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Coronavirus und die Wirtschaft:Lufthansa bietet wieder mehr Flüge an

FILE PHOTO: Lufthansa aircraft parked on tarmac in Germany

Wieder mehr Lufthansa-Flüge ab Juni.

(Foto: REUTERS)

Die angeschlagene Lufthansa will ihr Streckennetz nach der coronabedingten Unterbrechung wieder ausbauen - auch und gerade in Urlaubsregionen.

Hier finden Sie aktuelle Meldungen aus der Wirtschaft in chronologischer Reihenfolge, die neuesten Nachrichten stehen an erster Stelle.

Lufthansa will Streckennetz wieder ausbauen

Sonntag, 24. Mai, 10.30 Uhr: Die Lufthansa will ab Juni wieder mehr Flüge anbieten und hat nun auch konkrete Ziele genannt. Demnach sollen nach der coronabedingen Unterbrechung in der zweiten Junihälfte aus Frankfurt etwa 20 Ziele wieder angeflogen werden - darunter auch Urlaubsregionen wie Heraklion (Kreta), Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte einen entsprechenden Bericht der Bild am Sonntag.

Auch die Ferieninsel Mallorca soll ab Mitte Juni deutlich häufiger angeflogen werden. Die spanische Regierung will ab Juli die Grenzen für ausländische Touristen wieder öffnen. Die Lufthansa hatte bereits Mitte Mai angekündigt, ihr Angebot im Juni wieder auszuweiten und präzisierte dies nun. Unterdessen dauerten die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und dem Unternehmen um milliardenschwere Staatshilfen am Sonntag an. Die Lufthansa ist in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten.

Autovermieter Hertz beantragt Gläubigerschutz

Samstag, 23. Mai, 4.30 Uhr: Der US-Autovermieter Hertz hat wegen der Corona-Krise Gläubigerschutz beantragt. Das Insolvenzverfahren zur Umstrukturierung nach Kapitel 11 der entsprechenden Vorschrift sei eingeleitet worden, teilte das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen mit. Die internationalen Geschäfte - darunter die in Europa, Australien und Neuseeland - werden nicht in das US-Verfahren einbezogen. Die Einnahmen von Hertz waren wegen der Corona-Pandemie eingebrochen. Ein großer Teil des Umsatzes stammt normalerweise aus Autovermietungen an Flughäfen, die aber unter dem Zusammenbruch des Flugverkehrs in Folge von Corona leiden. Hertz war es nicht gelungen, ein Stillhalteabkommen mit seinen wichtigsten Kreditgebern zu erreichen. Reuters

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Flixbus fährt von Donnerstag an wieder

Freitag, 22. Mai, 18.00 Uhr: Reisende und Pendler in Deutschland können bald wieder Fernbus fahren. Nach zwei Monaten Corona-Pause kündigte Flixbus einen Neustart für den 28. Mai an. Die grünen Busse steuern zunächst knapp 50 Halte an, wie der deutsche Marktführer am Freitag ankündigte. Vor der Krise waren es zehn Mal so viele gewesen. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus standen die Busse seit dem 18. März still. Konkurrenten wie Blablabus und Pinkbus haben noch nicht angekündigt, ob und wann sie den Betrieb wieder aufnehmen.

"Wir wollen auch in diesen Corona-Zeiten sicheres Reisen ermöglichen", sagte Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. Dazu habe man ein Hygienekonzept erarbeitet. Busse werden nach jeder Fahrt desinfiziert. Es gilt der Sicherheitsabstand von 1,50 Metern an Haltestellen und beim Ein- und Aussteigen. Fahrkarten würden berührungslos kontrolliert, Desinfektionsmittel stehe bereit. Wie bei der Bahn sollen Sitzplätze aber nicht gesperrt werden, wie Schwämmlein sagte. "Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar." Fahrgäste müssen aber während der gesamten Fahrt Mundschutz tragen. Hier sei auch Eigenverantwortung gefragt, sagte Schwämmlein. "Wir appellieren an unsere Fahrgäste, ihre Reise nur dann anzutreten, wenn sie beschwerdefrei sind."

