Daumen hoch

Australien und andere Länder

In vielen Ländern ist die Sache klar: Wer den Daumen hochhält, setzt damit ein eindeutiges Zeichen - alles super, alles dufte. Den Ursprung hat die Geste, die auch zum Trampen benutzt wird, wohl bei den römischen Gladiatorenkämpfen. Doch im Gegensatz zur Darstellung in Hollywoodfilmen bedeutete der nach oben gereckte Daumen eben nicht, dass der unterlegene Kämpfer leben sollte. Die Geste stand als Sinnbild für das tödliche Schwert - und die Ermordung des Gladiators. Wollte das Publikum ihn verschonen, versteckten sie den Daumen in der Faust wie das Schwert in der Scheide.

So lässt sich vielleicht auch erklären, warum die Geste in einigen Ländern negativ besetzt ist: In Afghanistan, Iran, Irak, Australien und Nigeria gilt der nach oben gereckte Daumen als schwere Beleidigung, wie bei uns etwa der Mittelfinger. In Syrien, Saudi-Arabien und im Libanon gilt die Daumen-Geste als Aufforderung zu homosexuellen Handlungen.

Wer also in diesen Ländern seinem Gegenüber per Daumen-Zeichen mitteilen will, dass alles in Ordnung ist, sollte sich nicht wundern, wenn die Reaktion anders ausfällt als erwartet. Und vielleicht doch lieber auf die passenden Worte ausweichen. Oder einfach nett lächeln.

Bild: Torsten Paris/Fotolia

16. April 2014, 16:50 2014-04-16 16:50:32

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