TV-Duell vor der Bundestagswahl CDU und SPD streiten um Kanzler-Duell

Angela Merkel und Martin Schulz (hier 2014 im Europäischen Parlament): Dikussionen um Details des TV-Duells.

(Foto: dpa)
  • Über die Modalitäten der TV-Debatte vor der Bundestagswahl zwischen Martin Schulz und Angela Merkel gibt es unter den Beteiligten erhebliche Meinungsverschiedenheiten.
  • Die CDU stört sich daran, dass die Sender ARD, ZDF, RTL und Sat.1 die Debatte auf zwei Moderatorenpaare aufteilen wollen.
  • Die SPD kritisiert hingegen, dass die CDU-Unterhändler von Dienststellen der Bundesregierung entsandt werden, und nicht aus der CDU-Parteizentrale.
Von Nico Fried, Berlin

Es sah alles nach einer überraschend friedlichen Einigung aus: Am Vormittag des 25. April vermeldete die ARD per Pressemitteilung, dass sich Kanzlerin Angela Merkel und ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz am 3. September, also drei Wochen vor der Bundestagswahl, zu einem Fernsehduell treffen.

ARD, ZDF, RTL und Sat.1 werden übertragen, Sandra Maischberger, Maybrit Illner, Peter Kloeppel und Claus Strunz moderieren. Eine Neuerung soll es geben: "Um die Sendung für die Zuschauer übersichtlicher zu gestalten und den Spitzenkandidaten mehr Raum zu geben, werden zwei Moderatenpaare gebildet, die - anders als 2013 - jeweils für 45 Minuten Fragen an Angela Merkel und Martin Schulz stellen." So weit, so klar.

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Von wegen. Schon in der Bundespressekonferenz am Tag danach zeigte sich Regierungssprecher Steffen Seibert gedämpft. Der Termin stehe fest, sonst nichts.

In einer Mail vom 27. April an die vier Sender sowie den SPD-Pressesprecher wurde Seibert deutlicher: Dass die Sender über den Termin hinaus bereits Details zum Ablauf des TV-Duells als entschieden darstellten, finde man im Kanzleramt "befremdlich". Da es darüber noch kein Gespräch gegeben habe, könne es auch kein "geeinigtes Ergebnis" geben, so Seibert.

Die Teilung der Sendung auf zwei Moderatorenpaare betrachte man bis zu einem geplanten Treffen aller Beteiligten am 14. Juni nur "als Ihre Vorschläge".

SPD stört sich an den CDU-Unterhändlern

Am 2. Mai reagierte die SPD. In der Frage der Sendungsdetails sei man entspannt, schrieb Wahlkampfleiter Markus Engels an die Sender und in Kopie an Seibert sowie Merkels Medienberaterin im Kanzleramt, Eva Christiansen.

Engels störte sich an einem anderen Punkt: Da es im TV-Duell darum gehe, "die beiden aussichtsreichsten Parteivorsitzenden in eine Diskussion zu bringen", halte er es für geboten, dass für Merkel nicht Vertreter aus Dienststellen der Bundesregierung - nämlich des Bundespresseamtes und des Bundeskanzleramtes - verhandelten, sondern der CDU.

Es sei zu prüfen, so Engels, "ob es nicht der politischen Hygiene" diene, dass im Juni statt Seibert und Christiansen der Wahlkampfleiter und der Pressesprecher der CDU kämen.