Teurer sollen die Fahrten trotz des höheren Aufwands nicht werden. "Wir gehen davon aus, dass wir das Preisniveau halten können, das wir vor der Krise hatten." Angefahren werden neben Großstädten wie Berlin, Leipzig, Nürnberg, Hamburg, Frankfurt am Main und München auch kleinere Städte wie Bayreuth, Himmelkron, Titisee-Neustadt, Weimar und Wolpertshausen, wie Flixbus mitteilte. Auch in Österreich, Polen, Tschechien und Dänemark sei man wieder im Einsatz. Toiletten werden nicht geöffnet, damit sich Fahrgäste im Bus nicht begegnen. Die Busse führen aber regelmäßig auf Rastplätze, hieß es vom Unternehmen.

"Wir werden diese Krise überstehen", sagte Schwämmlein. Das Unternehmen sei sehr gut finanziert. Flixbus hat keine eigenen Busse, sondern vermittelt die Buchung an mittelständische Busfirmen. "Es ist eine dramatische Situation in der Branche", sagte Schwämmlein. "Aber unsere Partner sind alle noch da." Weltweit beförderte Flixbus 2019 mehr als 62 Millionen Fahrgäste, dieses Jahr sollte die Expansion im Ausland weiter gehen. Nun geht es darum, erst einmal wieder in Fahrt zu kommen. Wann das Zugangebot Flixtrain wieder buchbar ist, steht noch nicht fest. "Es fühlt sich ein bisschen an wie das Flixbus-Netz von 2013", sagte Schwämmlein. 26 Busse werden nächste Woche in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs sein. Flixbus setzt darauf, bald auch wieder grenzüberschreitend fahren zu können. "Wir hoffen, dass sich in den nächsten Wochen eine verantwortungsvolle europäische Lösung etabliert."

Flixbus unterstützt Forderungen der Busbranche nach staatlicher Hilfe. "Drei Monate übersteht jeder, aber wir müssen überlegen, wie man in den nächsten 12 bis 18 Monaten hilft", sagte Schwämmlein. "Sonst werden es viele nicht überleben." Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte kürzlich für die Busbranche Hilfen von rund 170 Millionen Euro angekündigt. Zugleich ist milliardenschwere Hilfe für die Deutsche Bahn und die Lufthansa geplant. "Man muss natürlich handeln, Verkehr ist wichtig", sagte Schwämmlein dazu. "Aber es kommt darauf an, dass man Corona nicht als Ausrede für Wettbewerbsverzerrung nutzt." Darauf müsse die EU-Kommission ihre Augen richten. dpa

Familienbonus und mehr Geld für Gastronomen

Freitag, 22. Mai, 12.00 Uhr: Das Konjunkturpaket der Bundesregierung nimmt langsam Konturen an. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) setzt vor allem auf Maßnahmen, mit denen er die Kaufkraft stärken will. Geplant ist laut Spiegel beispielsweise ein Familienbonus: Eltern sollen für jedes Kind einmalig 300 Euro bekommen. Die Maßnahme würde den Fiskus fünf bis sechs Milliarden Euro kosten, sie orientiert sich an Vorschlägen von Familienministerin Franziska Giffey (SPD).

Überlegt wird zudem, ob Konsumgutscheine des Staates die Kauflaune der Bevölkerung heben könnten. Davon würden auch Menschen ohne Kinder profitieren. Darüber hinaus sollen Gastwirte und Kulturschaffende vom Bund einen Ausgleich für Einkommen erhalten, die ihnen während der Corona-Krise verloren gegangen sind. Vergleichsmaßstab sollen durchschnittliche Verdienste der vergangenen Jahre sein. Auch diese Maßnahme würde den Bund etliche Milliarden Euro kosten.

Neben konsumfördernden Instrumenten plant das Finanzministerium auch weitere Hilfen für Unternehmen. So wollen die Beamten laut Spiegel günstigere Abschreibungen zulassen oder Investitionszulagen gewähren. Das Konjunkturpaket wird eine Größenordnung von bis zu 150 Milliarden Euro umfassen.

