerns, insbesondere des Großraums München, zu beseitigen." Sie tritt nur in zwei der drei fränkischen Bezirke an. Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative ( Die Partei) ist überall außer in Niederbayern wählbar. Mit dem Satiriker Martin Sonneborn stellt sie einen Europa-Abgeordneten, satirisch sind auch viele Forderungen. Sie verspricht eine Abgabe auf Modelleisenbahnen in Ingolstadt, ein Seitenhieb auf den berüchtigten Hobbykeller von CSU-Chef Horst Seehofer - zur Finanzierung eines Transrapids zur Zugspitze.

Tief seriös tritt dagegen LKR an den Start: Liberal-Konservative Reformer mit dem Beinamen "Die Eurokritiker". Es ist eine Abspaltung von oder - anders gesehen - der Ursprungskern der AfD: also viele jener Leute um den Ökonomen Bernd Lucke, der 2015 im Machtkampf gegen Frauke Petry unterlag und die AfD verließ. Das Kernthema der Partei, die mit Vortragsabenden derzeit durch Bayern zieht und gern etwas professoral daherkommt, sind die Euro-Politik und die EU, aber auch die Asylpolitik - klar rechtskonservativ im Anliegen, im Ton jedoch gedimmt. Die LKR sind nur in Oberbayern und Schwaben für die Landtagswahl zugelassen.

Die Partei für Gesundheitsforschung tritt in Oberbayern, der Oberpfalz sowie in Ober- und Mittelfranken an. Sie will Politik machen, um die Entwicklung wirksamer Medizin gegen Alterskrankheiten wie Krebs, Alzheimer und Diabetes Typ 2 zu beschleunigen. Die Partei der Humanisten nennt sich "liberal, sozial und progressiv"; Kernthemen sind Bildung und Wissenschaft, die Trennung von Staat und Religion und allgemein die Freiheit des Individuums - dazu gehört laut Grundsatzprogramm auch eine "aufgeklärte Drogenpolitik", mit besserer Forschung zum Konsum psychoaktiver Substanzen und auch Legalisierungen mit einer "einheitlichen Drogensteuer". Dafür können sich aber nur oberbayerische Wähler entscheiden.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ( Tierschutzpartei) ist in Oberbayern, Niederbayern und Unterfranken zur Landtagswahl zugelassen. Sie wehrt sich zum Beispiel gegen "lobbyismusgesteuerte Förderung der tierquälerischen Agrarindustrie" und fordert "ein schnelles Umdenken hin zu einer ethisch orientierten Wirtschaft"; dazu gehörten auch soziale Gerechtigkeit und "absolute Chancengleichheit im Bildungssystem". In allen Bezirken geschafft hat es die Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer, abgekürzt V-Partei³. Deren Vorsitzende beschreibt die Partei als "grün - nur heller". Etwa zehn Millionen Vegetarier in Deutschland ohne parlamentarische Vertretung, heißt es, seien geradezu eine Verpflichtung zur Parteigründung gewesen.

Einige Parteien, die laut Landeswahlausschuss zur Einreichung von Wahlvorschlägen berechtigt waren, haben es nicht geschafft und tauchen in der Liste der Zulassungen jetzt nicht auf. Darunter ist die Allianz Deutscher Demokraten, eine Partei für Einwanderer und gegen Rassismus und Diskriminierung. Sie zog wegen ihrer Nähe zur Partei AKP des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan seit ihrer Gründung 2016 immer wieder Kritik auf sich.

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