Japaner überreichen Visitenkarte

Warum sollte man in Japan nie die Visitenkarte einstecken? Weshalb darf man in einigen Ländern nicht den Daumen nach oben recken? Wo herrscht in New York Ruhe? Andere Länder, andere Sitten - die Knigge-Serie.

Japan

In Europa sind Visitenkarten in Zeiten von Smartphones und anderen digitalen Errungenschaften fast schon ein Relikt der Vergangenheit. Für Japaner hingegen haben die kleinen Kärtchen noch immer eine große Bedeutung, sie gelten als ein Teil der Persönlichkeit. Sogar Hausfrauen überreichen sie.

Das Austauschen folgt dabei einer festgelegten Prozedur. Als erstes ist die jüngere oder im Rang niedrigere Person dran (bei Geschäftsleuten etwa der Angestellte statt des Geschäftsführers). Zum guten Ton gehört es, die Karte mit beiden Händen zu überreichen und sie so zu halten, dass sie vom Gegenüber gelesen werden kann. Dieser nimmt sie ebenso mit beiden Händen an. Als Dank folgt eine Verbeugung und die Karte wird eingehend studiert. Der gleiche Vorgang wiederholt sich nun umgekehrt.

Im Idealfall sollte die Visitenkarte zweisprachig auf Englisch und Japanisch verfasst und einwandfrei sein. Geknickte Ecken und Schmutz wären mehr als unhöflich. Und noch ein Tipp: Stecken Sie sie auf keinen Fall ein, das gilt als grober Fauxpas! Legen Sie die Karte zur Seite oder im Restaurant auf den Tisch.

Bild: whitetag/iStockphoto

9. April 2014, 11:54 2014-04-09 11:54:13  © Süddeutsche.de/kaeb/cag/reek/dpa/tmn

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