China gibt erstmals seit 1990 kein Wachstumsziel aus

Freitag, 22. Mai, 7:30 Uhr: Die chinesische Regierung gibt wegen der Corona-Pandemie erstmals seit Jahrzehnten kein Wachstumsziel für die Wirtschaft aus. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten Arbeitsbericht von Ministerpräsident Li Keqiang zum Auftakt des Nationalen Volkskongresses in Peking hervor. Seit 1990 hatte die Regierung jedes Jahr einen Zielwert für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts genannt - und stets einen überaus ambitionierten.

Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt war jedoch im ersten Quartal um 6,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum geschrumpft und damit zum ersten Mal überhaupt seit Einführung der Quartalsstatistik im Jahr 1992. Die Virus-Epidemie hatte unter anderem zu starken Einschränkungen bei Produktion und Konsum geführt.

Nun will Chinas Regierung mit zusätzlichen Milliardenausgaben und neuen Schulden gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ankämpfen. Vorgesehen ist die zusätzliche Ausgabe von Staatsanleihen im Wert von einer Billion Yuan (umgerechnet etwa 128 Milliarden Euro), mit denen die Wirtschaft neuen Schwung erhalten soll. Auch das Haushaltsdefizit der Regierung soll von 2,8 auf 3,6 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. "Dies sind außergewöhnliche Maßnahmen für ungewöhnliche Zeiten", begründet Li Keqiang die zusätzlichen Ausgaben.

Die Arbeitslosigkeit im Land dürfte dennoch steigen: Nach einem Ziel für die städtische Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent im vergangenen Jahr wurde nun ein Ziel von sechs Prozent ausgegeben. Statt elf Millionen sollen nur noch neun Millionen Jobs geschaffen werden. "Gegenwärtig und in der näheren Zukunft wird China vor Herausforderungen stehen wie nie zuvor", schwor Li Keqiang die Delegierten des Volkskongresses ein. China verfüge jedoch über eine "starke wirtschaftliche Grundlage", ein "enormes Marktpotenzial und Hunderte Millionen intelligenter und fleißiger Menschen".

Staat soll sich mit 20 Prozent an der Lufthansa beteiligen

Donnerstag, 21. Mai, 11:17 Uhr: Die Deutsche Lufthansa hat in einer Mitteilung an ihre Investoren bestätigt, dass die Verhandlungen mit dem Bund über Hilfen in der Corona-Krise weit fortgeschritten seien. Das Rettungskonzept, das "noch nicht final vereinbart" sei, sehe Hilfen im Umfang von neun Milliarden Euro vor. Davon sollen drei Milliarden Euro als Kredit der staatlichen Förderbank KfW fließen. Der Staat soll nach einer Kapitalerhöhung Anteile in Höhe von 20 Prozent an der Deutsche Lufthansa AG als Aktien übernehmen.

Für die Unterstützung habe der Bund allerdings einige Bedingungen gestellt: Dazu zählt laut Lufthansa-Mitteilung ein "Verzicht auf künftige Dividendenzahlungen und Beschränkungen der Managementvergütung." Außerdem soll die Bundesregierung künftig mit zwei Sitzen im Aufsichtsrat des Konzerns vertreten sein. vd

Tesla lässt Klage gegen Corona-Einschränkungen fallen

Donnerstag, 21. Mai, 9:00 Uhr: Der Elektro-Autobauer Tesla hat seine Klage gegen die Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Krise am Standort seines kalifornischen Stammwerks fallen gelassen. Der Richter stellte das Verfahren daraufhin ein, wie aus Gerichtsunterlagen von Mittwoch hervorgeht. Tesla hatte den Bezirk Alameda County vor gut zehn Tagen verklagt, weil die Vorschriften zur Coronavirus-Eindämmung aus Sicht der Firma die Wiederaufnahme der Produktion ungerechtfertigterweise verhinderten. Tesla-Chef Elon Musk hatte damals auch angekündigt, das Werk auch ohne Genehmigung zu öffnen.

