Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktorgrad ist weg, den Vorwurf der Täuschung aber hat die Universität Bayreuth offengelassen. Massive Kritik am Vorgehen der Hochschule kommt nun aus der SPD. Eine ganz andere Interpretation liefert Kanzlerin Angela Merkel.
Fünf Menschen sind tot und zwei Länder zanken: Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen versuchen die verfeindeten Staaten Äthiopien und Eritrea Kapital aus dem Tod der fünf ermordeten Touristen zu schlagen. Der brutale Überfall im Grenzgebiet birgt politische Sprengkraft - dennoch liegen die wahren Hintergründe bislang im Dunkeln.
Von
Arne Perras
Hinter der Entführung von Touristen in Äthiopien könnten Nomaden stecken, die für den Erhalt ihrer Kultur kämpfen. Doch die selbst ernannten "Revolutionäre" des Afar-Volkes haben ein Problem: Die Zentralregierung hat sie bislang als Gegner nicht besonders ernst genommen, sie streitet deren Existenz sogar ab. Hat dies die Angreifer zu einer besonders dreisten Tat angestachelt?
Von
Arne Perras, Kampala
Bayreuther Studenten suchen Sponsoren für ein Symposium. Studentin Nhat An Trinh erklärt, welche Rolle Karl-Theodor zu Guttenberg dabei spielt.
Interview:
Cornelius Pollmer
Karl-Theodor zu Guttenberg gibt vor, Reue zu zeigen - und geht zum Angriff über: In seinem Buch "Vorerst gescheitert" erhebt der ehemalige Bundesminister schwere Vorwürfe gegen die Uni Bayreuth und beharrt weiter darauf, nicht vorsätzlich getäuscht zu haben. Die Uni selbst reagiert verhalten, doch Jura-Professor Lepsius findet deutliche Worte.
Karl-Theodor zu Guttenberg kehrt in die Öffentlichkeit zurück. Acht Monate nach seinem Rücktritt will der ehemalige Verteidigungsminister bei einer Konferenz in Kanada auftreten - als "angesehener Staatsmann".
Kurzmeldungen
im Überblick
Guttenbergs Plagiatsaffäre ist beendet - zumindest aus juristischer Sicht. Nun geht es dem früheren Verteidigungsminister darum, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Acht Monate nach seinem Rücktritt spricht Guttenberg von "ungeheuerlichen Fehlern" beim Verfassen seiner Doktorarbeit und schließt nicht aus, dass er wieder nach politischen Ämtern strebt. Eindeutig ist er in seinem Urteil über die CSU.
Von
Roland Preuß, Tanjev Schultz und Stefan Braun
Meinung
Karl-Theodor zu Guttenberg, einst Lieblingspolitiker der Deutschen, hat alle getäuscht. Seine Wähler, seine Parteifreunde und vor allem sich selbst. Hat er eine zweite Chance verdient? Eindeutig ja. Doch der CSU-Politiker weigert sich, die dafür notwendige Voraussetzung zu erfüllen.
Ein Kommentar von
Thorsten Denkler, Berlin
Ein Plagiator gibt den vielen "Nicht-Lesern" von Publikationen das, was ihnen gebührt, findet der Philosoph Peter Sloterdijk. Doch obwohl die Kultur seiner Ansicht auf ständiges Kopieren und Imitieren angewiesen ist, relativiert er das Problem der Plagiate nicht. Stattdessen spricht er von einer "verlorenen Unschuld der Fakultäten".
Von
Tanjev Schultz
Die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit zwang CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg zum Rücktritt. Doch offenbar waren die Fehler in seiner Arbeit schon seit Längerem mehreren renommierten Wissenschaftlern bekannt. Sie verfolgten den Fall aber nicht weiter. In der CSU wächst derweil die Kritik am Verhalten Guttenbergs.
In der CSU kursiert das Gerücht, Karl-Theodor zu Guttenberg könnte eine neue Doktorarbeit schreiben und sich damit rehabilitieren. Der Ex-Verteidigungsminister selbst hat dazu bisher geschwiegen. Doch darf er überhaupt einen zweiten Anlauf nehmen? Denn hier geht es um ein gutes altes Wort: würdig.
