Das Urteil des Kölner Landgerichts im Mai 2012 zur Beschneidung hat einen breiten gesellschaftlichen Diskurs entfacht. Experten aus Wissenschaft, Politik und Recht streiten darüber, inwieweit die rituelle Beschneidung das Wohl des Kindes beeinträchtigt und wo die Grenzen der Religionsfreiheit liegen.
Auf Süddeutsche.de finden Sie Kommentare, Nachrichten und Analysen, die die Debatte über die rituelle Beschneidung abbilden.
Vor einem Jahr erklärten Kölner Richter die rituelle Beschneidung von Jungen zur Straftat, im Dezember erließ der Bundestag ein Gesetz, das den Eingriff legalisiert. Doch ein Papier europäischer Kinderärzte und neue Anzeigen gegen einen jüdischen Beschneider heizen die Debatte wieder an.
Von Markus C. Schulte von Drachmehr...
Grünen-Landtagskandidat Dunkel reagiert auf die scharfe Kritik an seinem Beschneidungs-Gedicht, in dem er Juden und Muslime als "blinde Fanatiker" beschimpfte. Laut einem Parteikollegen wolle Dunkel bei der Wahl nicht antreten.
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Mit Gedichten gegen die Beschneidung jüdischer Neugeborener hat ein Landtagskandidat der niedersächsischen Grünen für Empörung gesorgt. Ulf Dunkel schreibt von "Arschlöchern" und "blinden Fanatikern". Nach scharfer Kritik vom Zentralrat der Juden haben die Landeschefs Dunkel aufgefordert, seine Kandidatur zurückzuziehen - der reagiert mit einem Reim.
Von Daniel Brösslermehr...
Vor wenigen Tagen verabschiedeten Bundestag und Bundesrat ein neues Beschneidungsgesetz. Nun kündigt der Zentralrat der Juden an, Beschneider besser auszubilden.
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Meinung
Bei der Beschneidungsdebatte ist jeder davon überzeugt, im Recht zu sein. Solch eine gehässige Debatte ist aber letztlich nur zerstörerisch. Das Recht von Eltern, ihre Söhne aus religiösen Gründen zu beschneiden, ist das Minimum, auf das sich eine Gesellschaft einigen muss.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
Religiös motivierte Beschneidungen von Säuglingen bleiben erlaubt. Das beschloss der Bundestag mit großer Mehrheit. In der vorangegangenen Debatte wurde bis zuletzt über Details gestritten.
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Zwei Entwürfe zur religiösen Beschneidung minderjähriger Jungen standen heute zur Entscheidung im Bundestag. Das Thema polarisiert: Kritikern wird unterstellt, sie seien islamophobe Antisemiten, Befürworter fühlen sich in ihrer Religionsausübung beschränkt. Ein Fakten-Check zu den wichtigsten Fragen in der Debatte.
Von Markus C. Schulte von Drachmehr...
An diesem Mittwoch entscheidet der Bundestag darüber, ob die religiöse Beschneidung von Jungen gesetzlich erlaubt wird. Ende der Debatte? Kaum. Auch was manche in der Religion anstößig finden, muss zugelassen werden. Trotzdem sollten die Grenzen der Anstößigkeit immer neu ausgehandelt werden.
Von Johan Schloemannmehr...
Es wäre zutiefst beklagenswert, wenn die Beschneidung von minderjährigen Jungen in Deutschland legalisiert würde, sagt der jüdische Filmemacher Victor S. Schonfeld. Der Brite hat die Risiken des Rituals im Film "It's A Boy!" dokumentiert. Nun appelliert er an die Bundestagsabgeordneten, die Beschneidung ohne medizinische Gründe nicht zu erlauben.
Ein Gastbeitrag von Victor S. Schonfeldmehr...
Meinung
Die Beschneidung von Jungen soll gesetzlich geregelt werden. Gleich zwei Entwürfe wurden dazu nun dem Bundestag vorgelegt - sie unterscheiden sich stark. Doch nur ein Gesetz ist das richtige: Das, welches nicht massiv in das Judentum eingreift.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
Mit ihrem Gesetzentwurf wollte die Bundesregierung die Debatte um die religiöse Beschneidung minderjähriger Jungen beenden und Rechtssicherheit herstellen. Doch der Entwurf hat Konkurrenz bekommen. Warum, das haben wir bei Wolfgang Nešković, ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof und Abgeordner der Linken, nachgefragt.
Von Markus C. Schulte von Drachmehr...
Der Gesetzentwurf zur Beschneidung von Jungen missachtet dem Kinderärzteverband zufolge die Grundrechte von Kindern. Das sei "katastrophal", sagt der Präsident des Berufsverbandes, Wolfram Hartmann.