Kalifornien erlaubt eine vorsichtige Öffnung von Betrieben. Alameda County, der Bezirk in der Nähe von San Francisco, in dem das Tesla-Werk liegt, verlängerte die geltenden Ausgangsbeschränkungen jedoch bis Ende des Monats, um eine Ausbreitung des Coronavirus weiter zu verhindern. Vor einigen Tagen bekam Tesla bereits Besuch von der örtlichen Polizei. Die Beamten prüften die Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen wie der Nutzung von Mund-Nasen-Masken. Inzwischen erlaubt das zuständige Gesundheitsamt Tesla die Wiederaufnahme der Produktion. Unklar ist jedoch, wie viele der rund 10 000 Beschäftigten wieder in die Fabrik kommen. dpa

Livestream mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Mittwoch, 20. Mai, 18:30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen ausgetauscht. "Covid-19 ist das beherrschende Thema für alle auf der Welt", sagte die CDU-Politikerin im Anschluss auf einer Pressekonferenz in Berlin. Man sehe sich einer "tiefen globalen Rezession" gegenüber - nun sei es wichtig, schnell zurück auf einen "nachhaltigen Entwicklungspfad" zu kommen. Die richtige Antwort sei dabei ein abgestimmtes Handeln.

"Wir waren uns alle einig, dass diese Pandemie nur beendet ist, wenn es einen Impfstoff gibt", sagte Merkel. Künftige Impfstoffe gegen das Coronavirus seien gemeinsame globale Güter, die allen zur Verfügung gestellt werden müssten. Die derzeit zu beobachtenden "protektionistischen Tendenzen" seien "besorgniserregend", so die Kanzlerin. Es sei nicht hilfreich, nun "alle internationalen Lieferketten zu renationalisieren".

Merkel zufolge sind bis heute neun Billionen US-Dollar in den wirtschaftlichen Erholungsprozess geflossen - zwei Billionen allein in der EU. Die Kanzlerin appellierte an hochentwickelte Länder, die Finanzierungsbedürfnisse schwächerer Nationen im Auge zu behalten und, sobald möglich, in Entwicklungsländern wieder Arbeitsplätze zu schaffen.

Angesprochen auf die laufenden Verhandlungen über die Rettung der deutschen Lufthansa sagte Merkel, es würden derzeit intensive Gespräche geführt. "Es ist in Kürze mit einer Entscheidung zu rechnen."

Historischer Umsatzeinbruch im Gastgewerbe

Mittwoch, 20. Mai, 8.30 Uhr: Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die März-Umsätze des Gastgewerbes. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind im März 2020 die Umsätze der Branche um 45,4 Prozent gefallen. Das ist der größte Einbruch seit Beginn der Zeitreihen im Jahr 1994. Betroffen sind alle Bereiche des Gastgewerbes. Der Umsatz von Hotels und Herbergen fiel im Vergleich zu März 2019 um 51 Prozent. Die Gastronomie verzeichnete 42,4 Prozent weniger Einnahmen als im Vorjahresmonat. Relativ weniger betroffen sind in der Gastronomie die Caterer. Sie hatten im März 28,8 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahresmonat.

Vom 18. März an waren Übernachtungen touristischer Gäste in Hotels verboten; vom 22. März an mussten alle Gaststätten mit Ausnahme von Abhol- und Lieferservices schließen. Für April befürchtet die Branche noch schlimmere Zahlen. SZ

Bund will Übernahmen deutscher Gesundheitsfirmen genauer prüfen

Mittwoch, 20. Mai, 5.30 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will vor dem Hintergrund der Corona-Krise Übernahmen deutscher Firmen im Gesundheitssektor erschweren. Dabei geht es um Unternehmen, die Impfstoffe, Arzneimittel oder Corona-Schutzausrüstung entwickeln oder herstellen. Um bei geplanten Erwerben durch Investoren außerhalb der EU genauer hinschauen zu können, soll die Außenwirtschaftsverordnung verschärft werden. Das Kabinett soll am Mittwoch dem Entwurf zustimmen, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Laut Entwurf soll die Verordnung einen Beitrag leisten, um ein funktionierendes Gesundheitssystem dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöste Entwicklung mache deutlich, dass der Kreis der bei der Prüfung von Firmenerwerben bislang besonders berücksichtigten Unternehmen unzureichend sei. Daher sollen nun auch etwa Hersteller und Entwickler von Arzneimitteln und Impfstoffen zu den Firmen zählen, bei deren Übernahme eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit vorliegen könne.

