NS-Geschichte:Hitlers Lieblingslandschaftsmaler

Lesezeit: 6 min

NS-Geschichte: Vor allem in Marktheidenfeld wurde der Maler Hermann Gradl nach dem Krieg für seine Landschaftsporträts verehrt und gefeiert.

Vor allem in Marktheidenfeld wurde der Maler Hermann Gradl nach dem Krieg für seine Landschaftsporträts verehrt und gefeiert.

(Foto: Sammlung Michael Deubert/Historischer Verein Marktheidenfeld)

Hermann Gradl war NS-Profiteur, wurde aber auch im Nachkriegs-Franken für seine Bilder gefeiert. In seiner Geburtsstadt Marktheidenfeld wurden heftige Konflikte über sein Erbe ausgetragen. Nun drohen die Wunden wieder aufzureißen.

Von Olaf Przybilla, Marktheidenfeld

Der Prachtband, der unaufgefordert in der Redaktion landet, kommt ohne einleitende Worte eines Herausgebers aus. Das Vorwort schreibt der Künstler gewissermaßen selbst, Hermann Gradl, dem der Stadtrat im mainfränkischen Marktheidenfeld 1942 attestierte, man dürfe ihn wohl "den deutschen Landschaftsmaler überhaupt" nennen. Nicht umsonst, so wurde im Sitzungsbuch geraunt, habe "der Führer Professor Gradl mit dem Auftrag" ausgezeichnet, "für die Neue Reichskanzlei sechs große deutsche Landschaftsbilder zu malen". Genau dort, wo der Stadtrat den "großen Sohn unseres Städtchens" und Nürnberger "Direktor der Akademie der bildenden Künste" 1942 als Ehrenbürger vorgeschlagen hatte, in Marktheidenfeld, ist nun auch der Band "Hermann Gradl. Mein Leben als Maler" erschienen.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Wir 4
Sabbatical
Auf Weltreise mit Kindern
Young man have bath in ice covered lake in nature and looking up.; Kaltwasserschwimmen
Gesundheit
"Im kalten Wasser zu schwimmen, ist wie ein sicherer Weg, Drogen zu nehmen"
Illu Wissen
Psychologie
Was einen guten Therapeuten ausmacht
We start living together; zusammenziehen
Beziehung
"Die beste Paartherapie ist das Zusammenleben"
Familienküche
Essen und Trinken
»Es muss nicht alles selbstgemacht sein«
Zur SZ-Startseite