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Meinung
Es war nur ein einzelnes Gericht, das aus einer gefestigten Rechtsprechung ausgebrochen ist und die Beschneidung von Knaben für strafbar erklärt hat. Juristischer Alltag. Eigentlich keine Situation, die nach einem Gesetz schreit. Doch in der öffentlichen Debatte nach dem Urteil aus Köln ist derart viel Unsinn verbreitet worden, dass die Regierung diesen Unsinn wieder abräumen muss.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
"Nach den Regeln der ärztlichen Kunst": Nach den hitzigen Debatten über die Beschneidung jüdischer und muslimischer Jungen bringt das Bundeskabinett eine Gesetzesregelung auf den Weg. Der Eingriff soll demnach unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt bleiben. Dem Zentralrat der Muslime ist das zu vage.
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Berliner Jude, Flüchtling, israelischer Elitesoldat: Der Playboy Rolf Eden blickt auf sein bewegtes Leben zurück. Im Gespräch mit Süddeutsche.de erklärt er, warum er Religion für "Quatsch" hält, Beschneidungen aber gut findet - und wie es kam, dass er sich als Teenager freiwillig zu Himmelfahrtskommandos gemeldet hat.
Interview: Oliver Das Guptamehr...
Die Beschneidung von Jungen soll straffrei bleiben, wenn die Eltern zustimmen. Und sie muss nicht von Medizinern ausgeführt werden, solange die Regeln ärztlicher Kunst beachtet werden. Geht damit Elternrecht vor Kinderschutz? Was bedeutet der Gesetzentwurf genau?
Eine Übersicht von Wolfgang Janisch, Karlsruhemehr...
Das Gesetz soll die hitzige Debatte beruhigen und allen Betroffenen Rechtssicherheit geben: Kommenden Mittwoch will das Kabinett das Beschneidungsgesetz verabschieden. Nach dem 26-seitigen Entwurf, der der SZ vorliegt, bleibt die Beschneidung straffrei, wenn die Eltern zustimmen und die Regeln der ärztlichen Kunst befolgt werden. Die Fraktionen signalisieren, bei der Abstimmung im Bundestag den Fraktionszwang aufzuheben.
Von Heribert Prantlmehr...
Meinung
Der Gesetzentwurf des Justizministeriums erklärt Beschneidungen für grundsätzlich zulässig - wie vom Bundestag gefordert. Es genügt, wenn die Eltern einwilligen und nach den Regeln der ärztlichen Kunst operiert wird. Aber war da nicht was mit den Grundrechten der Kinder auf körperliche Unversehrtheit und Religionsfreiheit?
Ein Kommentar von Markus C. Schulte von Drachmehr...
Meinung
Die wahre Beschneidungsdebatte beginnt erst jetzt - sie findet aber im richtigen Rahmen statt. Der Gesetzentwurf von Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger lässt Fragen offen. Die jüdischen und muslimischen Gemeinden werden Regeln finden müssen, die dem Gesetz entsprechen. Das ist ihnen zuzumuten.
Ein Kommentar von Matthias Drobinskimehr...
Exklusiv
Das Bundesjustizministerium legt seinen mit Spannung erwarteten Entwurf für ein Gesetz über Beschneidungen vor. Demnach bleibt nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" die Beschneidung von männlichen Kindern Körperverletzung. Sie ist aber nicht rechtswidrig, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind.
Von Heribert Prantlmehr...
Meinung
Sechzig Jahre lang habe ich als Überlebende der Schoah Deutschland verteidigt.
Jetzt frage ich mich, ob das richtig war. Besserwisser schwadronieren beim Thema Beschneidung ungehemmt über "Kinderquälerei" und "Traumata". Damit schaffen sie nur eines: Die verschwindend kleine jüdische Existenz in Deutschland infrage zu stellen.
Ein Gastbeitrag von Charlotte Knoblochmehr...
Meinung
"Wollt ihr uns Juden noch?". Die Frage von Charlotte Knobloch ist erschreckend. Die Antwort des Staates ist eindeutig: An der Ernsthaftigkeit, dem jüdischen Glauben volle Entfaltung zu geben, gibt es keinerlei Zweifel.
Ein Gastbeitrag von Norbert Lammertmehr...
Die religiös motivierte Beschneidung bei Jungen soll in Berlin straffrei bleiben - unter Bedingungen, die in der SPD und bei Vertretern des Judentums auf Kritik stoßen. Andere Länder behelfen sich mit Rechtshinweisen. Und warten auf den Bund.
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