Konkret soll künftig eine Meldepflicht greifen, wenn Firmen außerhalb der Europäischen Union - also zum Beispiel aus den USA oder China - Anteile von mehr als zehn Prozent an deutschen Unternehmen erwerben wollen. Dies gilt für Firmen, die Impfstoffe, Arzneimittel und Mund-Nasen-Masken entwickeln oder fertigen sowie Medizingüter zur Behandlung hochansteckender Krankheiten, unter anderem Beatmungsgeräte. Die Verordnung werde nach der Verkündung im Bundesanzeiger wirksam, dies werde in den kommenden Wochen erwartet.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kritisierte die geplanten Änderungen der Außenwirtschaftsverordnung wie zuvor andere Verbände scharf. "Deutschland und seine Industrie sind auf ein weltweites Klima der Offenheit angewiesen", sagte Stefan Mair, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, der dpa. "Die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft schützen wir weder durch die Aufweichung von Privateigentum und Vertragsfreiheit noch dadurch, dass wir Unternehmen von Investoren abschirmen und sie unter Denkmalschutz stellen." Die Liste der meldepflichtigen Sektoren müsse nicht auf die Gesundheitswirtschaft erweitert werden, schon heute könnten Übernahmen in diesem Sektor verboten werden.

Mit der Außenwirtschaftsverordnung wird das Außenwirtschaftsgesetz konkret ausgeführt. Änderungen des Gesetzes soll der Bundestag in der kommenden Woche beschließen. Hintergrund sind auch EU-Vorgaben. Die Kontrolle von Investitionen aus Nicht-EU-Staaten soll verschärft werden. So soll künftig ein frühzeitiger Abfluss von Fachwissen unterbunden werden. Erwerbe sollen künftig "schwebend unwirksam" sein, bis das Geschäft als unbedenklich abgesegnet ist - dies ist dann auch geplant bei Firmen aus dem Gesundheitssektor. dpa

Konjunkturerwartungen verbessern sich deutlicher als erwartet

Dienstag, 19. Mai, 12.06 Uhr: Die Konjunkturerwartungen der Finanzexperten haben sich im Mai den zweiten Monat in Folge deutlich gebessert. Der Indikator des Mannheimer Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg um 22,8 Punkte auf 51 Zähler. Bereits im Vormonat hatte sich die Stimmung deutlich aufgehellt, nachdem sie im März wegen der Corona-Krise eingebrochen war. Analysten hatten für Mai im Mittel lediglich mit einem Anstieg auf gut 30 Punkte gerechnet.

Im Gegensatz zu den Aussichten trübte sich die Bewertung der aktuellen Konjunkturlage etwas ein. Der Indikator fiel um zwei Punkte auf minus 93,5 Zähler. Dennoch: "Die Zuversicht wächst, dass es ab Sommer zu einer konjunkturellen Wende kommen wird", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Der Aufholprozess werde allerdings einige Zeit brauchen. "Erst 2022 soll die Wirtschaftsleistung wieder das Niveau von 2019 erreichen." dpa

Historischer Rückgang bei Neuzulassungen

Dienstag, 19. Mai, 11.45 Uhr: Die Corona-Krise hat am europäischen Automarkt für einen historischen Rückgang gesorgt. Im April kamen in der EU 270 682 Neuwagen auf die Straßen, das waren 76 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der europäische Herstellerverband ACEA mitteilte. Dies sei der stärkste monatliche Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen. Grund war der fast vollständige Stillstand sowohl der Autoproduktion als auch des Autohandels zur Eindämmung der Pandemie. Im Mai dürfte sich die Lage etwas entspannen, da die meisten Länder die erlassenen Beschränkungen lockern. Reuters