Von
Tanjev Schultz
Die Uni habe in der Plagiatsaffäre parteiisch geurteilt, sie habe nur auf Forschungsgelder geschielt - und überhaupt akzeptiere er das Urteil der Kommission nicht: In seinem Interview-Buch beschwert sich der entlarvte Plagiator Karl-Theodor zu Guttenberg über das Vorgehen der Uni Bayreuth. Die reagiert deutlich.
Karl-Theodor zu Guttenberg tritt am Montag in Brüssel bei der EU-Kommission auf, vorher gibt es eine Abreibung aus der Heimat: CSU-Chef Horst Seehofer empfiehlt dem einstigen Shooting-Star Demut. Aus dem Bundeskabinett meldet sich Ministerin Schröder zu Wort.
Um wen will er sich künftig kümmern: "afrikanische Blogger oder die oberfänkische CSU"? Die Christsozialen in Franken wollen Klarheit über die Pläne von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Eine Entscheidung soll schon bald fallen.
In der arabischen Welt stürzen Diktatoren, Japan erlebt eine nukleare Katastrophe, US-Spezialeinheiten töten Bin Laden, Berlusconi tritt ab - und auch Guttenberg scheitert. Was Deutschland und die Welt 2011 bewegt hat: Rückblick auf ein außergewöhnliches Jahr in Bildern.
Von
Daniel Hofer, Raimon Klein und Michael König
Die Plagiatsaffäre bleibt für den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ohne strafrechtliche Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Hof hat ein Verfahren gegen ihn wegen des Verdachts auf Urheberrechtsverletzungen eingestellt - gegen eine Geldauflage.
Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wagt sich wieder ins Rampenlicht - und startet in Kanada einen Rundumschlag gegen Europas Politiker. Sie seien unfähig, die Krise zu lösen und die Menschen zu erreichen.
Arbeitet hier ein Mann an seinem Comeback? Bereits am Wochenende hatte Karl-Theodor zu Guttenberg bei einer öffentlichen Veranstaltung das Krisenmanagement der Kanzlerin kritisiert. Jetzt äußert er sich erstmals seit seinem Rücktritt zur Plagiatsaffäre. In einem Interview-Buch spricht der ehemalige Verteidigungsminister über eigene Verfehlungen und die Bedingungen für eine Rückkehr in die Politik. Der Titel ist vielsagend: "Vorerst gescheitert".
Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch über den lädierten Ruf der Universität Bayreuth, Studiengebühren und wirtschaftsgerechte Forschung.
Interview:
Martina Scherf
Dauerstress als Entschuldigung: Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Plagiate in seiner Doktorarbeit mit seiner Mehrfachbelastung und einer "gelegentlich chaotischen" Arbeitsweise erklärt. Die Universität Bayreuth nimmt ihm das nicht ab. Die Kommission, die seine Dissertation untersucht hat, ist sicher, dass Guttenberg bewusst getäuscht hat.
Die Universität Bayreuth will den Untersuchungsbericht zu den Plagiaten in Guttenbergs Doktorarbeit Ende April der Öffentlichkeit vorlegen. Auch gegen den Widerstand des Ex-Ministers.
Video
Schnelle Entscheidung: Die Universität Bayreuth entzieht Verteidigungsminister Guttenberg den Doktortitel. Die Frage, ob er beim Abfassen der Dissertation bewusst getäuscht hat, ließ die Hochschule aber offen - vorerst.
Von
Tanjev Schultz
So viel Plagiat kann kein Zufall sein: In einem Gutachten kommt die Universität Bayreuth zu dem Schluss, dass der Ex-Minister mit Absicht abgeschrieben haben muss. Anders lassen sich die kopierten Passagen nicht erklären. Veröffentlichen darf die Hochschule ihre Analyse noch nicht - Guttenbergs Anwälte haben etwas dagegen.
Von
Tanjev Schultz
Karl-Theodor zu Guttenberg hat von Bundespräsident Wulff seine Entlassungsurkunde erhalten - und seine Immunität verloren. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen der Plagiatsvorwürfe. Die Universität Bayreuth wird wohl bestätigen, dass Guttenberg bewusst getäuscht hat. Guttenberg äußerte sich zu seiner politischen Zukunft.
Die Ereignisse
zum Nachlesen.
Jetzt ist es offiziell: Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg hat bei seiner Doktorarbeit absichtlich abgeschrieben. Zu diesem Schluss kommt die Kommission der Universität Bayreuth in ihrem Gutachten - und fällt ein scharfes Urteil.
Von
Tanjev Schultz