Erasmus ist Schwarzbrot, die Sahnehäubchen gibt's woanders. In anderen Stipendien und Förderangeboten steckt einiges, was das Bildungsprogramm der EU nicht zu bieten hat. Fünf Tipps, um Europa auch ohne Erasmus kennenzulernen.
Bildung im Ausland
:Statussymbol Frühstück
Ein Deutscher in Warschau, ein Spanier in Paris, ein Franzose in Berlin: Wenn Korrespondeten ihre Kinder in fremden Ländern zur Schule schicken, sind Verwirrungen an der Tagesordnung. Im besten Fall lernen auch die Eltern ein bisschen dazu.
Bologna-Prozess
:Baustelle Bachelor
Weniger Semester, problemlos studieren im Ausland - eigentlich sollte die Bologna-Reform das Studentenleben in Europa erleichtern. Doch nicht alle Erwartungen wurden in der Praxis erfüllt.
Bildung in Europa
:Wie die Universität zur Massenware wurde
Rechenzentrum statt Rhetorik, Leistungspunkte statt Latein: Die Bildung hat sich in Europa über Jahrhunderte gewandelt. Heute ist vieles einfacher, aber nicht alles besser als früher.
Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin
:Neuer Verdacht gegen Schavan
Neue Plagiatsvorwürfe gegen Annette Schavan: Die Bildungsministerin soll nicht nur bei anderen, sondern auch unerlaubt bei sich selbst abgeschrieben haben. Schavan schweigt weiter zu den Anschuldigungen - sie will auf die Bewertung ihrer Alma Mater warten.
Grundgesetzänderung zur Hochschulfinanzierung
:Zwei Wörter für die Forschung
Wissenschaft ist in der föderalen Bundesrepublik vorrangig Ländersache. Bei den Hochschulen will der Bund künftig stärker mitgestalten - und dafür zahlen. Doch die nötige Grundgesetzänderung ist kein Selbstläufer.
Grundgesetzänderung zur Hochschul-Finanzierung
:Bund soll Bildung finanzieren dürfen
Bisher darf der Bund Schulen und Universitäten nicht fianziell unterstützen. Dieses Kooperationsverbot soll nun gelockert werden - das Bundeskabinett hat dazu eine Grundgesetzänderung auf den Weg gebracht. Doch es gibt Widerstand aus der Opposition.
SZ JetztInterview zum Offenen Brief der Doktoranden
:"Ich würde sofort in Hartz IV fallen"
Keine Absicherung, keine Mitspracherechte: Weil der Status von Promovierenden an den Universitäten nicht eindeutig geregelt ist, leiden Doktoranden oft unter erheblichen Nachteilen. Deshalb haben sie einen Offenen Brief an die Landesregierungen geschrieben. Ein Interview mit Andreas Hartmann von der Promovierenden-Initiative über die drängendsten Probleme und die Tatenlosigkeit der Politik.
Stipendien für Studierende
:Stiften gehen für die Bildung
Nur jeder 50. Student kann sein Budget mit einem Stipendium aufbessern - auch das groß angekündigte Deutschland-Stipendium hat die Quote kaum verbessert. Die Angebote fehlen - doch auch die Hochschulen machen Fehler.
Studie zur Jugendarbeitslosigkeit
:Keine Chance, sich zu qualifizieren
Die Lage für junge Leute auf dem Arbeitsmarkt ist dramatisch: In Spanien und Griechenland hat nur jeder Zweite bis zu 24 Jahren einen Job. Deshalb versuchen diese Länder jetzt, von Deutschland und dessen Ausbildungssystem zu lernen.
Examen immer häufiger in der Regelstudienzeit
:Der Bummelstudent stirbt aus
Früher, als es noch Magisterabschlüsse und Diplome gab, galt die Regelstudienzeit als freundliche Empfehlung. Sanktionen drohten nicht, wenn Studierende weitere Semester in den Hörsälen verbrachten. Das hat sich mit den neuen Abschlüssen geändert: Immer mehr Akademiker schließen in der Regelstudienzeit ab.
Studentische Nesthocker
:Warum Studenten das Hotel Mama besser verlassen
Für Studenten ist es bequem, zu Hause zu wohnen und zur Uni zu pendeln. Studienberater sehen das ganz anders: Zeit wird vergeudet, der Kontakt zu Kommilitonen bleibt auf der Strecke - und die Hochschüler verpassen das Beste.
Doktorarbeit von 1980
:Anonyme Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Schavan
Ausgerechnet die Bundesbildungsministerin: Ein anonymer Blogger wirft Annette Schavan vor, bei ihrer Dissertation vor 32 Jahren unsauber gearbeitet zu haben. Die Ministerin will aufklären - und fordert den Blogger auf, aus der Deckung zu kommen.
Täuschung bei der Doktorarbeit?
:Schavan will Plagiatsvorwürfe klären
Hat die Bundesbildungsministerin bei ihrer Dissertation nicht korrekt gearbeitet? Ein anonymer Blogger wirft Annette Schavan vor, unsauber zitiert zu haben. Die Ministerin beteuert, "sehr genau gearbeitet" zu haben - und will die Vorwürfe aufklären.
Kabinett beschließt Wissenschaftsfreiheitsgesetz
:Mehr Freiheit für Forscher
Staatlich finanzierte Forschungseinrichtungen sollen selbstständiger arbeiten und freier über ihre Mittel verfügen können. Das sieht der Entwurf für ein Wissenschaftsfreiheitsgesetz vor, den das Kabinett verabschiedet hat.
