Nachtleben in Istanbul

Wie sagt man "Pfiat di" auf Türkisch? Warum lässt man in den USA bei einer "Baby Shower" die Badesachen lieber zu Hause? Andere Länder, andere Sitten - die Knigge-Serie.

Türkei

Wer aus Deutschland in die Türkei reist, bringt oft schon ein paar Floskeln mit ins Urlaubsland, aufgeschnappt in der heimischen Dönerbude oder beim Gemüsehändler. "Merhaba" heißt "Hallo", "Güle güle" sagt man dann zum Abschied - alles gar nicht schwer. Das glaubt zumindest der unbedarfte Reisende. Doch gerade für den Anfang und das Ende eines zwischenmenschlichen Zusammentreffens hält das Türkische eine ganze Reihe komplexer Regeln und blumiger Varianten bereit.

Mit "Güle güle" zum Beispiel verabschiedet sich nur derjenige, der zurückbleibt, also etwa der Gastgeber. Für denjenigen, der geht, bietet sich hingegen "Allaha ısmarladık" an. Das türkische ı, ein i ohne Punkt, wird dabei kurz und eher wie eine Mischung aus e und ö ausgesprochen. Das Ganze bedeutet dann so viel wie: "Ich überlasse dich der Obhut Gottes." Ist also durchaus vergleichbar mit dem bayerischen "Pfiat di" - und von der Aussprache her für manch Zugereisten vermutlich ähnlich herausfordernd.

Wer den Herrgott aus dem Spiel lassen will, für den gibt es noch eine weitere Lösung: "Görüşürüz", was so viel wie "Wir sehen uns!" bedeutet. Gesprochen wird das ganze "görüschürüs" und das klingt dann schon fast wie das deutsche "Tschüss!" So einfach geht Völkerverständigung.

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Bild: dpa-tmn

4. Juni 2014, 09:31 2014-06-04 09:31:50  © Süddeutsche.de/kaeb/cag/reek/dpa/tmn/sks/lala

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