Fish and Chips shop in London

Großbritannien

Die britische Küche war lange Zeit nur für ein Gericht berühmt: Fish and Chips. Dennoch machen es sich die Briten beim Essen alles andere als einfach. Eine ganz spezielle Tischsitte ist nicht wirklich logisch, und praktisch schon gar nicht: Während die Deutschen die Wölbung der Gabel dafür nutzen, um draufzuschaufeln, was schwer aufzuspießen ist, verzichten Briten auf dieses Drehen und Wenden.

Bei ihnen zeigt immer die Wölbung der Gabel nach oben, es wird gepiekst und gestochert. Der Knigge-Vorteil: Die Gabel kann so nicht überladen werden und der Mund genausowenig. Der große Nachteil: Das Essen von Erbsen dauert viel zu lang. Doch die Briten wissen sich zu helfen. Mit dem Messer pressen sie alles, was nicht aufzupieksen ist, von hinten gegen die Zinken der Gabel und balancieren diese zum Mund. Wer als Tourist die Gabel dennoch wie gewohnt hält, begeht zwar keine große Stilsünde. Überfrachten sollte man sie dennoch nicht. Denn wer will schon auffallen, weil er den Mund zu voll nimmt?

Unserer Leserin Barbara Parsonage zufolge verhält es sich mit den britischen Tischsitten noch strenger: "... in Grossbritannien wird gepiekst und gestochert - eben nicht! Als Wahl-Britin muss ich hier eine kleine Korrektur vornehmen, es ist in der Tat alles noch viel schlimmer! Es wird eben NICHT gepiekst. Nun versuchen Sie mal, Erbsen zu essen, ohne zu pieksen oder gar die Gabel richtig herum zu halten! Und dann keine Miene zu verziehen, wenn bei einer Dinnerparty die Erbsen übers Cocktailkleid kullern :-("

Bild: AP

16. April 2014, 16:50 2014-04-16 16:50:32

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