Impfstofffirma Moderna sorgt für Euphorie an der Börse

Dienstag, 19. Mai, 11 Uhr: Erste Erfolge der Biotech-Firma Moderna aus Cambridge, Massachusetts, haben an der Wall Street und im asiatischen Aktienhandel für einen kräftigen Kursaufschwung gesorgt: Der Dow Jones legte um 3,9 Prozent auf 24 597 Zähler zu, in Tokio gewann der Aktienmarkt anderthalb Prozent. Der Dax eröffnete nach den deutlichen Zugewinnen am Vortag leicht im Plus, rutschte allerdings bis um 11 Uhr mit 0,3 Prozent ins Minus. Moderna hatte in einer Phase-I-Studie den bereits Ende Februar entwickelten Corona-Impfstoff an 45 Probanden getestet - dabei stand vor allem die Verträglichkeit des Impfstoffs im Vordergrund. Zudem zeigte sich wohl auch, dass das Immunsystem der Probanden reagierte und Antikörper entwickelte. Moderna-Chef Stéphane Bancel sagte in einem Interview: "Die Daten hätten nicht besser sein könnten." Allein: In dieser frühen Phase heißt das noch nicht sehr viel. In der Vergangenheit wurden nur 16 Prozent der Impfstoffe, die die klinische Testphase erreichten, am Ende auch genehmigt, weiß das Wall Street Journal. Am 7. Mai genehmigte die US-Arzneimittelbehörde eine Phase-II-Studie mit 600 Probanden.

Das Tempo, was Moderna vorlegt ist, ist hoch. Bei SARS hatte es mehr als anderthalb Jahre gedauert, einen Impfstoff für erste Tests bereitzustellen. Doch die neueren Techniken zu Gen-Sequenzierung und zur Herstellung von Boten-RNA halfen Moderna, die Prozesse stark zu beschleunigen. Die Aktien des Unternehmens schnellten am Montag um rund 20 Prozent auf 80 Dollar.

Die Biotech-Firma will nun allerdings neue Aktien ausgeben. Der Ausgabekurs soll bei 76 Dollar liegen - fünf Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag. Im frühen europäischen Handel gab die Moderna-Aktie um knapp vier Prozent nach.

Montag, 18. Mai, 6:45 Uhr: Die US-Wirtschaft könnte im laufenden Quartal nach Einschätzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) um bis zu 30 Prozent schrumpfen. Es sei gut möglich, dass das Bruttoinlandsprodukt um 20 bis 30 Prozent abnehme, sagte Fed-Chef Jerome Powell in einem Interview mit dem TV-Sender CBS. Zudem sei es wahrscheinlich, dass die US-Arbeitslosenquote auf 20 bis 25 Prozent steige. Derzeit liegt diese bei 14,7 Prozent.

Was die weitere Entwicklung angeht, äußerte sich Powell verhalten optimistisch. Unter der Annahme, dass es keine zweite Welle des Coronavirus gebe, rechne er mit einer stetigen Erholung im zweiten Halbjahr diesen Jahres. Die US-Wirtschaft werde sich erholen sagte er. Der Prozess könne sich jedoch bis Ende 2021 hinziehen. Eine gänzliche Erholung sei jedoch wahrscheinlich erst möglich, wenn es einen Impfstoff gebe.

Der Einbruch sei kein Resultat einer tiefsitzenden Instabilität im Finanzsystem, wie beim Immobiliencrash und dem exzessiven Risikoverhalten von Banken, das zu der Weltwirtschaftskrise beitrug. Dass der Einbruch von einem externen Ereignis wie der Pandemie ausgegangen sei, bedeute, "wir können ziemlich schnell wieder zu einer gesunden Wirtschaft zurück." AP/dpa

© SZ.de/dpa/sebi/mxh/vd/vit
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