MeinungPlagiatsvorwürfe gegen Bundesbildungsministerin
:Dr. Schavan in der Pflicht
Studierende mit Behinderung
:Der lange Weg in den Hörsaal
Studierende mit körperlichen Behinderungen haben es an den Hochschulen nicht leicht - oft wird schon der Weg in den Seminarraum zu einem wahren Hindernisparcours. Johanna Klemm studiert in München Jura mit einem Stipendium für Begabte - doch das hilft ihr an der Fahrstuhltür wenig.
Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin
:"Frau Schavan muss das jetzt aufklären"
Bislang hat Annette Schavan noch nicht viel zu den Plagiatsvorwürfe gegen ihre Doktorarbeit gesagt. Doch die Bildungsministerin gerät unter Druck: Von Seiten der Opposition, aber auch von Rechtsprofessoren.
Betriebe bilden oft unzureichend aus
:Unreife Meister
Auf dem deutschen Arbeitsmarkt werden gern die mangelnden Fähigkeiten der Auszubildenden beklagt. Doch es gibt noch ein anderes Problem: Viele Betriebe sind nicht in der Lage, ihre Lehrlinge für den Beruf zu schulen.
Bewerbermangel in Ausbildungsberufen
:Firmen senken Anforderungen an Lehrlinge
Deutsche Unternehmer haben es zunehmend schwer, geeignete Lehrlinge zu finden. Zwar will die Wirtschaft in diesem Jahr 25.000 zusätzliche Lehrlinge einstellen - doch die Bewerber fehlen. Um die Eignung von Schülern besser beurteilen zu können, wollen die Firmen wieder "Kopfnoten" auf den Zeugnissen sehen.
Berufsbildungsbericht
:Beste Aussichten für Azubis
Schon lange waren die Ausbildungsplatz-Chancen für Schulabgänger nicht mehr so gut wie im Moment. Einige Branchen tun sich dennoch schwer, freie Lehrstellen zu besetzen.
Panne beim Deutsch-Abitur
:Waldorfschüler kennen Pflicht-Lektüre nicht
Blankes Entsetzen bei 13 Waldorfschülern, die zum Deutsch-Abitur angetreten waren: Besprochen werden sollte Dürrenmatts "Die Physiker" - doch der Lehrer hatte die Pflichtlektüre im Unterricht nicht durchgenommen.
Fortgang der Bologna-Reform
:Bürokratie frisst Universität
Mehr als vierzig europäische Bildungsminister haben sich bei einem Treffen auf ein "Weiter wie bisher" in Sachen Bologna-Reform geeinigt. Das wird nicht nur zu einer weiteren Bürokratisierung, sondern auch zu einer weiteren Verschulung des Studiums führen.
MeinungPlagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Schavan
:Kopieren verjährt nie
Lübecker Schüler knacken Netzwerk
:Hacker wollten ihre Abi-Noten schönen
Bessere Noten per Mausklick: Zwei Lübecker Gymnasiasten sollten bei der Verbesserung des Schulnetzwerks helfen und haben dabei ihre eigenen Noten "korrigiert".
Freiburg startet Esoterik-Studium
:Gotteszeichen im Nilpferdmaul
Raus aus der Schmuddelecke, rein in die Uni: Erstmals wird Esoterik in Deutschland zum Studienfach. Die Alchemie zum Beispiel mag längst von der Chemie verdrängt worden sein - in Freiburg ist sie nun Unterrichtsgegenstand. Der Wille, seriös zu wirken, eint Lehrende und Studenten schon am ersten Tag.
Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg
:Revolution Süd-West
Im konservativen Baden-Württemberg hat Grün-Rot mit dem Umbau begonnen: Die ersten Gemeinschaftsschulen haben den Betrieb aufgenommen. Darin lernen die Kinder bis zur zehnten Klasse gemeinsam. Für Ministerpräsident Kretschmann hängt viel vom Erfolg der Reform ab.
SZ JetztDemonstration der Medizin-Studenten
:Pflichtstation Hausarzt
Auf dem platten Land werden die Hausärzte knapp, deswegen sollen junge Mediziner mit einer Pflichtstation Allgemeinmedizin in der Praxisphase des Studiums zwangsbeglückt werden. Die Studenten wehren sich.
SZ JetztStudenten fordern Zivilklausel
:Krieg und Frieden an der Uni
Eine Initiative von Studenten, Gewerkschaften und Verbänden will auf den wachsenden Einfluss von Militär- und Rüstungsindustrie an deutschen Unis hinweisen. Sie fordert eine Zivilklausel, die verbietet, dass an deutschen Universitäten neue Waffentechnologien erforscht werden.
Schavans Doktorarbeit
:Werke im Vergleich
Hier dokumentiert SZ.de eine Auswahl der Plagiatsvorwürfe der Universität Düsseldorf gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Die Gegenüberstellung von Dissertation und Originalquelle beruht auf dem internen Untersuchungsbericht der Philosophischen Fakultät von Professor Stefan Rohrbacher. Der Judaistik-Professor kommt auf insgesamt 60 fehlerhafte Seiten in der 351 Seiten umfassenden Dissertation und legt damit weniger strenge Maßstäbe an als die Plagiatesucher von Schavanplag, die 92 Seiten bemängeln.